guerras

René I. (Anjou)

Herzog von Anjou, Bar, Lothringen, Graf von Provence, Titularkönig von Neapel, Sizilien, Jerusalem etc.

4 min01/01/2024
Anúncio

René I. von Anjou, genannt René der Gute oder Le bon Roi René, war eine der farbigsten und widersprüchlichsten Figuren des 15. Jahrhunderts. Am 16. Januar 1409 im Schloss von Angers geboren und am 10. Juli 1480 in Aix-en-Provence gestorben, vereinte er in seiner Person zahlreiche Titel und Ansprüche, von denen sich die meisten als Illusionen erwiesen. Der Historiker Desmond Seward bezeichnete ihn treffend als „einen der spektakulärsten königlichen Verlierer des 15. Jahrhunderts außerhalb Englands".

René war der zweite Sohn von Herzog Ludwig II. von Anjou und Jolanthe von Aragón. Über seine Mutter war er mit den Königshäusern Aragóns verbunden, da seine Großeltern mütterlicherseits König Johann I. von Aragón und Violante von Bar waren. Seine Schwester Maria von Anjou heiratete 1422 den französischen König Karl VII., was der Familie Anjou eine wichtige Verankerung am französischen Hof verschaffte.

Das Erbe, das René antreten sollte, war von Anfang an umstritten. Mit dem Tod seines Vaters am 29. April 1417 erhielt er die Herrschaft Guise, die durch den Dauphin und späteren König Karl VII. zur Grafschaft erhoben wurde. Doch da die Herzöge von Anjou im Bürgerkrieg der Armagnacs und Bourguignons auf Seiten des Dauphins standen, wurde sein Besitz vom englischen Regenten Bedford beschlagnahmt. Auch Kardinal Ludwig von Bar, der Bruder von Renés Großmutter, spielte eine entscheidende Rolle: Er vermittelte 1419 einen Ehevertrag zwischen René und Isabella, der Erbtochter des Herzogs Karl II. von Lothringen, der zugleich die Vereinigung der Herzogtümer Bar und Lothringen in Aussicht stellte. Am 13. August 1419 trat Ludwig im Vertrag von Saint-Mihiel zugunsten Renés auf sein Herzogtum Bar verzichtet. Am 24. Oktober 1420 heirateten René, nun Herzog von Bar, und Isabella feierlich in der Kathedrale von Nancy.

Die Ehe mit Isabella schenkte René eine zahlreiche Nachkommenschaft. Sein Sohn Johann II., geboren 1425 und gestorben 1470, sollte Herzog von Lothringen, Kalabrien und Fürst von Girona werden. Sohn Ludwig, geboren 1427, starb bereits bald nach 1444. Tochter Jolande, geboren 1428, wurde Herzogin von Lothringen und heiratete Friedrich, Grafen von Vaudémont. Tochter Margarete, geboren 1430, heiratete Heinrich VI. von England und wurde damit eine der bekanntesten Frauen des Rosenkriegs.

Mit dem Tod Karls II. von Lothringen am 25. Januar 1431 wurde René Herzog von Lothringen. Doch diese Nachfolge war bereits zu Karls Lebzeiten von Graf Anton von Vaudémont angefochten worden, dem Neffen des Herzogs und nächsten männlichen Verwandten. Anton hatte in Philipp dem Guten, Herzog von Burgund, einen mächtigen Verbündeten gefunden. Am 2. Juli 1431 besiegte Anton René in der entscheidenden Schlacht von Bulgnéville und nahm ihn gefangen. Diese Niederlage war der Beginn einer langen Reihe von Rückschlägen.

Trotzdem ließ René nicht ab von seinen Ansprüchen. Als Herzog von Anjou und Graf von Provence führte er auch Anspruch auf das Königreich Neapel geltend, das seinem Haus seit der anjouvinischen Herrschaft zustand. Von 1435 bis 1442 kämpfte er tatsächlich um den neapolitanischen Thron, konnte ihn jedoch letztlich nicht gegen seinen Rivalen Alfons V. von Aragón behaupten. Mit dem endgültigen Verlust Neapels 1442 blieb ihm nur mehr der Titel eines Königs, ohne Land.

Das Spätwerk Renés war das eines Mäzens und Liebhabers der Künste und Wissenschaften. Er umgab sich mit Dichtern und Malern, pflegte die Provenzalische Dichtkunst, malte selbst und war ein leidenschaftlicher Sammler. In seiner zweiten Ehe, die er 1454 mit Jeanne de Laval schloss, blieb er kinderlos. Er starb 1480 in Aix-en-Provence, hoch betagt und von der Geschichte oft besiegt, aber von seinen Untertanen geliebt. Der Beiname „der Gute" spiegelt diese Zuneigung wider – ein König, der im Kampf um Macht unterlag, aber in der Zuneigung seiner Menschen triumphierte.

Anúncio
Anúncio

Lies diese und über 800 weitere Geschichten in der World in Stories App — kostenlos

Video-Geschichten, Shorts, Mysterien und „Was geschah heute“. Kostenlos laden, ohne Kreditkarte.

App kostenlos laden

iPhone, iPad & Android • PT, EN, ES, DE, FR

Related Stories