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Syrischer Bürgerkrieg

Militärischer Konflikt zwischen 2011 und 2024

6 min01/01/2024
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Der Syrische Bürgerkrieg gehört zu den verheerendsten Konflikten des 21. Jahrhunderts. Von 2011 bis 2024 verwandelte er ein ganzes Land in ein Schlachtfeld rivalisierender Kräfte und löste eine humanitäre Katastrophe aus, die die Vereinten Nationen als die schlimmste Flüchtlingskrise seit dem Völkermord in Ruanda 1994 bezeichneten. Die Zahl der Todesopfer wurde auf bis zu eine halbe Million Menschen geschätzt.

Die Wurzeln des Konflikts reichen tief in die Vergangenheit Syriens. Seit einem Militärputsch im Jahr 1963 regierte die nationalistische Arabisch-Sozialistische Baath-Partei das Land in Form einer Einparteienherrschaft. Ab 1970 gelangte der militärische Flügel der Partei an die Macht, und General Hafiz al-Assad wurde im März 1971 Staatspräsident, ein Amt, das er bis zu seinem Tod innehatte. Unter seiner Herrschaft etablierte sich ein Regime massenhafter politischer Unterdrückung, geprägt von einem ausgeprägten Personenkult und willkürlicher Verfolgung von Andersdenkenden. Rund 100.000 politische Gefangene wurden inhaftiert, Folter und Verschwindenlassen waren systematische Mittel der Kontrolle.

Das Massaker von Hama in den frühen 1980er Jahren, bei dem Sicherheitskräfte einen Aufstand der Muslimbrüder gewaltsam niederschlugen, wurde zum erschreckenden Fanal der Bereitschaft des Regimes, äußerste Gewalt einzusetzen. Nach dem Tod von Hafiz al-Assad übernahm sein Sohn Baschar al-Assad die Macht und setzte die repressive Herrschaft fort, wenngleich er anfangs zaghafte Reformversprechen machte.

Als im Frühjahr 2011 die Welle des Arabischen Frühlings das Land erfasste, begannen zunächst friedliche Proteste gegen das autoritäre Assad-Regime. Die Antwort der Regierung war gewaltsam. Die Niederschlagung der Demonstrationen befeuerte den Widerstand, aus dem sich schnell eine bewaffnete Oppositionsbewegung entwickelte. Bald gewannen islamistische Gruppen, darunter Muslimbrüder und andere radikalsunnitische Organisationen, zunehmend Einfluss innerhalb der Opposition.

Der Konflikt weitete sich rasch zu einem regionalen Stellvertreterkrieg aus. Auf der Seite Assads standen die Islamische Republik Iran mit ihrer Revolutionsgarde, die libanesische Hisbollah-Miliz und schließlich ab 2015 auch Russland mit direktem militärischem Eingreifen. Auf der anderen Seite unterstützten sunnitisch-arabische Staaten wie Saudi-Arabien und Katar oppositionelle Gruppen. Die Vereinigten Staaten bildeten ein internationales Bündnis, das sich vorrangig gegen die sunnitische Terrorgruppe Islamischer Staat richtete, die im Chaos des Krieges weiträumige Gebiete in Syrien und dem benachbarten Irak unter ihre Kontrolle gebracht hatte.

Eine weitere Dimension erhielt der Krieg durch den Aufstieg der kurdischen Volksverteidigungseinheiten. Im Norden und Osten Syriens bildete sich mit der Rojava ein kurdisches Autonomiegebiet heraus. Dies brachte die Türkei auf den Plan, die vor dem Hintergrund des jahrzehntelangen türkisch-kurdischen Konflikts ab 2016 eigene Militäroffensiven in Nordsyrien startete.

Das Land zerfiel zusehends in voneinander isolierte Herrschaftsgebiete: Gebiete unter Kontrolle des Assad-Regimes, Oppositionsgebiete, kurdisch verwaltete Zonen und Areale unter islamistischer Herrschaft. Der ursprüngliche demokratische Impuls der Opposition verblasste zunehmend hinter religiösen und ethnischen Kämpfen.

Der Wendepunkt kam Ende 2024. Die islamistische Gruppe Haiʾat Tahrir asch-Scham, kurz HTS, die unter ihrem Führer Ahmed al-Scharaa seit 2017 eine vergleichsweise gemäßigte Zivilverwaltung in ihren Gebieten aufgebaut hatte, startete eine entscheidende Offensive. Das Assad-Regime, geschwächt durch jahrelangen Krieg und nachlassende Unterstützung seiner Verbündeten, kollabierte im Dezember 2024. Baschar al-Assad floh, und eine neue Regierung unter Ahmed al-Scharaa wurde eingesetzt.

Der Syrische Bürgerkrieg hinterließ ein Land in Trümmern. Millionen Syrer hatten ihre Heimat verlassen, waren in Nachbarländer oder nach Europa geflohen. Die internationale Gemeinschaft steht vor der enormen Aufgabe, beim Wiederaufbau zu helfen und eine nachhaltige politische Ordnung zu ermöglichen. Die Narben dieses Konflikts werden noch Generationen überdauern.

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