misterios

Adam-Air-Flug 574

Flugunfall einer Boeing 737

6 min01/01/2024
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Am 1. Januar 2007, einem neuen Jahr, das für viele Menschen Hoffnung und Aufbruch bedeutete, ereignete sich über der Straße von Makassar eine Katastrophe, die Indonesien tief erschüttern sollte. Adam-Air-Flug 574, planmäßig unterwegs vom internationalen Flughafen Juanda in Surabaya nach Manado auf der Insel Sulawesi, verschwand spurlos von den Radarschirmen der indonesischen Luftverkehrskontrolle. An Bord befanden sich 96 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder – insgesamt 102 Menschen, die ihren Tod fanden.

Das Flugzeug, eine Boeing 737-400 mit dem Kennzeichen PK-KKW, hob um 12:55 Uhr Ortszeit vom Flughafen Juanda ab. Das Luftfahrzeug hatte seit seinem Jungfernflug am 1. November 1989 insgesamt 45.371 Flugstunden absolviert und war im Laufe der Jahrzehnte von acht verschiedenen Fluggesellschaften betrieben worden. Zuletzt hatte das indonesische Verkehrsministerium die Maschine am 25. Dezember 2005 überprüft; die nächste turnusmäßige Inspektion wäre erst Ende Januar 2007 fällig gewesen. Vor dem Abflug in Surabaya lagen nach Angaben des Flughafens keine Hinweise auf technische Probleme vor.

Der etwa zweistündige Flug verlief zunächst ohne Besonderheiten. Die Maschine sollte gegen 16:00 Uhr Ortszeit auf dem Sam-Ratulangi-Flughafen in Manado landen. Der letzte registrierte Funkkontakt erfolgte um 14:53 Uhr Ortszeit, als das Flugzeug in einer Höhe von rund 35.000 Fuß – etwa 10.700 Metern – über dem südlichen Sulawesi flog. Dann verschwand die Maschine ohne jedes Notrufsignal der Piloten vom Radar.

Die Wetterbedingungen in der Region waren an diesem Tag schwierig. Das Indonesische Amt für Meteorologie und Geophysik stellte fest, dass die Wolkendecke bis zu einer Höhe von 30.000 Fuß reichte und die durchschnittliche Windgeschwindigkeit etwa 30 Knoten betrug. Über der Straße von Makassar sollen die Piloten mit Windböen von bis zu 130 km/h konfrontiert worden sein, was sie dazu veranlasste, den Kurs ostwärts zu ändern. Die zuständige Luftverkehrsbehörde hatte die Piloten vor den Wetterverhältnissen gewarnt, woraufhin das Flugzeug jedoch planmäßig abgehoben hatte.

Die Suche nach den Wrackteilen gestaltete sich chaotisch. Erste Berichte behaupteten, das Flugzeug sei in der bergigen Südregion Sulawesis gefunden worden, was dazu führte, dass Hunderte von Rettungskräften in dieses Gebiet entsandt wurden. Der Kommandant des Luftwaffenstützpunktes Hasanuddin bestätigte diese Meldung sogar gegenüber einem lokalen Radiosender. Berichte über zwölf Überlebende kursierten. Als die Rettungskräfte den angegebenen Ort erreichten, fanden sie jedoch keinerlei Spuren eines Flugzeugabsturzes. Am 2. Januar 2007 musste der indonesische Verkehrsminister Hatta Radjasa einräumen, dass das Flugzeug noch immer vermisst sei und die gegenteiligen Berichte auf Gerüchten basierten, die Dorfbewohner weitergegeben hatten.

Wrackteile wurden schließlich aus dem Meer geborgen, weitere auf dem Meeresgrund lokalisiert. Am 21. Januar 2007 wurden die beiden Flugschreiber in einer Tiefe von rund 2.000 Metern geortet, jedoch erst ein halbes Jahr später geborgen. Ihre Auswertung brachte schließlich Licht in das Dunkel des Unglücks. Die Passagierliste umfasste mit Ausnahme einer dreiköpfigen US-amerikanischen Familie ausschließlich indonesische Staatsbürger.

Der Absturz von Adam-Air-Flug 574 warf schwerwiegende Fragen über die Sicherheitsstandards der indonesischen Luftfahrtbranche auf. Adam Air, eine vergleichsweise junge Billigfluggesellschaft, stand schon zuvor unter Beobachtung der Behörden. Die Katastrophe schürte die Debatte über unzureichende Wartung, mangelnde Ausbildungsstandards und den wirtschaftlichen Druck, unter dem Billigflieger in Entwicklungsländern operieren. Indonesien, ein Archipel mit Tausenden von Inseln und einem starken Bedarf an Inlandsflügen, war besonders auf eine funktionierende und sichere Zivilluftfahrt angewiesen. Der Verlust von 102 Menschenleben machte deutlich, wie hoch der Preis nachlässiger Sicherheitsstandards sein konnte. Adam Air stellte seinen Betrieb in den folgenden Jahren ein.

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