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Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg

Invasion der Japaner in China

6 min01/01/2024
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Der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg, in China offiziell als Antijapanischer Krieg oder Widerstandskrieg gegen Japan bezeichnet, gehört zu den blutigsten Konflikten des 20. Jahrhunderts. Er begann am 7. Juli 1937 und dauerte bis zum 9. September 1945. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 und dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg wurde er zu einem Schauplatz des Pazifikkrieges und damit zu einem Teil des Zweiten Weltkrieges.

Die Vorgeschichte dieses Krieges reicht weit zurück. Nach dem Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg von 1894 bis 1895 hatte das Kaiserreich Japan im Vertrag von Shimonoseki Taiwan annektiert. Japan hatte gehofft, in der rohstoffreichen Mandschurei stärkeren Einfluss zu gewinnen, doch das Russische Reich setzte sich durch und sicherte sich die Konzession für die Mandschurische Eisenbahn sowie Port Arthur als Pachthafen. Das Aufeinanderprallen japanischer und russischer Interessen führte 1904 zum Russisch-Japanischen Krieg, den Japan für sich entschied. Russland musste die Mandschurei aufgeben, Japan baute die Südmandschurische Eisenbahn, und Korea wurde 1905 japanisches Protektorat und 1910 formell annektiert.

Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 traf Japan schwer und trieb Militärs und Politiker dazu, in kolonialer Expansion nach Lösungen zu suchen. Den ersehnten Vorwand für einen Einmarsch in die Mandschurei lieferten Agenten der Kwantung-Armee unter Doihara Kenji und Amakasu Masahiko, als sie am 18. September 1931 in der Nähe der Stadt Mukden die Strecke der Südmandschurischen Eisenbahn in die Luft sprengten. Das japanische Militär machte China für diese Sabotage verantwortlich, und die Kwantung-Armee marschierte in die Mandschurei ein. Koordinierte chinesische Gegenwehr blieb aus, da China mitten im Bürgerkrieg zwischen Kuomintang und Kommunisten versunken war. Japan errichtete den Marionettenstaat Mandschukuo zur Verwaltung der besetzten Gebiete.

Das japanische Militär hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend der Kontrolle durch Parlament und Regierung entzogen und agierte in China auf eigene Faust. Der Erfolg in der Mandschurei stärkte den politischen Einfluss der Generäle in Tokio erheblich. China reagierte mit einem Handelsboykott, der die japanischen Exporte auf ein Sechstel einbrechen ließ und die Stimmung in Japan weiter anheizte. Ein Zwischenfall in Shanghai, bei dem 1932 fünf japanische Mönche misshandelt wurden und einer seiner Verletzungen erlag, wurde von den japanischen Medien aufgegriffen, schürte den Volkszorn und lieferte den Anlass für das japanische Bombardement Chinas am 29. Januar 1932. Die erste Schlacht um Shanghai war zugleich das erste Flächenbombardement gegen eine Zivilbevölkerung in der Geschichte.

Der eigentliche Krieg begann am 7. Juli 1937 mit dem Marco-Polo-Brücken-Zwischenfall bei Peking. Innerhalb weniger Monate fiel der größte Teil Nordchinas in japanische Hand. Im Dezember 1937 folgte die Einnahme der chinesischen Hauptstadt Nanjing, begleitet von massenhaften Gräueltaten an der Zivilbevölkerung, die als Massaker von Nanjing in die Geschichte eingegangen sind und bis heute Gegenstand historischer und politischer Auseinandersetzungen zwischen Japan und China sind.

China leistete trotz militärischer Unterlegenheit erbitterten Widerstand. Die nationalistische Regierung der Kuomintang unter Chiang Kai-shek verlegte ihre Hauptstadt ins Landesinnere, zunächst nach Wuhan und später nach Chongqing, und setzte auf eine Strategie der erschöpfenden Abnutzung. Eine zeitweise Zusammenarbeit zwischen Kuomintang und Kommunisten unter Mao Zedong ermöglichte eine koordiniertere Verteidigung, auch wenn Misstrauen und interne Rivalitäten die gemeinsame Kriegführung schwächten.

Mit dem Eintritt der USA nach Pearl Harbor veränderte sich die strategische Lage grundlegend. China erhielt nun Unterstützung im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes, und der Krieg wurde in den größeren Kontext der alliierten Operationen gegen Japan eingebettet. Mit der japanischen Kapitulation am 15. August 1945 und der formellen Übergabe am 9. September 1945 endete dieser acht Jahre währende Konflikt.

Die Opferzahlen sind schwindelerregend: Schätzungen gehen von mehreren Millionen chinesischer Todesopfer aus, darunter sowohl Soldaten als auch Zivilisten. Der Krieg hinterließ tiefe Wunden in der chinesischen Gesellschaft und prägte das Verhältnis zwischen Japan und China für Generationen. Er ist ein untrennbarer Teil des kollektiven Gedächtnisses in beiden Ländern und wirkt bis heute in den diplomatischen Beziehungen Ostasiens nach.

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