Idina Kim Menzel kam am 30. Mai 1971 in Manhattan, New York, zur Welt und wuchs als ältere Tochter ihrer Eltern Helene und Stuart Mentzel auf Long Island auf. Einen auffälligen Unterschied gibt es zwischen dem Nachnamen ihrer Familie und ihrem eigenen: Während ihre Eltern und ihre jüngere Schwester Cara den Namen Mentzel tragen, schreibt Idina ihren Namen ohne das „t". Dieser bewusste Entscheid hatte einen praktischen Hintergrund: Sie wollte die häufige Falschaussprache ihres Familiennamens vermeiden.
Ihre künstlerische Ausbildung erhielt Idina Menzel an der renommierten Tisch School of the Arts der New York University, wo sie einen Bachelor of Fine Arts erwarb. Obwohl sie ihr Studium im Fach Musik begann, verlagerte sich ihr Schwerpunkt im Laufe der Zeit hin zur Schauspielerei, was den Grundstein für ihre außergewöhnliche Bühnenkarriere legen sollte.
Den entscheidenden Durchbruch erzielte Menzel im Jahr 1996 mit ihrem Broadwaydebüt im Musical Rent. Bereits 1995 hatte sie erfolgreich eine Audition für das Stück absolviert, und dieses erste professionelle Theaterengagement katapultierte sie unmittelbar auf eine der bedeutendsten Bühnen der Welt. Rent feierte am 26. Januar 1996 zunächst seine Premiere am Off-Broadway im New York Theater Workshop. Aufgrund steigender Popularität zog die Produktion bald ins berühmte Nederlander Theatre am Broadway um. Menzel spielte darin die Rolle der Maureen Johnson in der Originalbesetzung, wofür sie eine Nominierung für den Tony Award als beste Nebendarstellerin in einem Musical erhielt. Ihren letzten Auftritt als Maureen Johnson gab sie am 1. Juli 1997.
In den folgenden Jahren bewies Menzel eine beachtliche künstlerische Bandbreite. Sie trat in weiteren Rollen auf der Bühne auf, unter anderem als Dorothy in Summer of '42 im Godspeed Opera House in Connecticut, als Sheila in der New York City Center Encores!-Produktion von Hair und als Amneris im Broadway-Musical Aida. Parallel dazu veröffentlichte sie ihr erstes Soloalbum Still I Can't Be Still.
Im Jahr 2003 begann das Kapitel, das Idina Menzel endgültig zur Theaterlegende machen sollte. In dem Musical Wicked – Die Hexen von Oz übernahm sie an der Seite von Kristin Chenoweth die Titelrolle der Elphaba. Die Produktion wurde ein sensationeller Erfolg, und 2004 wurde Menzel mit dem Tony Award als beste Hauptdarstellerin in einem Musical ausgezeichnet, der höchsten Ehrung des amerikanischen Theaterbetriebs. 2005 verließ sie das Ensemble des Musicals.
Nach einer kurzen Produktion am Off-Broadway im Public Theatre mit dem Musical See What I Wanna See von Michael John LaChiusa, für das sie mit dem Drama Desk Award und dem Drama League Award nominiert wurde, kehrte Menzel 2006 erneut in die Rolle der Elphaba zurück. Vom 7. September bis zum 30. Dezember 2006 gehörte sie zum Ensemble der Londoner West-End-Produktion von Wicked am Apollo Victoria Theatre, wo sie mit einer Wochengage von 30.000 US-Dollar zu den bestbezahlten Darstellerinnen im West End zählte. Im Mai 2008 war sie in einer Konzertfassung des Musicals Chess in der Londoner Royal Albert Hall als Florence Vassy zu erleben.
Doch nicht nur die Theaterwelt brachte ihr internationale Bekanntheit. Als Sprecherin und Sängerin der Figur Elsa im Disney-Animationsfilm Die Eiskönigin – Völlig unverfroren erlangte Menzel auch ein weltweites Massenpublikum. Das Lied Let It Go, das sie in diesem Film sang, wurde zu einem globalen Phänomen und zählt bis heute zu den bekanntesten Songs des Animationsfilm-Genres.
Im Privatleben heiratete Idina Menzel im Januar 2003 den Musical- und Filmschauspieler Taye Diggs, den sie bereits bei der Workshop-Produktion von Rent kennengelernt hatte. Am 2. September 2009 kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Ende 2013 wurde die Trennung des Paares bekannt gegeben, doch beide teilten sich das Sorgerecht für ihren Sohn und pflegten eine freundschaftliche Beziehung. Seit Ende 2014 ist Menzel mit dem Schauspieler Aaron Lohr liiert; nach dem Kauf eines gemeinsamen Hauses in Encino, Los Angeles, gaben sie Ende September 2016 ihre Verlobung bekannt und heirateten ein Jahr später.
Idina Menzel steht für eine Generation von Musicaldarstellerinnen, die den Broadway nicht nur als Sprungbrett für Hollywood verstehen, sondern die Theaterbühne als eigenständiges, vollwertiges Kunstfeld. Mit ihrem kraftvollen Mezzosopran, ihrer Fähigkeit, emotionale Tiefe in ihre Figuren zu bringen, und ihrer Präsenz sowohl auf der Bühne als auch auf der Leinwand hat sie sich einen dauerhaften Platz in der Geschichte des amerikanischen Entertainments gesichert.
