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Gaius Marius

Römischer Feldherr und Staatsmann

6 min01/01/2024
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Gaius Marius wurde um 158 oder 157 v. Chr. im kleinen Dorf Cereatae nahe dem Städtchen Arpinum geboren, einer kleinen Stadt in Latium südöstlich von Rom. Sein genaues Geburtsjahr lässt sich aus antiken Quellen nicht mit Sicherheit bestimmen; ältere Forschungen folgten einer Angabe Plutarchs und setzten das Jahr 156 v. Chr. an, doch gilt heute eher das Jahr 158 oder 157 v. Chr. als wahrscheinlicher. Seine Eltern — Vater und Mutter Fulcinia — entstammten dem lokalen Ritterstand, einer durchaus begüterten, aber politisch unbedeutenden Schicht des ländlichen Adels. Die Familie der Marii war in der stadtrömischen Ämterlaufbahn bis dahin überhaupt nicht in Erscheinung getreten, was Marius' spätere Karriere umso außergewöhnlicher erscheinen lässt.

Den Einstieg in die öffentliche Laufbahn bot der Militärdienst, wie es für angehende römische Politiker üblich war. Belegt ist der Dienst in den Jahren 134 und 133 v. Chr. unter dem Feldherrn Publius Cornelius Scipio Aemilianus Africanus bei der Belagerung von Numantia in Spanien. Marius zeichnete sich dort vielfältig aus und erwarb die Anerkennung seines Feldherrn. Nach etwa zehn Jahren Kriegsdienst gelang ihm — wahrscheinlich zwischen 131 und 129 v. Chr. — die Wahl zum Militärtribun, dem ersten Sprung in der cursus honorum.

In die politische Bahn trat Marius dann mit der Wahl zum Volkstribun für das Jahr 119 v. Chr., möglicherweise mit Unterstützung der einflussreichen Familie der Caecilii Metelli, ohne jedoch ihr Klient zu sein. Als Tribun bewies er unverzüglich Rückgrat: Er erzwang durch energisches Auftreten gegenüber Senat und Konsuln eine Reform der Abstimmungsregeln, die nach ihm benannte lex Maria de suffragiis. Zugleich legte er jedoch sein Veto gegen ein populares Getreidegesetz ein, was ihn als unberechenbar unabhängigen Politiker auswies und besonders bei der Nobilität die Vorurteile gegen ihn als homo novus — als Emporkömmling ohne senatorische Ahnen — verstärkte.

Nach einigen Jahren politischer Seitenwege und einer gescheiterten Kandidatur für das Amt des Ädilen gelang ihm dennoch der Aufstieg: 115 v. Chr. wurde er Prätor, 114 v. Chr. Promagistrat in Hispania ulterior, wo er mit Entschlossenheit gegen Räuberbanden vorging. Die entscheidende Gelegenheit, sich militärisch zu profilieren, bot ihm der Krieg gegen Iugurtha von Numidien, in den Rom seit 112 v. Chr. verwickelt war. Als Legat seines späteren Rivalen Quintus Caecilius Metellus erwarb er sich in Nordafrika hervorragende Leistungen und drängte dann sein eigenes Vorbild beiseite: 107 v. Chr. wurde Marius zum Konsul gewählt — gegen den ausdrücklichen Willen der Nobilität — und übernahm den Oberbefehl im Iugurthinischen Krieg.

Er reformierte die Armee tiefgreifend. Die bisherige Heeresverfassung, die auf Grundbesitz als Eingangsvoraussetzung beruhte, wurde durch ein Berufsheer ersetzt, das sich auch aus den Besitzlosen rekrutierte. Die Ausrüstung wurde standardisiert, die Ausbildung vereinheitlicht, und die Legionen erhielten den Adler als gemeinsames Symbol. Diese Heeresreform, bekannt als die Marianische Reform, veränderte die römische Armee dauerhaft und hatte weitreichende politische Folgen, da die Soldaten fortan ihrem Feldherrn persönlich verpflichtet waren.

107 v. Chr. übernahm Marius das Kommando in Nordafrika und beendete den zähen Krieg gegen Iugurtha, der 105 v. Chr. durch Verrat in die Hände der Römer fiel. Doch schon während des Numidischen Krieges drohte eine noch gewaltigere Gefahr: Die Kimbern und Teutonen, germanische Stammesverbände unbekannter Herkunft, hatten mehrere römische Heere vernichtet. Als Retter der Republik wurde Marius in Abwesenheit mehrfach zum Konsul gewählt — eine beispiellose Anhäufung des Amtes. 102 v. Chr. vernichtete er bei Aquae Sextiae (dem heutigen Aix-en-Provence) die Teutonen und Ambronen, 101 v. Chr. zusammen mit dem Feldherrn Quintus Lutatius Catulus bei Vercellae die Kimbern. Rom war gerettet, und Marius wurde als dritter Gründer der Stadt nach Romulus und dem legendären Gallierbezwinger Marcus Furius Camillus gefeiert.

In den folgenden Jahren verlor Marius seinen politischen Instinkt. Die Friedenszeiten lagen ihm weniger als das Schlachtfeld; seine Versuche, die innenpolitische Gunst zu halten, misslangen. Als der Bundesgenossenkrieg (91–87 v. Chr.) ausbrach und anschließend der Bürgerkrieg mit seinem ehemaligen Untergebenen Lucius Cornelius Sulla, verlor Marius zunächst den Oberbefehl und musste fliehen. Mit einer kleinen Schar Getreuer irrte er durch Nordafrika, wurde verfolgt und ausgeliefert, entkam jedoch stets knapp dem Tod.

Schließlich kehrte er an der Spitze eines Heeres nach Rom zurück und übte im Jahr 87 v. Chr. eine blutige Rache an seinen Feinden aus. Die Straßen Roms wurden von Leichen gesäumt. Marius wurde ein siebtes Mal zum Konsul gewählt — ein absolutes Novum in der Geschichte der Republik. Doch sein Triumph währte nicht lange: Am 13. Januar 86 v. Chr. starb Gaius Marius in Rom, wenige Wochen nach Antritt seines siebten Konsulats, in hohem Alter. Durch seine Ehe mit Iulia aus dem Geschlecht der Iulii Caesares war er der angeheiratete Onkel des jungen Gaius Iulius Caesar, dem er mit seinem Lebensweg ein schwindelerregendes Beispiel des Aufstiegs aus der Provinz zur Spitze der Weltmacht gegeben hatte.

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