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William Grover-Williams

Britisch-französischer Automobilrennfahrer

4 min01/01/2024
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William Charles Frederick Grover-Williams führte ein Leben, das wie aus einem Abenteuerroman stammen könnte: Rennfahrer, Spion, Kriegsheld und schließlich Märtyrer. Am 16. Januar 1903 in Montrouge nahe Paris geboren, war er von Anfang an zwischen zwei Welten aufgewachsen. Sein Vater Frederick war britischer Pferdezüchter, seine Mutter Hermance stammte aus Frankreich. Mit einer älteren Schwester, einem jüngeren Bruder und einer jüngeren Schwester wuchs Grover-Williams zweisprachig auf, ein Umstand, der sein späteres Schicksal entscheidend prägen sollte.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, war der junge William elf Jahre alt. Seine Eltern schickten ihn nach Hertfordshire im Vereinigten Königreich zu Verwandten, um ihn vor den Gefahren des Krieges in Sicherheit zu bringen. Nach dem Ende des Konflikts zog die Familie nach Monte Carlo, dem Ort, an dem Grover-Williams seine lebenslange Leidenschaft für Automobile entdeckte. Er lernte am Steuer eines Rolls-Royce fahren, der dem Freund seiner Schwester gehörte, und von da an war sein Weg vorgezeichnet.

Das Jahr 1919 brachte eine weitere wichtige Begegnung: Grover-Williams wurde Chauffeur des renommierten irischen Malers William Orpen. Diese Anstellung öffnete ihm Türen in die gehobene Gesellschaft Europas. Als Orpens Beziehung zu seiner Geliebten Yvonne Aupicq zerbrach, nahm die Geschichte eine persönliche Wendung: Grover-Williams heiratete Yvonne 1929 und zog mit ihr nach Paris.

Bereits zu seinem 15. Geburtstag hatte Grover-Williams eine Indian-Motorrad bekommen und nahm in den frühen 1920er-Jahren an Motorradrennen teil. Um seine Rennaktivitäten vor der Familie geheim zu halten, trat er unter dem Pseudonym W. Williams an. Diese Vorsichtsmaßnahme verrät viel über den Charakter des Mannes: diskret, planend, doppelt lebend. Wenig später wechselte er auf Bugatti-Wagen und fuhr Autorennen quer durch Europa.

Seine größten Erfolge als Rennfahrer kamen Ende der 1920er-Jahre. 1928 gewann Grover-Williams den Großen Preis von Frankreich, und 1929 verteidigte er diesen Triumph. Im selben Jahr 1929 schrieb er Automobilgeschichte: Er gewann den allerersten Großen Preis von Monaco, ein Rennen, das seither zu den prestigeträchtigsten der Welt gehört. 1931 bewies er seine Vielseitigkeit, indem er gemeinsam mit Caberto Conelli den Großen Preis von Belgien gewann und zusätzlich den Grand Prix de La Baule für sich entschied, einen Erfolg, den er in den beiden folgenden Jahren wiederholte.

Als der Zweite Weltkrieg begann, setzte er der Ära des europäischen Rennsports ein jähes Ende. Nach der Besetzung Frankreichs durch die Wehrmacht floh Grover-Williams ins Vereinigte Königreich. Nun kamen ihm seine außergewöhnlichen Sprachkenntnisse zugute: Wegen seiner Beherrschung sowohl des Französischen als auch des Englischen wurde er in die Special Operations Executive, kurz SOE, aufgenommen, den britischen Geheimdienst für verdeckte Operationen auf feindlichem Territorium.

Gemeinsam mit seinem langjährigen Rennfahrerkollegen Robert Benoist baute Grover-Williams eine Spionagezelle in Paris auf. Beide Männer kannten die Stadt und ihre Menschen, beide bewegten sich unauffällig in der Welt der Wohlhabenden und der Rennzirkel. Doch der Sicherheitsdienst der SS war wachsam. Am 2. August 1943 wurde Grover-Williams verhaftet und langen Verhören unterzogen. Schließlich brachte man ihn nach Berlin und von dort in das Konzentrationslager Sachsenhausen.

Am 18. März 1945, nur wenige Wochen vor dem Ende des Krieges, wurde William Grover-Williams in Sachsenhausen hingerichtet. Er war 42 Jahre alt. Sein Tod war einer jener tragischen Fälle, bei denen das Ende der Tyrannei zu spät kam, um ein einzelnes Leben zu retten. In Monaco, dem Ort seines größten Triumphs, wurde ihm zu Ehren eine Statue errichtet. Sie erinnert nicht nur an den Rennfahrer, der 1929 Geschichte schrieb, sondern auch an den mutigen Mann, der sein Leben für die Freiheit opferte.

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