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London

Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt des Vereinigten Königreichs

6 min01/01/2024
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London — auf Deutsch meist als [ˈlɔndɔn] ausgesprochen, im Englischen als [ˈlʌndən] — ist eine der ältesten und bedeutendsten Metropolen der Welt. Als Hauptstadt des Vereinigten Königreichs und Englands liegt die Stadt an der Themse im Südosten Englands und erstreckt sich auf etwa 44,3 Kilometer entlang des schiffbaren Flusses. Das heutige Verwaltungsgebiet mit 33 Stadtbezirken entstand 1965 durch die Gründung von Greater London, das 2022 rund 8,9 Millionen Menschen beherbergte. In der gesamten Metropolregion lebten 2019 knapp 14,4 Millionen Einwohner.

Die Anfänge Londons reichen bis ins Jahr 50 nach Christus zurück, als die Römer an einem strategisch günstigen Punkt am Nordufer der Themse eine Siedlung namens Londinium gründeten. Die Lage bot natürliche Vorteile: Die Themse war damals wesentlich breiter und seichter als heute und ermöglichte sowohl die Verteidigung als auch den Handel. Die London Bridge war bis 1739 die einzige Brücke über den Fluss, was erklärt, warum der größere Teil der Stadt nördlich des Flusses entstand.

Nach der normannischen Eroberung 1066 wurde die Stadt Hauptstadt und Königssitz des Königreichs England. Bereits im Mittelalter entwickelte sie sich zu einem bedeutenden internationalen Handelsplatz. Unter der Herrschaft von Elisabeth I. wuchs ihre Bedeutung als Hafenstadt der Nordsee erheblich, und London wurde zu einem Knotenpunkt des entstehenden atlantischen Handelssystems. Die geografischen Koordinaten des Stadtzentrums nahe dem Trafalgar Square — 51° 30′ nördlicher Breite und 0° 8′ westlicher Länge — sind dabei kein Zufall: Der Nullmeridian, der Ausgangspunkt aller Längengrade und damit aller Zeitzonen, wurde durch das Royal Greenwich Observatory in Greenwich gelegt.

Mit dem Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert wuchs Londons Bevölkerung rasant. Um 1800 war die Stadt eine der ersten, die mehr als eine Million Einwohner zählte — ein historischer Schwellenwert, der das Selbstverständnis moderner Städte für immer veränderte. Bis 1900 versechsfachte sich die Bevölkerung, und London war bis 1925 die größte Stadt der Welt. Der Bau weiterer Brücken im 18. Jahrhundert und der Ausbau des Eisenbahnnetzes im 19. Jahrhundert ermöglichten die Ausdehnung der Stadt in alle Richtungen; die flache bis leicht wellige Landschaft begünstigte dieses ungehinderte Wachstum.

Die Themse, einst Lebensader und Verteidigungswall, ist heute fast vollständig durch Dämme begrenzt, und die meisten ihrer rund 15 Zuflüsse fließen unterirdisch. Die Gezeiten der Nordsee machen sich in London noch immer deutlich bemerkbar und stellen die Stadt vor Herausforderungen durch Überschwemmungen und Sturmfluten. In den 1970er Jahren wurde bei Woolwich östlich von Greenwich die Thames Barrier gebaut, um diese Bedrohung einzudämmen — eine der größten Hochwasserschutzanlagen der Welt.

London ist eines der bedeutendsten Kultur- und Handelszentren der Welt. Zahlreiche Universitäten, Hochschulen, Theater und Museen machen die Stadt zu einem intellektuellen Mittelpunkt von globalem Rang. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 801,66 Milliarden Euro im Jahr 2017 ist London die größte städtische Wirtschaft Europas. Neben New York City, Singapur und Hongkong zählt die Stadt zu den bedeutendsten Finanzplätzen der Welt. Historische Bauwerke wie der Palace of Westminster — das Parlamentsgebäude mit dem berühmten Uhrenturm — und der Tower of London gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Tourismus ist ein weiterer Pfeiler der Londoner Wirtschaft. Mit jährlich über 19 Millionen ausländischen Besuchern war London 2016 nach Bangkok die weltweit zweitmeistbesuchte Stadt, noch vor Paris. Die Anziehungskraft der Metropole beruht auf einer einzigartigen Verbindung aus Geschichte, Kultur und Modernität: Auf engstem Raum stehen mittelalterliche Kirchen neben futuristischen Wolkenkratzern, lebendige Märkte neben eleganten Einkaufsstraßen.

Südostengland mit London ist der klimatisch meistbegünstigte Teil Großbritanniens. Die geologische Struktur, geprägt von mesozoischen Sedimenten, hat eine großzügig gegliederte Schichtstufenlandschaft entstehen lassen, deren Höhen nirgends hoch aufragen. Historisch profitierte London von seiner Lage inmitten einer fruchtbaren Ackerbauregion und seiner Nähe zum europäischen Festland. Hier fassten die vom Kontinent kommenden Eroberer — Römer, Sachsen, Normannen — zuerst Fuß. Diese Schichtung der Kulturen macht London zu einer Stadt, in der Geschichte buchstäblich unter den Pflastersteinen liegt.

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