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Islamische Revolution

Revolution 1978–1979, die die iranische Monarchie stürzte

6 min01/01/2024
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Die Islamische Revolution des Jahres 1979 gehört zu den bedeutendsten politischen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts. Sie beendete die über 2500-jährige Monarchietradition im Iran, stürzte Schah Mohammad Reza Pahlavi und schuf an seiner Stelle eine islamische Republik unter der Führung des Ajatollah Ruhollah Chomeini. Ihr Nachbeben ist bis in die Gegenwart spürbar und hat die geopolitische Landschaft des Nahen Ostens dauerhaft verändert.

Die Vorgeschichte der Revolution reicht weit zurück. Der schiitische Klerus hatte im Iran stets eine bedeutsame gesellschaftliche Rolle gespielt und war immer wieder als politische Kraft in Erscheinung getreten. Ein frühes Beispiel war die Tabakbewegung des Jahres 1891, als der Klerus gegen eine Konzession protestierte, die dem britischen Unternehmen Imperial Tobacco Group den gesamten Tabakhandel im Land übertragen hatte. Wenige Jahre später, während der Konstitutionellen Revolution von 1905 bis 1911, beteiligten sich schiitische Geistliche maßgeblich am Sturz der absolutistischen Monarchie und der Einführung einer Verfassung mit einem Parlament.

Ruhollah Chomeini griff in seinen Schriften diese Geschichte auf. Er bezog sich direkt auf Scheich Fazlollah Nuri, der 1909 von den Konstitutionalisten gehängt worden war, und bezeichnete ihn als Vorbild, der für die Vorherrschaft der Religion im politischen System Irans gekämpft habe. Nuri hatte in der verfassungsgebenden Versammlung durchgesetzt, dass eine Kommission schiitischer Geistlicher jedes Parlamentsgesetz auf seine Vereinbarkeit mit dem islamischen Recht prüfen müsse.

Die ersten direkten Konfrontationen zwischen Chomeini und dem Schah fanden im Juni 1963 statt. Chomeini führte Demonstrationen an, die sich gegen das Reformprogramm der sogenannten Weißen Revolution richteten, das Schah Mohammad Reza Pahlavi mit amerikanischer Unterstützung vorantrieb. Ziel der Proteste war es, die Abschaffung des Großgrundbesitzes und die Einführung des Frauenwahlrechts zu verhindern. Die Niederschlagung dieser Demonstrationen führte zu Chomeinis Verhaftung und schließlich 1964 zu seiner Ausweisung ins Ausland.

Ein entscheidender Wendepunkt kam 1977, als US-Präsident Jimmy Carter Druck auf den Schah ausübte, politische Reformen einzuleiten und die Menschenrechtslage zu verbessern. Diese Liberalisierung bot den oppositionellen Kräften mehr Spielraum. Im Januar 1978 lebten die von Chomeini aus dem Exil angeführten Demonstrationen wieder auf. Zwischen August und Dezember 1978 legten von der Nationalen Front organisierte Streiks die iranische Wirtschaft vollständig lahm.

Mitte Januar 1979 verließ der Schah das Land, offiziell zu Behandlungszwecken. Zwei Wochen später kehrte Chomeini aus seinem Exil in Frankreich nach Teheran zurück und wurde von einer jubelnden Menschenmasse empfangen. Die Monarchie kollabierte spätestens am 11. Februar 1979 endgültig, als Guerillagruppen und bewaffnete islamistische Revolutionäre die letzten schah-treuen Einheiten der Armee in Straßenkämpfen überwältigten.

Am 1. April 1979 bestätigte ein Referendum das Ende der Monarchie und die Einführung einer Islamischen Republik als neue Staatsform. Chomeini setzte nun sein Konzept der Welāyat-e Faqih durch, der "Statthalterschaft des Rechtsgelehrten", die dem obersten religiösen Führer die letzte politische Autorität zuschreibt. Er verdrängte dabei die anderen revolutionären und säkularen Kräfte, die am Sturz des Schahs beteiligt gewesen waren, mitunter mit Gewalt.

Die Revolution hinterließ tiefe gesellschaftliche Spuren. Für die ländliche Bevölkerung und die städtischen Armen, die in die Slums der Großstädte gezogen waren, bedeutete das neue System Zugang zu Arbeitsplätzen, Bildung und Wohnraum, was ihnen zuvor als Prekariat verwehrt geblieben war. Der konservative und religiöse Teil der Bevölkerung, der westlichen Einflüssen in der iranischen Gesellschaft ablehnend gegenüberstand, gewann politisches Gewicht. Die Revolution mit dem persischen Namen Enghelāb-e pandschah o haft, benannt nach dem Revolutionsjahr 1357 im iranischen Kalender, veränderte das Land und die gesamte Region für Generationen.

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