El Salvador, dessen Name auf Spanisch schlicht "der Erlöser" oder "der Heiland" bedeutet, ist das kleinste Land Zentralamerikas und zugleich das bevölkerungsdichteste der gesamten Region. Eingebettet zwischen Guatemala im Nordwesten, Honduras im Nordosten und dem Pazifischen Ozean im Süden, nimmt dieses mittelamerikanische Land auf einer Fläche von 21.041 Quadratkilometern eine strategisch bedeutsame Position ein, die ungefähr der des deutschen Bundeslandes Hessen entspricht.
Die Küstenlinie El Salvadors zum Pazifik und zum Golf von Fonseca im Süden erstreckt sich über 307 Kilometer. Als einziges Land in Mittelamerika hat El Salvador keinen direkten Zugang zum Karibischen Meer, was die geopolitische und wirtschaftliche Ausrichtung des Landes in besonderem Maße geprägt hat. Die Lage in einem seismisch aktiven Erdbebengebiet stellt eine permanente Herausforderung für die Bevölkerung dar.
Das Landschaftsbild El Salvadors wird von einer Kette von Vulkanen dominiert, die das Territorium grob in drei Naturräume unterteilt: den südlichen Küstenstreifen am Pazifik, die zentralen Hochebenen und Täler sowie die nördlichen Bergregionen. Der höchste Berg des Landes ist der El Pital mit 2730 Metern an der Grenze zu Honduras, während der höchste aktive Vulkan, der Santa Ana im Westen, eine Höhe von 2365 Metern erreicht. Der Río Lempa, mit einer Gesamtlänge von 422 Kilometern der längste Fluss des Landes, davon 320 Kilometer auf salvadorianischem Staatsgebiet, prägt die Wasserversorgung und die Landwirtschaft der Region wesentlich.
Im Jahr 2022 lebten rund 6,3 Millionen Menschen in El Salvador. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug zu diesem Zeitpunkt 0,4 Prozent, getragen von einem Geburtenüberschuss bei einer Geburtenziffer von 15,8 und einer Sterbeziffer von 8,2 je tausend Einwohner. Die Lebenserwartung bei der Geburt lag 2022 bei 71,5 Jahren, wobei Frauen mit 75,8 Jahren deutlich länger leben als Männer mit 66,8 Jahren. Der Altersmedian der Bevölkerung betrug im Jahr 2021 nur 26,3 Jahre, was das junge Durchschnittsalter der Bevölkerungsstruktur verdeutlicht.
Die größte Stadt ist die Hauptstadt San Salvador mit rund 238.200 Einwohnern im Stadtkern und einer Agglomeration von 1,8 Millionen Menschen. Weitere bedeutende Städte sind Apopa mit 185.100, Mejicanos mit 144.900 und Nueva San Salvador, auch Santa Tecla genannt, mit 123.800 Einwohnern.
Ethnisch ist El Salvador eine der homogensten Gesellschaften Lateinamerikas. Rund 90 Prozent der Bevölkerung sind Mestizen, also Menschen mit gemischt europäisch-indigener Abstammung, etwa 9 Prozent sind europäischer Herkunft und nur rund 1 Prozent sind Indigene. Diese Zusammensetzung ist das Ergebnis einer brutalen historischen Zäsur: Bis in die 1930er Jahre gehörten noch etwa 20 Prozent der Bevölkerung indigenen Völkern an. Mit der sogenannten Matanza ab 1932 wurden das Sprechen indigener Sprachen und das Tragen traditioneller Kleidung zu einem existenziellen Risiko. Die Indigenen sahen sich gezwungen, ihre Identität vollständig aufzugeben und sich in die Mehrheitsgesellschaft zu assimilieren. Heute gibt es in El Salvador keine indigene Sprache mehr, die von Eltern an ihre Kinder weitergegeben wird.
Amtssprache und meistgesprochene Umgangssprache ist Spanisch. Eine der einstmals wichtigsten Sprachen, das Nawat der Pipil, wird heute nur noch von sehr wenigen Menschen beherrscht. Bei der Volkszählung 2007 bezeichneten sich lediglich 11.488 Menschen als Indigene, und nur 97 Personen gaben Nawat als Muttersprache an.
El Salvador ist in starkem Maß ein Auswanderungsland. Im Jahr 2008 lebten allein in den USA 1,1 Millionen Einwanderer salvadorianischer Herkunft, was sie zur sechstgrößten Einwanderergruppe der Vereinigten Staaten macht. Eine Umfrage aus dem Jahr 2014 ergab, dass jeder vierte Salvadorianer auswandern möchte, vor allem aufgrund der ausufernden Kriminalität. Besonders unter jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren ist dieser Wunsch verbreitet: 40 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe zogen eine Auswanderung in Betracht. Rund 48 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, was die tiefe soziale und wirtschaftliche Herausforderung unterstreicht, mit der das Land auch im 21. Jahrhundert konfrontiert bleibt.


