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Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg

Krieg im 18. Jahrhundert auf dem nordamerikanischen Subkontinent

6 min01/01/2024
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Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg, der von 1775 bis 1783 zwischen den dreizehn britischen Kolonien in Nordamerika und der britischen Kolonialmacht ausgetragen wurde, ist eines der folgenreichsten Ereignisse der neueren Weltgeschichte. Er markierte nicht nur den Beginn einer neuen Nation, sondern auch den Auftakt einer Ära politischer Revolutionen, die das globale Denken über Staatsgründung, Volksouveränität und individuelle Rechte nachhaltig prägte.

Die Spannungen zwischen dem britischen Mutterland und seinen nordamerikanischen Kolonien hatten sich über Jahrzehnte aufgebaut. Bereits zu Beginn der Herrschaft Georgs III. ab 1760 waren die Konflikte spürbar: Handelsrestriktionen, darunter das Verbot industrieller Produktion in den Kolonien, das diese zum Bezug von Fertigwaren aus England zwang, und Siedlungsverbote westlich der Appalachen erzeugten Unmut. Auf der Währungsseite wurde den Kolonien 1751 die Geldmenge ihrer eigenen Währung Colonial Scrip beschränkt, und 1764 untersagte das Currency Act die Ausgabe eigener Währung gänzlich.

Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges von 1756 bis 1763 versuchte Großbritannien, seine erheblichen Kriegsschulden durch neue Steuern und Abgaben in den Überseekolonien auszugleichen. Der Stamp Act und die Townshend Acts von 1767 waren besonders verhasst, da die Kolonisten zwar besteuert wurden, im britischen Parlament jedoch keinerlei Mitspracherecht besaßen. Der populäre Slogan „no taxation without representation" – keine Besteuerung ohne politische Mitsprache – brachte das Grundprinzip der kolonialen Beschwerde auf den Punkt.

Das britische Parlament lehnte 1767 die Forderungen der Kolonisten ab und schickte stattdessen Truppenkontingente nach Amerika. Samuel Adams und Thomas Jefferson führten die entstehende Unabhängigkeitsbewegung; die Geheimgesellschaft Sons of Liberty koordinierte Widerstandsaktionen. Nach einem ersten Boykott britischer Waren 1770 eskalierte der Konflikt 1773 mit der Boston Tea Party, bei der Aktivisten als Indianer verkleidet britischen Tee in den Hafen von Boston warfen. Die britische Regierung antwortete 1774 mit den sogenannten „Unerträglichen Gesetzen" und ordnete die Beschlagnahmung militärischer Vorräte in Massachusetts an.

Die Kolonisten reagierten mit der Einberufung des Ersten Kontinentalkongresses, der im September und Oktober 1774 in Philadelphia tagte. Alle dreizehn Kolonien – Connecticut, Delaware, Georgia, Maryland, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina und Virginia – verweigerten fortan den Handel mit Großbritannien. Am 9. Februar 1775 erklärte die britische Regierung Massachusetts zur abtrünnigen Provinz. Am 23. März hielt Patrick Henry vor der Provinzversammlung von Virginia seine berühmte Rede mit den Worten „Give me Liberty, or give me Death". Der britische Parlamentsakt vom 30. März, der New England Restraining Act, wurde im Unterhaus mit 304 zu 105 Stimmen und im Oberhaus mit 104 zu 29 Stimmen angenommen.

Die Kampfhandlungen begannen im April 1775 mit dem Gefecht bei Lexington und Concord. Die Kolonisten schlossen sich zu einer Kontinentalarmee zusammen, die von George Washington befehligt wurde. Nach anfänglichen Rückschlägen und Siegen auf beiden Seiten erklärten die Kolonien am 4. Juli 1776 ihre Unabhängigkeit, und 1777 bildeten sie eine Konföderation. Der Krieg gewann eine neue Qualität, als Frankreich 1778 aktiv auf der Seite der Kolonisten eingriff. Die Franzosen stellten Truppen, Schiffe und Geld zur Verfügung und verwandelten einen britischen Kolonialkonflikt in einen europäischen Krieg.

Die Hauptkampfhandlungen endeten im Oktober 1781 mit der britischen Niederlage in der Schlacht bei Yorktown, wo General Cornwallis seine Armee unter dem Druck amerikanisch-französischer Streitkräfte kapitulieren lassen musste. Zwei weitere Jahre diplomatischer Verhandlungen folgten, bis am 30. November 1782 ein Vorfrieden und am 3. September 1783 der endgültige Frieden von Paris unterzeichnet wurde. Großbritannien erkannte die Unabhängigkeit der dreizehn Staaten an.

Das Erbe dieses Krieges ist unermesslich. Die Unabhängigkeitserklärung von 1776 mit ihrer Proklamation unveräußerlicher Menschenrechte und die später verabschiedete amerikanische Verfassung wurden zu Vorbildern politischer Ordnung weltweit. Die Ideen der amerikanischen Revolution befeuerten die Französische Revolution von 1789 und begeisterten Freiheitsbewegungen von Lateinamerika bis Europa. Zugleich blieb die neue Nation mit ihren inneren Widersprüchen – insbesondere der Sklaverei – konfrontiert, die erst ein Jahrhundert später in einem weiteren verheerenden Krieg ausgetragen werden sollten.

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