Fulgencio Batista y Zaldívar wurde am 16. Januar 1901 im kubanischen Banes geboren. Sein Leben beschreibt einen Aufstieg aus bescheidensten Verhältnissen zur Macht, einen tiefen Fall und schließlich das Exil. Sohn von Belisario Batista Palermo und Carmela Zaldívar y González, absolvierte er nach der Schule eine Ausbildung zum Stenographen. 1921 trat er in die kubanische Armee ein und brachte es bis zum Sergeant-Stenographen des Generalstabs.
Der entscheidende Augenblick seines Aufstiegs kam im Sommer 1933. Am 3. August desselben Jahres erzwang ein Generalstreik den Rücktritt des Diktators Gerardo Machado, dem auch die Unterstützung der Vereinigten Staaten entzogen worden war. Gegen die danach von den USA mit Hilfe von drei Zerstörern eingesetzte neue Regierung unter Carlos Manuel de Céspedes y Quesada formierte sich erneuter Widerstand. Der sogenannte Aufstand der Sergeanten, an dem Soldaten des zentralen Militärlagers Columbia unter Führung ihrer Unteroffiziere teilnahmen, veränderte die Machtlage grundlegend. Einer dieser Sergeanten war Batista.
In den folgenden Jahren gelang es ihm, das alte Offizierskorps zu entmachten und sich selbst an die Spitze des Militärs zu setzen. Als einflussreicher Strippenzieher im Hintergrund nahm er mit Unterstützung der USA entscheidenden Einfluss auf die Ein- und Absetzung kubanischer Präsidenten, ohne selbst das höchste Amt innezuhaben. Ende der 1930er-Jahre unterstützte Batista den wachsenden Einfluss der Kommunisten als Gegengewicht zur linksgerichteten Partei Ramón Graus und zu den radikalen Studentenbewegungen, zu denen später auch Fidel Castro zählen sollte.
In der verfassungsgebenden Versammlung, die im November 1939 einberufen wurde, bildeten Batistas Anhänger und die kommunistischen Verbündeten gemeinsam mit der PRC die Mehrheit. Gemeinsam verabschiedeten sie die Verfassung von 1940, die damals als die fortschrittlichste Lateinamerikas galt und neben bürgerlichen Freiheiten auch den Acht-Stunden-Arbeitstag und weitere soziale Sicherheiten verankerte. Im selben Jahr wurde Batista zum Präsidenten gewählt. Kuba nahm diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion auf und trat der Anti-Hitler-Koalition bei, seine Regierung war mit kommunistischen Ministern besetzt, und die kubanische Volkswirtschaft profitierte von der Kriegskonjunktur.
Für die Wahlen 1944, bei denen Batista verfassungsgemäß nicht mehr antreten durfte, schickte er seinen amtierenden Ministerpräsidenten ins Rennen. Dieser verlor jedoch gegen den bürgerlichen Kandidaten Grau. Batista zog sich aus der Politik zurück, unternahm eine Lateinamerikareise und ließ sich schließlich in Florida nieder. 1948 kehrte er in die kubanische Politik zurück und wurde zum Senator gewählt, besaß jedoch wenig politischen Einfluss. Inzwischen hatte er enge Beziehungen zu US-amerikanischen Mafiosi aufgebaut, darunter Meyer Lansky, die Havanna zur Vergnügungsmetropole nordamerikanischer Touristen gemacht hatten.
Im Vorfeld der Wahlen 1952 gründete Batista eine eigene Partei, fand aber nicht genügend Unterstützer für Wahlbündnisse. Als einige Offiziere ihm vorschlugen, sich an die Spitze eines Militärputsches zu stellen, nahm er das Angebot an. Der Putsch wurde während der Karnevalsfeiern in Havanna relativ reibungslos durchgeführt. Der amtierende Präsident Carlos Prío flüchtete über Mexiko in die USA. Batista übernahm die Macht als Diktator und regierte das Land mit harter Hand bis 1958.
Sein zweites Regime war geprägt von Korruption, Repression und der engen Zusammenarbeit mit amerikanischen Wirtschaftsinteressen und dem organisierten Verbrechen. Gleichzeitig wuchs der bewaffnete Widerstand. Fidel Castro, der seit Mitte der 1950er-Jahre von der Sierra Maestra aus kämpfte, gewann zunehmend an Boden. Am 1. Januar 1959 floh Batista ins Exil, zunächst in die Dominikanische Republik, später nach Portugal und schließlich nach Marbella in Spanien. Dort starb er am 6. August 1973. Sein Sturz durch die Kubanische Revolution hinterließ eine Insel im tiefgreifenden Wandel, dessen Nachwirkungen bis heute zu spüren sind.
