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Pakistan

Staat im nordwestlichen indischen Subkontinent in Südasien

6 min01/01/2024
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Pakistan — amtlich Islamische Republik Pakistan — ist ein Staat in Südasien, der im Laufe seiner Geschichte von kolonialer Teilung, religiösem Nationalismus, militärischen Umbrüchen und anhaltenden geopolitischen Spannungen geprägt worden ist. Das Land grenzt im Südwesten an Iran, im Westen an Afghanistan, im Norden an die Volksrepublik China und im Osten an Indien; im Süden öffnet es sich zur Küste des Arabischen Meeres. Mit mehr als 240 Millionen Einwohnern ist Pakistan das fünftgrößte Land der Welt nach Bevölkerungszahl, hinter seinen beiden Nachbarn Indien und China sowie den USA und Indonesien.

Die geografische Gestalt Pakistans ist von extremen Kontrasten geprägt. Im äußersten Norden des Landes treffen mit dem Hindukusch, dem Karakorum und dem Himalaya die drei höchsten Gebirgssysteme der Erde aufeinander. Der Hindukusch erstreckt sich von der afghanischen Grenze bis zum Oberlauf des Indus und erreicht mit dem Tirich Mir eine Höhe von rund 7700 Metern. Im Karakorum, nördlich des Indus, erhebt sich der K2 mit 8611 Metern — der zweithöchste Berg der Erde und der höchste auf pakistanisch kontrolliertem Territorium. Am nordwestlichen Eckpfeiler des Himalaya liegt der Nanga Parbat mit 8125 Metern. Insgesamt fünf der vierzehn Achttausender befinden sich auf pakistanisch kontrolliertem Gebiet, was das Land zu einem der bedeutendsten Bergsteigerreiseziele der Welt macht. Südlich dieser Hochgebirgsregion schließt sich die weitausgedehnte Ebene des Indus an, die mehr als ein Drittel der Landesfläche einnimmt und das wirtschaftliche wie demografische Rückgrat des Landes bildet.

Pakistan erstreckt sich auf einer Fläche von 796.095 Quadratkilometern; einschließlich der umstrittenen Gebiete Asad Kaschmir und Gilgit-Baltistan umfasst das Staatsgebiet 880.254 Quadratkilometer, was in etwa der doppelten Fläche von Deutschland und Österreich zusammen entspricht. Die Landesgrenze misst insgesamt 7056 Kilometer; sie grenzt an Iran über 978 Kilometer, an Afghanistan über 2643 Kilometer, an China über 523 Kilometer und an Indien über 2912 Kilometer, darunter die 740 Kilometer lange befestigte Waffenstillstandslinie in Kaschmir. Die Küste am Arabischen Meer erstreckt sich über 1046 Kilometer.

Die historischen Wurzeln des modernen Pakistans liegen in der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947, einem der folgenreichsten Ereignisse der Nachkriegsgeschichte. Als das Vereinigte Königreich nach zwei Jahrhunderten Kolonialherrschaft abzog, wurde der Subkontinent nach dem Prinzip religiöser Mehrheiten aufgeteilt: Die Gebiete mit überwiegend muslimischer Bevölkerung bildeten Pakistan, während die hinduistisch und anderweitig geprägten Regionen im heutigen Indien aufgingen. Der größte Teil des mehrheitlich muslimischen Kaschmir fiel gegen den Willen seiner Bevölkerung unter indische Verwaltung — ein Konflikt, der bis heute ungelöst ist und mehrere Kriege ausgelöst hat. Die Teilung selbst war von massiver Gewalt begleitet: Millionen Menschen wurden vertrieben, Hunderttausende starben bei kommunalistischen Massakern.

1956 proklamierte Pakistan sich als erste Islamische Republik der Welt, ein symbolischer Schritt, der die religiöse Identität des Staates in seiner Verfassung verankerte. Fünfzehn Jahre später, 1971, brach der östliche Teil des Landes — Ostpakistan — nach einem blutigen Bürgerkrieg und indischer Intervention als unabhängiger Staat Bangladesch ab. Der Verlust des östlichen Landesteils bedeutete eine tiefe Zäsur in der pakistanischen Geschichte und hinterließ ein Trauma, das die politische Kultur des Landes dauerhaft prägte.

Die Hauptstadt Islamabad entstand ab 1960 als planmäßig angelegte Stadt im Norden des Landes und zählt heute mehr als zwei Millionen Einwohner in der Metropolregion. Die größte Stadt des Landes ist jedoch Karatschi an der Küste des Arabischen Meeres, eine der größten Megastädte der Welt mit mehr als 21 Millionen Einwohnern in der Metropolregion.

Die jüngere Geschichte Pakistans ist von chronischer Instabilität geprägt. Das Militär hat mehrfach die Macht ergriffen und regierte das Land über lange Zeiträume direkt; zivile Regierungen wurden immer wieder durch Putschen oder gerichtliche Manöver abgesetzt. Ethnisch-religiöse Konflikte zwischen Punjabis, Sindhi, Paschtunen, Balutschen und anderen Gruppen belasten das gesellschaftliche Gefüge. Terrorismus — sowohl aus dem Inland als auch in Verbindung mit dem Konflikt in Afghanistan — hat Zehntausende Menschenleben gefordert. Als besonders gravierend gilt die systematische Diskriminierung von Frauen und religiösen Minderheiten, darunter Ahmadis, Christen und Hindus.

Trotz einer wachsenden Mittelschicht gehört Pakistan zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Volkswirtschaften Asiens. Im Index der menschlichen Entwicklung belegt das Land Platz 168 und gilt als gering entwickelt. Gleichzeitig ist Pakistan eine Atommacht — seit den Tests von 1998 offiziell anerkannt — und besitzt mit der sechstgrößten Armee der Welt einen enormen Sicherheitsapparat. Dieses Paradox — nukleare Stärke bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Schwäche und politischer Instabilität — definiert Pakistans widersprüchliche Position in der Welt.

Der Kaschmir-Konflikt mit Indien bleibt das beherrschende außenpolitische Thema. Drei offene Kriege und zahlreiche Scharmützel haben die Beziehungen zwischen den beiden Atommächten vergiftet; ein dauerhafter Friede scheint trotz gelegentlicher Dialogversuche in weiter Ferne. Pakistan pflegt enge Beziehungen zu China, das als strategischer Partner und Hauptinvestor gilt, während das Verhältnis zu den USA trotz jahrzehntelanger Zusammenarbeit — insbesondere im Kontext der Kriege in Afghanistan — von wechselseitigem Misstrauen geprägt ist.

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