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NASA

Luft- und Raumfahrtbehörde der USA

4 min01/01/2024
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Kaum eine Institution verkörpert den menschlichen Drang nach Erkenntnis so eindrucksvoll wie die NASA, die Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde der Vereinigten Staaten. Seit ihrer Gründung im Jahr 1958 hat sie die Grenzen des Möglichen immer wieder neu definiert und dabei nicht nur die Raumfahrt, sondern auch das Verständnis der Erde und des Universums revolutioniert.

Die Wurzeln der NASA reichen zurück in eine Zeit politischer Anspannung. Der Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion hatte auch die Erforschung des Weltraums zu einem Wettlauf gemacht. Als Vorläufer der NASA fungierte vor allem das National Advisory Committee for Aeronautics (NACA), das der Luftwaffe unterstellt war. Auf Empfehlung seines Wissenschaftsberaters James R. Killian entschied Präsident Dwight D. Eisenhower, dass das zivile Raumfahrtprogramm in einer eigenen Behörde gebündelt werden solle. Am 29. Juli 1958 unterzeichnete er den National Aeronautics and Space Act, und die NASA wurde offiziell gegründet.

Am 1. Oktober 1958 nahm die neue Behörde ihre Arbeit auf und übernahm dabei die rund 8.000 Mitarbeiter der NACA. Thomas Keith Glennan wurde zum ersten Administrator ernannt. Von Anfang an war die NASA als zivile Institution konzipiert – ein bewusster Kontrast zu den militärisch geprägten Programmen anderer Nationen. Die Vision, die sie sich selbst gab, war weit gefasst: das Leben auf der Erde zu verbessern, die Grenzen menschlicher Präsenz im Weltraum zu erweitern und mögliches Leben jenseits unseres Planeten zu finden.

Das erste große bemannte Raumfahrtprogramm war das Mercury-Programm, das 1958 initiiert wurde. Als Trägerraketen kamen Redstone- und Atlas-D-Raketen zum Einsatz. Den Anfang machten Versuche mit Tieren: Am 4. Dezember 1959 befand sich der Rhesusaffe Sam bei der Mission Mercury-Little-Joe 2 etwa drei Minuten lang in Schwerelosigkeit in einer Höhe von 85 Kilometern. Am 21. Januar 1960 folgte Miss Sam, die bei der Mission Mercury-Little-Joe 1B eine Gipfelhöhe von 14 Kilometern erreichte. Am 31. Januar 1961 flog der Schimpanse Ham mit der Mercury-Redstone 2 ins All.

Der historische Durchbruch für die bemannte amerikanische Raumfahrt kam am 5. Mai 1961, als Alan Shepard an Bord der Mercury-Redstone 3 als erster US-Amerikaner den Weltraum betrat. Nach weiteren fünf Raumflügen von Astronauten sowie einem Flug des Schimpansen Enos bei der Mission Mercury-Atlas 5 wurde das Mercury-Programm am 12. Juni 1963 offiziell beendet. Den letzten Flug des Programms absolvierte Gordon Cooper vom 15. bis 16. Mai 1963 mit der Mercury-Atlas 9.

Es folgte das Gemini-Programm, bei dem die Raumkapseln erstmals mit zwei Astronauten gleichzeitig besetzt wurden. Damit wurden wichtige Techniken für zukünftige Mondmissionen erprobt. Die alles überragende Mission der NASA jener Ära war jedoch das Apollo-Programm. Am 20. Juli 1969 landeten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen auf dem Mond – ein Ereignis, das weltweit hunderte Millionen Menschen live vor dem Bildschirm verfolgten. Am 24. Juli kehrten beide sicher auf die Erde zurück.

1972 begann die NASA mit der Entwicklung des Space Shuttles, eines wiederverwendbaren Raumgleiters. Der erste Start erfolgte am 12. April 1981. Über drei Jahrzehnte lang waren die Shuttles das Rückgrat der amerikanischen bemannten Raumfahrt; nach insgesamt 135 Flügen wurde das Programm 2011 beendet. Die drei verbliebenen Raumfähren wurden außer Dienst gestellt und an Museen in den USA übergeben.

Parallel zur bemannten Raumfahrt leistete die NASA Pionierarbeit in der Erforschung des Sonnensystems und des Universums durch unbemannte Sonden. Hinzu kommt ihre Rolle als wichtigste geowissenschaftliche Forschungsinstitution der USA, die den größten Teil der staatlichen Mittel für klimawissenschaftliche Forschung bereitstellt. Im Februar 2006 wurde der Schutz der Erde aus dem offiziellen Leitbild gestrichen, um es an das damalige Raumflugprogramm von Präsident George W. Bush anzupassen – eine Entscheidung, die kontrovers diskutiert wurde.

Die NASA ist Mitbetreiberin der Internationalen Raumstation (ISS), einem der ehrgeizigsten internationalen Kooperationsprojekte der Geschichte. Nach dem Ende des Shuttle-Programms waren die Astronauten zunächst ausschließlich auf russische Sojus-Raumschiffe angewiesen, um zur ISS zu gelangen. Seit 2020 erfolgt der Transport der meisten NASA-Astronauten mit dem Crew Dragon des privaten Unternehmens SpaceX – ein Zeichen des Wandels hin zur kommerziellen Raumfahrt.

Am 4. Dezember 2006 gab die NASA bekannt, dass eine ständig besetzte Mondstation geplant sei. Diese Pläne wurden Anfang der 2010er Jahre unter Präsident Barack Obama wieder aufgegeben. Nachdem Wasservorkommen auf dem Mond nachgewiesen wurden, rückte er erneut in den strategischen Fokus der Behörde. Das Artemis-Programm sieht vor, Menschen erneut auf den Mond zu bringen und langfristig eine dauerhafte Präsenz dort zu etablieren – als Sprungbrett für zukünftige Missionen zum Mars.

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