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Trigana-Air-Service-Flug 267

Flugunfall am 16. August 2015

5 min01/01/2024
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Am 16. August 2015 verschwand über dem gebirgigen Inneren der indonesischen Provinz Papua ein Regionalflugzeug, das 54 Menschen an Bord hatte. Trigana-Air-Service-Flug 267, kurz IL267, war ein planmäßiger Inlandsflug der indonesischen Fluggesellschaft Trigana Air Service von Jayapura nach Oksibil, einer abgelegenen Siedlung im Hochland von Papua Pegunungan. Was als routinemäßiger Flug in einer der schwierigsten Flugregionen der Welt begann, endete in einer Katastrophe.

Das Flugzeug, eine ATR 42-300 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen PK-YRN und der Seriennummer 102, hatte ihren Erstflug im Mai 1988 absolviert. Zum Zeitpunkt des Unglücks war die Maschine damit 27 Jahre und 3 Monate alt. Sie hatte in dieser Zeit 50.133 Flugstunden und 55.663 Flugzyklen absolviert. Angetrieben wurde sie von zwei Triebwerken des Typs Pratt and Whitney Canada PW120 mit Propellern vom Typ Hamilton Sundstrand 14SF-5. Die Trigana Air Service hatte das Flugzeug im Januar 2005 von der US-amerikanischen Trans States Airlines erworben, die es im September 2004 außer Dienst gestellt hatte, nachdem es am Chicago Rockford International Airport zwischenzeitlich abgestellt gewesen war.

Das Flugzeug hob um 14:22 Uhr ostindonesischer Ortszeit, entsprechend 05:22 UTC, vom Flughafen Jayapura ab. Die erwartete Ankunftszeit in Oksibil war 15:04 Uhr Ortszeit. An Bord befanden sich insgesamt 54 Personen: zwei Piloten, zwei Flugbegleiterinnen und -begleiter, ein Techniker der Fluggesellschaft sowie 49 Passagiere, darunter 44 Erwachsene, zwei Kinder und drei Kleinkinder. Für die Besatzung war es bereits der fünfte Flug an jenem Tag und der zweite auf der Strecke Jayapura-Oksibil.

Um 14:55 Uhr nahmen die Piloten erstmals Funkkontakt mit dem Flugplatz-Fluginformationsdienst in Oksibil auf und meldeten eine Flughöhe von 11.500 Fuß, etwa 3.500 Meter, am Punkt Ambisibil. Der Flugleiter bestätigte die Meldung und empfahl, sich erneut zu melden, wenn das Flugzeug den Flugplatz überfliegt. Die Piloten erklärten, sie beabsichtigten direkt in den linken Queranflug auf Landebahn 11 einzufliegen. Der Flugleiter empfahl daraufhin, den Anflug fortzusetzen und sich beim Einflug in den Endanflug erneut zu melden.

Um 15:00 Uhr hätte die Maschine im Endanflug sein sollen. Doch die Piloten meldeten sich nicht. Der Flugleiter versuchte wiederholt, per Funk Kontakt herzustellen, erhielt aber keine Antwort. Er informierte daraufhin die Trigana-Flugbetriebsleitung in Jayapura und bat einen anderen in der Nähe operierenden Piloten der Gesellschaft, nach dem vermissten Flugzeug Ausschau zu halten. Gleichzeitig kontaktierte er die Flugplätze in Dekai und Tanah Merah, die als mögliche Ausweichlandeplätze in Frage gekommen wären.

Die Wetterbedingungen zum Unfallzeitpunkt waren eingeschränkt, aber nicht extrem. Wind aus Ostsüdost mit 8 Knoten, Sichtweite zwischen 4 und 5 Kilometern, Wolkenuntergrenze bei 8.000 Fuß mit einer Bedeckung von 5/8 bis 7/8. Der Flugplatz Oksibil verfügt über keinen eigenen Wetterdienst; die Beobachtungen werden vom Flugleiter selbst vorgenommen. Um 16:30 Uhr Ortszeit wurde ein Such- und Rettungsteam zusammengestellt, bestehend aus Angehörigen des Flughafenbetreibers, der örtlichen Verwaltung, der Polizei und des Militärs. Die Suche musste um 18:00 Uhr wegen der hereinbrechenden Dunkelheit unterbrochen werden.

Am folgenden Tag berichteten Bewohner des abgelegenen Okbape-Distrikts, sie hätten beobachtet, wie ein Flugzeug an einem Berg zerschellt sei. Diese Aussagen wurden durch eine aeronautische Entdeckung bestätigt: Eine Twin Otter, die sich auf dem Flug von Oksibil nach Jayapura befand, sichtete Rauch im Bereich des linken Queranflugs auf die Landebahn 11. Der Pilot meldete die Beobachtung und ermöglichte es den Rettungsteams, die Unfallstelle zu lokalisieren. Alle 54 Personen an Bord kamen ums Leben.

Das Unglück von Flug 267 rückte die besonderen Herausforderungen des Luftverkehrs im bergigen Inneren Neuguineas erneut in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Das Hochland von Papua gehört zu den schwierigsten Flugregionen der Welt: unberechenbare Wetterbedingungen, abrupte Gebirgsformationen und ein weitgehend fehlendes Straßennetz machen die Luftfahrt für viele Gemeinden zum einzigen Transportmittel. Der Verlust eines Flugzeugs dieser Region trifft die Bevölkerung daher besonders hart und wirft stets Fragen über Sicherheitsstandards und die Regulierung des Luftverkehrs in entlegenen Gebieten auf.

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