biografias

Adolf Hitler

Deutscher Politiker, von 1933 bis 1945 Diktator des Deutschen Reiches

6 min01/01/2024
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Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 in Braunau am Inn, einer kleinen Stadt an der österreichisch-deutschen Grenze, im damaligen Österreich-Ungarn geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Österreich; er wuchs in Linz auf, träumte von einer Karriere als Künstler, bewarb sich zweimal erfolglos an der Wiener Akademie der bildenden Künste und lebte nach dem Tod seiner Mutter Klara im Dezember 1907 einige Jahre in Wien in armseligen Verhältnissen. Diese Wiener Jahre prägten seine Weltanschauung nachhaltig: Er entwickelte einen virulenten Antisemitismus und einen aggressiven deutschen Nationalismus.

Den Ersten Weltkrieg erlebte Hitler als Gefreiter in der bayerischen Armee. Er erhielt das Eiserne Kreuz Erster Klasse, eine für seinen Rang ungewöhnliche Auszeichnung. Die Niederlage Deutschlands 1918 und den Versailler Vertrag von 1919 erlebte er, wie viele deutsche Nationalisten, als zutiefst demütigend. In München schloss er sich der kleinen Deutschen Arbeiterpartei an, die er bald übernahm und in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, kurz NSDAP, umbenannte. Ab 1921 war er Vorsitzender dieser Partei. Er erwies sich als begnadeter Demagoge und Massenredner, dessen Auftritte tausende von Zuhörern mobilisierten.

Im November 1923 versuchte Hitler gemeinsam mit General Erich Ludendorff mit einem bewaffneten Putsch von München aus die Weimarer Republik zu stürzen. Der sogenannte Hitlerputsch scheiterte; Hitler wurde verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. In der Festungshaft in Landsberg diktierte er sein programmatisches Werk Mein Kampf, das 1925 und 1926 in zwei Bänden erschien. Darin legte er die wesentlichen Züge seiner Ideologie offen: einen extremen Antisemitismus, die Überzeugung einer rassischen Hierarchie, die Ablehnung der Demokratie und das Ziel der Eroberung von sogenanntem Lebensraum im Osten auf Kosten der slawischen Völker. Das Buch wurde in der deutschen und internationalen Öffentlichkeit zunächst kaum ernst genommen.

Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 und die daraus folgende Massenarbeitslosigkeit bereiteten der NSDAP den Boden für einen kometenhaften Aufstieg. Die Partei wuchs zu einer Massenorganisation; ihre Wahlgewinne stiegen dramatisch. Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler des Deutschen Reiches. Konservative Politiker glaubten irrtümlich, ihn für ihre Zwecke einspannen und kontrollieren zu können. Innerhalb weniger Monate zerstörte Hitlers Regime mit einer Kombination aus Terror, Notverordnungen und formaler Gesetzgebung den demokratischen Rechtsstaat. Das Ermächtigungsgesetz vom März 1933 gab der Regierung faktisch diktatorische Vollmachten. Politische Gegner wurden in Konzentrationslagern inhaftiert, gefoltert und ermordet. Gewerkschaften, andere Parteien und freie Presse wurden verboten oder gleichgeschaltet.

Im Juni 1934 ließ Hitler anlässlich des sogenannten Röhm-Putsches politische Gegner und potenzielle Rivalen in den eigenen Reihen ermorden, darunter den SA-Chef Ernst Röhm. Als Reichspräsident Hindenburg im August 1934 starb, ließ Hitler das Amt des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers vereinen und regierte fortan als Führer und Reichskanzler. Die deutschen Juden wurden ab 1933 systematisch ausgegrenzt und verfolgt. Die Nürnberger Gesetze vom 15. September 1935 entzogen ihnen die Staatsbürgerschaft und verboten Ehen zwischen Juden und Nichtjuden. Die Novemberpogrome 1938, die sogenannte Reichskristallnacht, bedeuteten eine massive Eskalation der offenen Gewalt.

Wirtschaftspolitisch bekämpfte Hitler die Massenarbeitslosigkeit mit einer gewaltigen Ausweitung der Staatsverschuldung: durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wie den Autobahnbau, Investitionsprogramme und vor allem die Aufrüstung der Wehrmacht über das System der sogenannten Mefo-Wechsel. Er führte einen Reichsarbeitsdienst ein. Die nationalsozialistische Propaganda stellte diese Politik als Erfolg dar und steigerte Hitlers innenpolitische Popularität bis 1939 erheblich. Außenpolitisch brach er Schritt für Schritt den Versailler Vertrag: der geheime Aufbau der Luftwaffe ab 1934, die Wiedereinführung der Wehrpflicht 1935, die Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes 1936, der Anschluss Österreichs im März 1938. Das Münchner Abkommen vom 30. September 1938 gestattete ihm die Angliederung des Sudetenlandes; wenige Monate später ließ er im März 1939 den Rest der Tschechoslowakei besetzen.

Am 1. September 1939 überfiel Deutschland Polen, was zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führte. Der Hitler-Stalin-Pakt vom 23. und 24. August 1939 hatte den Weg dazu bereitet. Nach dem raschen Sieg über Polen begann im Frühjahr 1940 der Westfeldzug, der vom 10. Mai bis zum 25. Juni 1940 dauerte und mit dem Zusammenbruch Frankreichs endete, einem Schock für die gesamte Welt. Der Luftkrieg gegen England, die Luftschlacht um England ab dem 10. Juli 1940, scheiterte. Am 22. Juni 1941 ließ Hitler unter dem Decknamen Unternehmen Barbarossa die Sowjetunion angreifen, mit dem Ziel eines Vernichtungskrieges zur Eroberung von Lebensraum im Osten. Im Zweiten Weltkrieg begingen die Nationalsozialisten beispiellose Massenverbrechen und Völkermorde, allen voran den Holocaust, den systematischen Massenmord an den europäischen Juden, bei dem sechs Millionen Menschen ermordet wurden.

Mit dem Scheitern des Russlandfeldzugs, der alliierten Landung in der Normandie im Juni 1944 und dem Vormarsch der Roten Armee aus dem Osten brach das Dritte Reich zusammen. Nachdem ein Attentat am 20. Juli 1944 Hitler nur knapp verfehlt hatte, intensivierte er seinen Terrorapparat im Innern. Im April 1945, als sowjetische Truppen Berlin einkreisten, befand er sich in seinem Führerbunker unter der Reichskanzlei. Am 30. April 1945 beging Adolf Hitler gemeinsam mit seiner kurz zuvor geheirateten Gefährtin Eva Braun Suizid. Er war sechsundfünfzig Jahre alt. Sein Regime hatte Europa verwüstet, Millionen das Leben gekostet und den schlimmsten Völkermord der Geschichte begangen. Der Nationalsozialismus gilt als warnendes Beispiel dafür, wohin Demagogie, Rassismus und totalitäre Herrschaft führen können.

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