Die Raumfahrtmission Apollo 14 steht für Mut, Überwindung persönlicher Grenzen und den unbedingten menschlichen Willen zur Erkundung des Unbekannten. Sie war ein bemannter Mondflug im Rahmen des amerikanischen Apollo-Programms und folgte auf die dramatische Notlandung von Apollo 13, die die Welt in Atem gehalten hatte.
Bereits am 6. August 1969, kurz nach der triumphalen Mondlandung durch Apollo 11, gab die NASA die Besatzungen für die nächsten Missionen bekannt. Intern war längst entschieden worden, dass Alan Shepard einen der kommenden Mondflüge kommandieren würde. Shepard war 1961 als erster Amerikaner ins All geflogen, auch wenn sein ballistischer Flug mit der Mercury-Redstone 3 nur 15 Minuten gedauert und nicht in eine Erdumlaufbahn geführt hatte. Aus diesem Grund wurde die Besatzung von Apollo 14 halb scherzhaft als die erste Crew aus lauter Neulingen bezeichnet, denn keiner ihrer Mitglieder hatte zuvor einen Mondflug absolviert.
Shepards Weg zurück in die aktive Raumfahrt war alles andere als selbstverständlich. Er litt am Menière-Syndrom, einer Erkrankung des Innenohrs, die ihm die Flugfähigkeit entzogen hatte. Erst eine erfolgreiche Operation ermöglichte ihm die Rückkehr ins Astronautenkorps. Ursprünglich war er für das Kommando von Apollo 13 vorgesehen, doch man entschied, ihm mehr Vorbereitungszeit zu geben, indem er Apollo 14 übernahm. Das Kommando über Apollo 13 ging daraufhin an Jim Lovell.
Als Pilot der Kommandokapsel wurde Stuart Roosa ausgewählt, dem der Vorzug vor Donn Eisele gegeben wurde. Den Platz als Pilot der Mondlandefähre erhielt Edgar Mitchell, nachdem James McDivitt, der als Kommandant von Gemini 4 und Apollo 9 deutlich mehr Weltraumerfahrung besaß als Shepard, die Position abgelehnt hatte. Sowohl Roosa als auch Mitchell entstammten der fünften Astronautenauswahlgruppe und hatten noch keinen Raumflug hinter sich. Die Ersatzmannschaft bestand aus Eugene Cernan als Kommandant, Ron Evans als Pilot der Kommandokapsel und Joe Engle als Pilot der Landefähre.
Die Kommandokapsel erhielt den Namen Kitty Hawk, in Erinnerung an den Ort in North Carolina, an dem die Gebrüder Wright im Jahr 1903 den ersten motorgetriebenen Flug der Geschichte unternommen hatten. Die Mondlandefähre wurde auf den Namen Antares getauft, nach dem hellsten Stern im Sternbild Skorpion. Aufgrund der schmerzhaften Lehren aus Apollo 13 wurden drei wesentliche Änderungen am Raumschiff vorgenommen: Die interne Struktur der Sauerstofftanks wurde modifiziert, ein dritter Sauerstofftank hinzugefügt und eine zusätzliche Batterie eingebaut. Außerdem musste die Besatzung vor dem Start eine Quarantäne durchlaufen, um Ansteckungen zu vermeiden.
Bemerkenswert ist, dass Shepard und Mitchell im Sommer 1970 ein geologisches Feldtraining im Nördlinger Ries absolvierten, einem Meteoritenkrater mit rund 24 Kilometern Durchmesser in Süddeutschland. Dort sollten sie sich mit den Gesteinsformationen vertraut machen, die durch einen Meteoriteneinschlag entstehen — eine unmittelbare Vorbereitung auf die Erkundung der Mondlandezone. Am 9. November 1970 konnte die Saturn-V-Rakete AS-509 zur Startrampe 39-A gerollt werden.
Der Start von Apollo 14 erfolgte am 31. Januar 1971 um 16:03 Uhr Ortszeit, entsprechend 21:03 UTC, vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral, Florida. Das Wetter an jenem Tag war ausgesprochen schlecht, und kurz vor dem geplanten Start musste die NASA eine ungewöhnlich lange Startverschiebung in Kauf nehmen, da dichte Wolken die Sicherheit gefährdeten.
Die Mission verlief schließlich erfolgreich. Shepard und Mitchell landeten am 5. Februar 1971 im Fra-Mauro-Hochland auf dem Mond, genau jener Landezone, die ursprünglich für Apollo 13 vorgesehen gewesen war. Shepard, damals 47 Jahre alt, war damit der älteste Mensch, der je die Mondoberfläche betreten hatte. Er ließ sich außerdem einen kleinen Golfschläger und zwei Golfbälle heimlich mit an Bord nehmen und spielte auf dem Mond — eine Szene, die in die Geschichte der Raumfahrt einging.
Apollo 14 kehrte am 9. Februar 1971 sicher zur Erde zurück. Das Erbe dieser Mission ist vielfältig: Sie rehabilitierte das Apollo-Programm nach dem Schock von Apollo 13, lieferte wichtige geologische Proben aus dem Fra-Mauro-Hochland und bewies, dass auch ältere Astronauten mit einer schweren gesundheitlichen Vorgeschichte Spitzenleistungen in der Raumfahrt erbringen können.

