civilizacoes perdidas

Sixtus IV.

Papst (1471-1484)

6 min01/01/2024
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Francesco della Rovere, der spätere Papst Sixtus IV., wurde am 21. Juli 1414 in Celle bei Savona in der ligurischen Küstenregion Norditaliens geboren. Er entstammte einer angesehenen, jedoch armen Familie. Den Namen della Rovere übernahm er später von einer Turiner Familie, mit der er nicht verwandt war. Seine Mutter gab ihn bereits im Alter von sieben Jahren in geistliche Obhut, und als er das erforderliche Alter erreicht hatte, trat er dem Franziskanerorden bei. Diese Entscheidung bestimmte die nächsten Jahrzehnte seines Lebens und ließ ihn zu einem der gebildetsten Kirchenmänner seiner Zeit werden.

Francesco della Rovere studierte Philosophie und Theologie in den bedeutenden Universitätsstädten Bologna, Chieri, Padua und Savona. Am 14. April 1444 erwarb er den Doktorgrad in Theologie an der Universität Padua, einem der angesehensten akademischen Grade des Spätmittelalters. Im Anschluss begann er eine ausgedehnte Lehrtätigkeit und hielt Vorlesungen in Bologna, Florenz, Padua, Pavia, Perugia und Siena. Durch diese Tätigkeit wurde er unter anderem auf Kardinal Bessarion aufmerksam, einen der einflussreichsten Kirchenmänner und Gelehrten jener Zeit. Bei seinen Zeitgenossen genoss Francesco della Rovere hohes Ansehen als exzellenter Prediger und gelehrter Theologe.

Am 19. Mai 1464 wurde er aufgrund seiner herausragenden Leistungen zum Generalminister des Franziskanerordens gewählt, dem er sein geistliches Leben gewidmet hatte. Am 18. September 1467 erhob ihn Papst Paul II. zum Kardinalpriester mit der Titelkirche San Pietro in Vincoli und berief ihn an die Kurie nach Rom. Viele Historiker vermuten, dass Kardinal Bessarion diesen Schritt veranlasste. Am 19. Mai 1469 trat Francesco della Rovere von seinen Leitungsfunktionen bei den Franziskanern zurück, um sich ganz den Aufgaben innerhalb der Kurie widmen zu können. In dieser Zeit verfasste er mehrere theologische Schriften, darunter die Traktate De potentia Dei und De sanguine Christi.

Am 9. August 1471 wurde er nach einem dreitägigen Konklave überraschend zum neuen Papst gewählt. Das Kardinalskollegium hatte ihm zuvor verschiedene Wahlkapitulationen abgefordert, also Zusagen über die Einschränkung seiner päpstlichen Macht. Der Name Sixtus bezieht sich auf den altrömischen Märtyrer Sixtus II., an dessen Festtag das Konklave begann. Jene, die von dem Ordensgeneral eine Rückbesinnung auf pastorale Werte erwartet hatten, sollten schnell eines Besseren belehrt werden.

Sixtus IV. entpuppte sich als ausgesprochener Nepotist. Bereits am 16. Dezember 1471 ernannte er, entgegen den zuvor gegebenen Versprechen, zwei Neffen zu Kardinälen: Pietro Riario und Giuliano della Rovere, der später als Papst Julius II. in die Geschichte eingehen sollte. Einen weiteren Neffen, Girolamo Riario, machte er zum Generalkapitän der Kirche. Weitere weltliche Ämter im Kirchenstaat wurden mit Verwandten besetzt. Im Jahr 1477 folgte als Kardinal noch der Sohn einer Schwester Girolamos, Raffaele Sansoni-Riario. In seinem dreizehnjährigen Pontifikat ernannte Sixtus IV. insgesamt vierunddreißig Kardinäle, darunter weitere Verwandte wie Girolamo Basso della Rovere, Cristoforo della Rovere und Domenico della Rovere. Zum Zeitpunkt seiner Papstwahl hatte das Heilige Kollegium lediglich fünfundzwanzig Kardinäle umfasst.

Die politischen Machenschaften des Papstes führten zu gefährlichen Konstellationen. Im Jahr 1473 wollte Sixtus das kirchliche Lehen Imola einziehen und an seinen Neffen Girolamo weitergeben. Als Vorwand diente ihm ein angeblich nicht bezahlter Lehenszins von Taddeo Manfredi. Manfredi hatte die Stadt jedoch bereits 1471 heimlich an die in Mailand regierenden Sforza abgetreten. Der als Kardinallegat entsandte Pietro Riario konnte 1474 in Mailand erreichen, dass die Sforza ihre Ansprüche für vierzigtausend Dukaten an Girolamo abtraten. Das Geld sollten die Bankierfamilien der Pazzi und der Medici vorstrecken. Da Florenz selbst Ansprüche auf Imola erhob, verweigerte Lorenzo de Medici seine Beteiligung und forderte auch die Pazzi auf, sich zu widersetzen. Diese Verweigerung führte zu einer tiefen Feindschaft zwischen dem Papst und den Medici, die letztlich in der Pazzi-Verschwörung von 1478 gipfeln sollte, einem gescheiterten Mordanschlag auf Lorenzo und seinen Bruder Giuliano in der Kathedrale von Florenz.

Trotz aller politischen Verstrickungen hinterließ Sixtus IV. auch dauerhaft positive Spuren. Er ließ in Rom die Sixtinische Kapelle errichten, die nach ihm benannt ist und die später Michelangelo mit seinem berühmten Deckenfresco schmücken sollte. Er reformierte die Vatikanische Bibliothek und erweiterte sie erheblich. Sixtus IV. starb am 12. August 1484 in Rom, nach einem Pontifikat von dreizehn Jahren, in dem Glanz und Schande eng beieinanderlagen.

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