Amadeus VIII. von Savoyen, der in der Geschichte unter dem Beinamen „der Friedfertige" bekannt ist — im Italienischen il Pacifico —, wurde am 4. September 1383 in Chambéry geboren. Er entstammte dem Haus Savoyen, jener Herrscherfamilie, die im Herzen des Alpenraums seit Generationen zwischen den Königreichen Frankreich, dem Heiligen Römischen Reich und den norditalienischen Stadtstaaten ihre Macht behauptet hatte. Amadeus war der Sohn des Grafen Amadeus VII. von Savoyen und seiner Gemahlin Bona, einer Tochter des Herzogs Johann von Berry. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1391 übernahm er im Alter von acht Jahren als Amadeus VIII. die Grafschaft Savoyen.
Die frühen Regierungsjahre Amadeus' VIII. standen im Zeichen territorialer Konsolidierung. Im Jahr 1401 erwarb er von Odo von Thoire und Villars die Grafschaft Genf — ein bedeutsamer Gebietszuwachs. Doch die Erben Odos verweigerten ihm den tatsächlichen Besitz, und es entspann sich ein 23 Jahre dauernder juristischer und politischer Kampf. Erst 1424 gelang es Amadeus, den Prätendenten ihre Ansprüche endgültig abzukaufen und die Grafschaft Genf vollständig in seinen Besitz zu bringen. Im selben Jahr heiratete er am 27. Oktober 1401 in Arras Marie, die Tochter des Herzogs Philipp II. von Burgund, geboren um 1380. Aus dieser Verbindung gingen mehrere Kinder hervor, darunter Amadeus, Fürst von Piemont, der 1431 starb, Ludwig, der spätere Herzog von Savoyen, sowie Marie, die 1427 Filippo Maria Visconti, den Herzog von Mailand, heiratete.
Der entscheidende Schritt in Amadeus' politischer Karriere kam am 19. Februar 1416, als König Sigismund ihn auf dem Konzil von Konstanz zum Herzog erhob. Diese Rangerhöhung verwandelte die Grafschaft Savoyen in ein Herzogtum und machte Amadeus zu einem der bedeutendsten Fürsten des Alpenraums. Seit 1418 war er darüber hinaus Fürst von Piemont. Politisch galt Amadeus als geschickter und behutsamer Herrscher — der Beiname „der Friedfertige" war kein bloßer Ehrentitel, sondern spiegelte seinen Regierungsstil wider.
Im Jahr 1422 starb seine Gemahlin Marie. Dieser Verlust, verbunden mit dem Tod mehrerer seiner Kinder, scheint Amadeus tief erschüttert zu haben. 1434 vollzog er einen radikalen Schritt: Er übergab seinem Sohn Ludwig die Amtsgeschäfte des Herzogtums — obwohl er formal bis 1439 Herzog blieb — und zog sich mit sechs Rittern in ein Kloster am Genfersee zurück. Dort gründete er den Moritzorden, einen Ritterorden, der jedoch nur von kurzer Dauer war. Es schien, als habe Amadeus VIII. dem Weltlichen endgültig den Rücken gekehrt.
Doch das Schicksal hatte noch eine unerwartete Wendung für ihn bereit. Im Jahr 1437 erließ Papst Eugen IV. den Befehl, das Konzil von Basel nach Ferrara zu verlegen — ein Schritt, der einen tiefen Riss in der Kirchenversammlung provozierte. Der in Basel verbliebene Teil des Konzils verweigerte den Gehorsam und setzte am 5. November 1439 Eugen IV. als Papst ab. Wenige Tage später wählte das Rumpfkonzil in einem kurzen Konklave Amadeus VIII. zum neuen Papst. Er nahm die Wahl an und nannte sich Felix V.
Als Felix V. residierte Amadeus abwechselnd in Genf, Lausanne und Basel. Die Anerkennung seines Pontifikats blieb jedoch auf wenige Territorien beschränkt: Aragonien, Ungarn, Bayern und die Schweiz erkannten ihn an, während die meisten europäischen Mächte an Eugen IV. festhielten. Felix V. war damit von Beginn an ein Papst ohne breite Basis — ein Gegenpapst im vollen historischen Sinne. Er ist der letzte seiner Art in der Geschichte der katholischen Kirche.
Zehn Jahre lang behauptete er seine Position, doch die Isolation wurde mit der Zeit drückender. Am 7. April 1449 legte Felix V. sein Amt nieder. Der Rücktritt wurde ihm durch die Gewährung mehrerer Privilegien erleichtert: Er behielt den Titel eines Kardinalbischofs von Sabina und wurde Bischof von Genf. In dieser Doppelrolle lebte er bis zu seinem Tod am 7. Januar 1451 in Genf.
Das Leben Amadeus' VIII. beschreibt eine außergewöhnliche Kurve: vom kindlichen Grafen zum mächtigen Herzog, vom frommen Klosterritter zum umstrittenen Gegenpapst, schließlich zum stillen Bischof. Seine politischen Leistungen als Herrscher von Savoyen — die territoriale Ausdehnung, die Erhebung zum Herzogtum, die innere Konsolidierung — sind beachtlich. Sein Pontifikat als Felix V. hingegen blieb ein Randphänomen der Kirchengeschichte, bedeutsam nicht wegen seiner Wirkung, sondern wegen seiner Einzigartigkeit: Amadeus VIII. ist bis heute der letzte Gegenpapst, den die Geschichte kennt.

