misterios

Peter Falk

US-amerikanischer Schauspieler (1927–2011)

7 min01/01/2024
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Peter Michael Falk wurde am 16. September 1927 in New York City geboren und wuchs in einem Viertel auf, das stark von italienischen Einwanderern geprägt war. Diese Umgebung ließ viele Menschen fälschlicherweise glauben, er sei selbst italienischer Herkunft. Tatsächlich stammte seine Mutter Madeline Hochhauser aus Russland und sein Vater Michael Falk aus Polen. Die Familie betrieb ein Bekleidungsgeschäft und lebte in bescheidenen, jüdischen Verhältnissen, wobei die Religion im Alltag kaum eine Rolle spielte. Falk selbst gab an, sich nach seiner Bar Mizwa im Alter von dreizehn Jahren nicht mehr aktiv mit dem Glauben beschäftigt zu haben.

Das Schicksal griff früh in Falks Leben ein: Mit nur drei Jahren wurde bei ihm ein Tumor im rechten Auge entdeckt. Die notwendige Operation entfernte nicht nur den Tumor, sondern das gesamte Auge. Von da an trug Falk ein Glasauge, das ihm eine charakteristische, ungleiche Weite des Augenlides verlieh und ihn später sowohl einschränken als auch unverwechselbar machen sollte. Trotz dieser körperlichen Besonderheit zeigte sich Falk auf der High School als vielseitiger junger Mann: Er spielte Baseball und Basketball, wurde zum Klassensprecher gewählt und absolvierte die Schule mit ausgezeichneten Noten. Erste Erfahrungen auf der Bühne sammelte er bereits im Alter von zwölf Jahren, als er in einer Aufführung von The Pirates of Penzance mitwirkte.

Nach der Schulzeit verlief Falks Weg zunächst alles andere als geradlinig. Er besuchte kurze Zeit ein College, bewarb sich dann bei der Marine, wurde dort jedoch wegen seines Glasauges abgewiesen. Anschließend verbrachte er achtzehn Monate als Koch auf einem Schiff der Handelsmarine, bevor er beschloss, eine solide akademische Ausbildung zu absolvieren. Er schloss mit einem Bachelor of Arts in Literatur- und Politikwissenschaft sowie einem Master of Public Administration ab. Selbst beim Geheimdienst CIA bewarb er sich, wurde aber 1953 abgelehnt, da er sich einige Monate in Jugoslawien aufgehalten hatte, einem kommunistischen Land in den Augen der McCarthy-Ära-Behörden. Diese Episode verdeutlicht, wie sehr politische Hysterie das Leben gewöhnlicher Menschen beeinflussen konnte.

Falk nahm daraufhin eine Stelle bei einer Finanzbehörde in Hartford, Connecticut, an und begann nach Feierabend in einer Laienspielgruppe zu arbeiten. Dort entfachte sich sein Interesse an der Schauspielerei so intensiv, dass seine Lehrerin ihm riet, den sicheren Beamtenposten aufzugeben. Falk folgte dem Rat, kehrte nach New York City zurück und spielte in Off-Broadway-Stücken sowie in kleinen Fernsehproduktionen. Sein Weg ins Kino blieb jedoch zunächst versperrt: Columbia Pictures lehnte ihn ab, weil sein Glasauge als Makel galt. Der Studioleiter Harry Cohn soll lakonisch bemerkt haben, für dasselbe Gehalt bekomme er einen Schauspieler mit zwei Augen.

Der Durchbruch kam dennoch. 1958 erhielt Falk eine erste kleine Kinorolle bei Warner Brothers, und 1960 spielte er im Kriminalfilm Unterwelt den brutalen Auftragskiller Abe Reles, eine Rolle, die ihn erstmals einem breiteren Publikum bekannt machte. Bereits ein Jahr später war er in Frank Capras letztem Kinofilm Die unteren Zehntausend zu sehen, wo er „Joy Boy" verkörperte. Für beide Rollen wurde er als bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert. In den folgenden Jahren war Falk auf zahlreichen Leinwänden präsent, unter anderem in Sieben gegen Chicago von 1964 zusammen mit dem Rat Pack um Frank Sinatra sowie 1965 in Das große Rennen rund um die Welt an der Seite von Tony Curtis und Jack Lemmon. Parallel dazu blieb er dem Theater treu.

Im Jahr 1965 bekam Falk seine erste Hauptrolle in einer Fernsehserie: The Trials of O'Brien, an der er selbst als Produzent mitwirkte. Die Serie handelte von einem unkonventionellen Rechtsanwalt und erhielt gute Kritiken, erreichte jedoch nicht das breite Publikum und endete nach nur zweiundzwanzig Folgen. Es blieb ein Achtungserfolg ohne nachhaltigen Durchbruch.

Der entscheidende Wendepunkt in Falks Karriere kam Anfang 1968, als er zum ersten Mal in die Rolle schlüpfte, mit der er für den Rest seines Lebens untrennbar verbunden sein sollte: den Inspektor Columbo, im Original als Lieutenant bezeichnet, im Fernsehfilm Mord nach Rezept. Die Figur des unscheinbaren, zerstreuten Detektivs im verknitterten Regenmantel, der seine Gegner durch scheinbare Harmlosigkeit in Sicherheit wiegte, traf einen Nerv beim Fernsehpublikum. Der Erfolg dieses ersten Films führte dazu, dass im Herbst 1970 ein Pilotfilm für eine eigenständige Serie produziert wurde, die schließlich im September 1971 anlief.

Columbo wurde zu einer der bekanntesten und meistgespielten Krimiserien der Fernsehgeschichte. Die Serie setzte auf das sogenannte Inverted-Mystery-Format, bei dem der Zuschauer von Anfang an weiß, wer der Täter ist, und gebannt verfolgt, wie Columbo scheinbar beiläufig die Maske der Schuldigen fallen lässt. Peter Falk verlieh dieser Figur eine unverwechselbare Körpersprache, markante Gesten und den berühmten Satz, mit dem er die Verdächtigen immer wieder überraschte: „Nur noch eine Frage..." Seine Leistung wurde mit vier Emmy Awards ausgezeichnet.

Jenseits der Kulisse blieb Falk ein vielseitiger Künstler. Er arbeitete regelmäßig mit dem Regisseur John Cassavetes zusammen und wirkte in anspruchsvollen Independentfilmen mit. Im Jahr 1987 spielte er in Wim Wenders' Der Himmel über Berlin eine bemerkenswerte Nebenrolle als er selbst, die dem Film eine besondere emotionale Tiefe verlieh. Diese Arbeit zeigte, dass Falk weit mehr als nur die Figur Columbo war.

Peter Falk starb am 23. Juni 2011 in Beverly Hills im Alter von dreiundachtzig Jahren, nachdem er in seinen letzten Jahren an Demenz gelitten hatte. Sein Tod löste weltweit Trauer aus und zahllose Nachrufe hoben hervor, wie sehr er die Fernsehkultur des zwanzigsten Jahrhunderts geprägt hatte. Das Glasauge, das ihn als junger Mann beinahe die Karriere gekostet hätte, war längst zu einem Teil seines unverkennbaren Erscheinungsbildes geworden. Peter Falk hinterließ ein Werk, das weit über einzelne Rollen hinausgeht und das Bild des klugen Außenseiters im amerikanischen Unterhaltungswesen nachhaltig geprägt hat.

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