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Kleopatra VII.

Letzte Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches und letzter weiblicher Pharao

7 min01/01/2024
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Kleopatra VII. Thea Philopator, im Jahr 69 v. Chr. in Alexandria geboren, war keine gewöhnliche Herrscherin. Als letzte Pharaonin der makedonisch-griechischen Ptolemäerdynastie regierte sie Ägypten von 51 v. Chr. bis zu ihrem Tod am 12. August 30 v. Chr., ein Reich, das sie mit außerordentlichem Ehrgeiz, brillanter Intelligenz und geschickter Diplomatie zu erhalten und auszubauen versuchte. Ihr Geburtsjahr ergibt sich aus der Angabe Plutarchs, der berichtet, sie sei im Alter von neununddreißig Jahren gestorben.

Durch ihren Vater Ptolemaios XII. Neos Dionysos entstammte Kleopatra in gerader Linie dem altmakedonischen Adel; ihr Vorfahre Ptolemaios I. war einst Offizier Alexanders des Großen gewesen, bevor er nach Alexanders Tod als erster Ptolemäerkönig über Ägypten herrschte. Kleopatra war eines von fünf Kindern Ptolemaios' XII. Die älteste Schwester Berenike IV. hatte von 58 bis 55 v. Chr. als Königin regiert. Dann folgte Kleopatra, dann die Schwester Arsinoë IV., geboren etwa zwischen 68 und 65 v. Chr., und schließlich ihre beiden jüngeren Brüder und späteren Mitregenten Ptolemaios XIII., geboren 61 v. Chr., und Ptolemaios XIV., geboren 59 v. Chr. Die Identität der Mutter Kleopatras bleibt in den Quellen dunkel; neuere Forschungen deuten darauf hin, dass sie möglicherweise einer ägyptischen Adelsfamilie, vielleicht der Priesterfamilie von Memphis, entstammte, was erklären würde, weshalb Kleopatra als einzige Ptolemäerherrscherin die ägyptische Sprache beherrschte.

Kleopatra wuchs in Alexandria auf, einer pulsierenden Metropole, die das intellektuelle und kulturelle Zentrum der hellenistischen Welt war. Ihr Vater, trotz seiner Schwächen als Herrscher ein leidenschaftlicher Förderer von Kunst und Wissenschaft, sorgte für eine standesgemäße Ausbildung seiner Kinder. Plutarch berichtet, dass Kleopatra außer ihrer Muttersprache Griechisch auch Ägyptisch, Äthiopisch, Hebräisch, Arabisch, Syrisch, Medisch, Parthisch und weitere Sprachen beherrschte. Diese polyglotte Kompetenz war politisches Kapital: Sie war die erste Ptolemäerherrscherin seit Generationen, die mit ihren ägyptischen Untertanen direkt kommunizieren konnte.

Als Ptolemaios XII. 51 v. Chr. starb, trat Kleopatra das Erbe gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Ptolemaios XIII. an, der formal ihr Mitregent und Gatte wurde, wie es die ptolemäische Tradition vorschrieb. Das Verhältnis zwischen den Geschwistern war von Anfang an konfliktgeladen. Einflussreiche Hofkreise um den jungen König drängten Kleopatra 48 v. Chr. ins Exil. Sie sammelte in Syrien Truppen und bereitete sich auf eine militärische Auseinandersetzung vor, als Gaius Iulius Caesar in Alexandria erschien, auf der Suche nach seinem geschlagenen Rivalen Pompeius, der kurz zuvor ermordet worden war.

Die Begegnung zwischen Kleopatra und Caesar gehört zu den dramatischsten Szenen der antiken Geschichte. Plutarch überliefert die Geschichte, nach der Kleopatra sich heimlich in einem Teppich oder Bettsack in den Palast schmuggeln ließ, um Caesar unbemerkt zu erreichen, da ihr der offizielle Zutritt verwehrt war. Ob diese Erzählung buchstäblich wahr ist, bleibt offen; dass Caesar sie als politische Verbündete und Geliebte gewann, ist historisch gesichert. Caesar intervenierte zugunsten Kleopatras, es kam zu einem Kampf im Palastbereich Alexandrias, bei dem die berühmte Bibliothek teilweise in Brand geriet, und Ptolemaios XIII. ertrank 47 v. Chr. im Nil, erst vierzehn Jahre alt. Kleopatra wurde mit dem nächsten Bruder, Ptolemaios XIV., als Mitregenten eingesetzt, regierte aber faktisch allein.

Caesar und Kleopatra zogen gemeinsam auf einer Nilreise durch Ägypten; sie gebar ihm einen Sohn, Ptolemaios XV. Kaisarion. Nach Caesars Ermordung am 15. März 44 v. Chr. in Rom wandte sich Kleopatra dem mächtigsten Erben seiner Stellung zu: Marcus Antonius, der die östliche Hälfte des Reiches kontrollierte. Ihre erste Begegnung 41 v. Chr. in Tarsos war eine bewusste Inszenierung: Kleopatra erschien auf einem mit Silber ausgezierte Schiff, in Gewändern der Göttin Isis. Antonius war fasziniert. Die Verbindung zwischen dem römischen Feldherrn und der ägyptischen Königin war zugleich politisch und leidenschaftlich; sie bekamen drei gemeinsame Kinder.

Antonius teilte die östlichen Reichsgebiete nach dem sogenannten Beschenken von Alexandria 34 v. Chr. großzügig an Kleopatra und ihre Kinder auf, was in Rom Empörung auslöste. Sein Rivale Octavian, Caesars Adoptivsohn, nutzte diese Stimmung, erklärte Kleopatra den Krieg und besiegte das kombinierte Heer von Antonius und Kleopatra in der Seeschlacht bei Actium am 2. September 31 v. Chr. entscheidend. Antonius und Kleopatra flohen nach Ägypten. Als Octavian 30 v. Chr. in Alexandria einmarschierte, beging Antonius Suizid; Kleopatra folgte ihm wenig später in den Tod, der Überlieferung nach durch den Biss einer Kobra, am 12. August 30 v. Chr.

Ägypten wurde römische Provinz. Caesarion, der potenzielle Thronrivale, wurde auf Octavians Befehl getötet. Kleopatra hatte in zwanzig Jahren Herrschaft mit außerordentlichem Geschick navigiert, die größte Weltmacht ihrer Zeit manövriert und ihre Dynastie länger erhalten, als es ohne sie möglich gewesen wäre. Ihr Bild jedoch lebte fort und überwucherte die historische Person: In der Kunst, der Literatur und auf der Bühne wurde sie zur ewigen Verkörperung von Schönheit, Verführung und tragischer Leidenschaft. Shakespeares Tragödie Antonius und Cleopatra, um 1606 bis 1607 entstanden, gilt als literarisches Hauptwerk zu diesem Stoff und hält ihr Andenken lebendig bis in die Gegenwart.

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