Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren, als Sohn von Hermann Einstein und Pauline Einstein, die beide jüdischen Familien entstammten, die seit Jahrhunderten im schwäbischen Raum ansässig waren. Die Großeltern väterlicherseits, Abraham und Hindel Einstein, trugen noch traditionell jüdische Vornamen und zogen um 1870 von der oberschwäbischen Kleinstadt Buchau nach Ulm, wo schließlich fünf ihrer sechs Kinder lebten. Der von Abraham ererbte Wohlstand erlaubte Hermanns Einstieg in die Bettfedernfabrik Israel und Levi im Haus Weinhof 19 in Ulm. Auf den Grabsteinen des Buchauer jüdischen Friedhofs finden sich noch heute die Namen vieler Verwandter Einsteins.
Die Familie zog 1880 nach München, wo Hermann Einstein gemeinsam mit seinem Bruder Jakob eine Elektrotechnikfirma gründete. Albert wuchs in einem bildungsbürgerlichen Haushalt auf; seine Eltern waren, obwohl jüdischer Herkunft, nicht religiös orthodox. Einstein selbst bezeichnete sich später als von tiefer Neugier für die Natur getrieben, nicht von konventioneller Frömmigkeit. Als Kind soll ihn die Frage, wie ein Magnetkompass funktioniert, zutiefst fasziniert haben, ein Erlebnis, das er als einen ersten Antrieb seines wissenschaftlichen Denkens beschrieb. Die Münchener Schuljahre verliefen, entgegen späteren Legenden, im Großen und Ganzen ordentlich; er war kein Versager, wohl aber ein unabhängiger Denker, der sich gegen den autoritären Drill des Gymnasiums sträubte.
Nach dem Scheitern des Familienunternehmens zog die Familie nach Norditalien; Albert blieb zunächst in München, verließ das Gymnasium aber ohne Abschluss. 1895 bestand er die Aufnahmeprüfung zur Eidgenössischen Polytechnischen Schule in Zürich nicht vollständig und bereitete sich in der Schweizer Kantonsschule Aarau auf eine erneute Aufnahme vor. Im Jahr 1896 begann er das Studium der Physik und Mathematik in Zürich, gleichzeitig verzichtete er auf seine württembergische Staatsbürgerschaft; von 1896 bis 1901 war er staatenlos. Ab 1901 besaß er die schweizerische Staatsbürgerschaft, die er zeitlebens behielt.
Nach dem Studium fand Einstein zunächst keine Anstellung als Physiker und arbeitete ab 1902 als Patentprüfer beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in Bern. Diese Stelle bot ihm freie Zeit für eigene Forschungen. Das Jahr 1905 wurde zum Wunderjahr der modernen Physik: Einstein veröffentlichte in diesem Jahr vier bahnbrechende Arbeiten, die jeweils einzeln für sich ausgereicht hätten, um ihn unsterblich zu machen. Eine erklärte den photoelektrischen Effekt durch die Lichtquantenhypothese, eine Grundlage der Quantenphysik, für die er 1921 den Nobelpreis erhielt, der ihm 1922 überreicht wurde. Eine weitere widmete sich der Brownschen Bewegung und lieferte den entscheidenden Beweis für die Existenz von Atomen. Die dritte, Zur Elektrodynamik bewegter Körper, legte die Grundlagen der Speziellen Relativitätstheorie dar, die das Verständnis von Raum, Zeit und Bewegung revolutionierte.
Die Spezielle Relativitätstheorie besagt, dass die Gesetze der Physik für alle Beobachter in gleichförmiger Bewegung gleich sind und dass die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum für alle Beobachter konstant ist. Aus ihr folgt die berühmte Äquivalenz von Masse und Energie, ausgedrückt in der Formel E gleich mc Quadrat, die zu den bekanntesten Gleichungen der Wissenschaftsgeschichte gehört. Im Jahr 1915 veröffentlichte Einstein die Allgemeine Relativitätstheorie, die die Gravitation nicht mehr als Kraft im newtonschen Sinne beschreibt, sondern als Krümmung der Raumzeit durch Massen. Diese Theorie sagte unter anderem voraus, dass Licht von schweren Massen abgelenkt wird, eine Voraussage, die 1919 bei einer Sonnenfinsternis durch Beobachtungen Arthur Eddingtons spektakulär bestätigt wurde und Einstein über Nacht weltberühmt machte.
Ab 1914 lebte Einstein in Berlin, wo er Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik wurde; von 1911 bis 1912 war er in Prag tätig gewesen und zeitweise auch österreichischer Staatsbürger. In den 1920er Jahren nutzte er seinen weltweiten Ruhm für politisches Engagement: Er warb für Völkerverständigung, Frieden und Abrüstung, setzte sich für den Zionismus ein und unterstützte sozialistische Ideen. Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernahmen, befand sich Einstein auf einer Reise in die Vereinigten Staaten. Er kehrte nicht zurück. Er beantragte die Entlassung aus der preußischen Staatsangehörigkeit; das NS-Regime entsprach diesem Wunsch 1934 durch eine Ausbürgerung, die als schwere entehrende Strafe bezeichnet wurde. Einstein ließ sich am Institute for Advanced Study in Princeton, New Jersey, nieder, wo er bis zu seinem Tod arbeitete.
In seinen späteren Jahren suchte Einstein vergeblich nach einer Einheitlichen Feldtheorie, die Gravitation und Elektromagnetismus zu einem übergeordneten Rahmen hätte vereinen sollen. Der Aufstieg der Quantenmechanik, die er selbst mitbegründet hatte, bereitete ihm Unbehagen; er lehnte die Kopenhagener Deutung ab und prägte den berühmten Satz, Gott würfle nicht. Im Jahr 1939 unterzeichnete er den Brief an Präsident Roosevelt, in dem er auf die theoretische Möglichkeit einer Atombombe hinwies, ein Schritt, den er später bereute. Im Zweiten Weltkrieg spielte er am Bau der Atombombe keine direkte Rolle. Im Jahr 1940 erwarb er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Er engagierte sich bis zuletzt für nukleare Abrüstung und die Gründung einer Weltregierung.
Am 18. April 1955 starb Albert Einstein in Princeton im Alter von sechsundsiebzig Jahren. Er gilt bis heute als Inbegriff des wissenschaftlichen Genies. In einer Umfrage der Fachzeitschrift Physics World unter führenden Physikern im Jahr 1999 wurde er zum bedeutendsten Physiker aller Zeiten gewählt, noch vor Isaac Newton, James Clerk Maxwell, Niels Bohr und Werner Heisenberg. Sein Name ist in die Alltagssprache eingegangen: Wer außergewöhnliche Intelligenz besitzt, wird volkstümlich als Einstein bezeichnet. Sein Bild, das weiße Haar, die ausgestreckte Zunge auf dem berühmten Foto von 1951, ist eines der bekanntesten Porträts des 20. Jahrhunderts.

