tragedias

Toše Proeski

Mazedonischer Sänger und Songwriter (1981-2007)

6 min01/01/2024
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Todor „Toše" Proeski wurde am 25. Januar 1981 in Kruševo in der damaligen Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien geboren. Was als bescheidene musikalische Karriere in einer kleinen Stadt begann, entwickelte sich zu einem der außergewöhnlichsten Phänomene der südosteuropäischen Popmusik. Sein Tod am 16. Oktober 2007 bei Nova Gradiška in Kroatien erschütterte die gesamte Region und hinterließ eine Lücke, die bis heute spürbar ist.

Proeski entstammte einer aromunischen Familie und wuchs in Mazedonien auf. Schon früh zeigte sich sein musikalisches Talent, das beim Kinderfestival Zlatno Slavejce, der „Goldenen Nachtigall", erstmals öffentlich Aufmerksamkeit erregte. Seine professionelle Karriere begann 1996 und 1997 beim Melfest in Prilep, einem Musikfestival für Jugendliche, bei dem er zweimal hintereinander den ersten Platz belegte. 1997 nahm er am Makfest in Štip teil und trat mit dem Lied Pusti me, zu Deutsch „Lass mich", auf. Bereits 1998 versuchte er sein Glück bei der mazedonischen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest, dem Skopje-Festival, mit dem Beitrag Ostani do kraja.

Mit dem Songwriter und Komponisten Grigor Koprov, einer der prägenden Persönlichkeiten der mazedonischen Popmusik, schrieb Proeski frühe Hits wie Usni na Usni und Sonce vo Tvoite Rusi Kosi. Sein erstes Album Nekade vo Noćta erschien 1999, ein Jahr später folgte das zweite Album Sinot Božji. Beide Werke festigten seinen Ruf im heimischen Markt.

Den entscheidenden Sprung über die Grenzen Mazedoniens hinaus vollzog Proeski im benachbarten Serbien und Montenegro. Auftritte beim renommierten Festival Sunčane Skale in Montenegro machten ihn einem breiten Publikum auf dem gesamten ehemaligen jugoslawischen Raum bekannt. Sein erster großer serbischer Erfolg war das noch auf Mazedonisch gesungene Vo kosi da ti spijam. Bald erkannte BK Sound, eine der damals bedeutendsten serbischen Plattenfirmen, sein Potenzial und nahm ihn unter Vertrag. Fortan produzierte Proeski auch Alben auf Serbisch, was seine Reichweite erheblich vergrößerte. Das Duett Nemir mit Karolina Gočeva wurde auch auf Serbisch unter dem Titel Pomozi mi veröffentlicht. Als seinen größten Hit bezeichnen viele Fans das Lied Čija si, Siegerlied der Beovizija 2003, das die Sängerin Leontina Vukomanović verfasste.

2001 gab Proeski ein Konzert im ausverkauften Sava Centar in Belgrad – ein Meilenstein, der belegt, wie groß seine Popularität in Serbien bereits war. Er arbeitete mit einer beeindruckenden Liste von Künstlern zusammen, darunter Marina Tucaković, Bora Čorba, Phoebus, Jeff Beck, Goca Tržan, Željko Joksimović und Esma Redžepova. Das unterstreicht, dass Proeski nicht nur als Interpret, sondern auch als Kollaborateur im Musikbusiness hoch angesehen war.

In Kroatien wurde er durch das Titellied der erfolgreichen Telenovela Zabranjena ljubav bekannt: Srce nije kamen, zu Deutsch „Das Herz ist kein Stein". Mit der Sängerin und Schauspielerin Antonija Šola sang er das Duett Volim osmjeh tvoj und erhielt von ihr auch Lieder für sein letztes Album. Mit Toni Cetinski entstand das Duett Lagala nas mala. 2007 gewann er als erster ausländischer Interpret das Hrvatski Radijski Festival mit dem Lied Veži me za sebe. Auch in Slowenien war er präsent: mit der Sängerin Anja Rupel sang er das Duett Krajnje vrijeme.

International wurde Toše Proeski vor allem durch seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2004 bekannt. Er vertrat Mazedonien und machte damit Millionen europäischer Zuschauer auf sich aufmerksam. Seine beiden bekanntesten englischsprachigen Lieder sind Life und Bez Granici. Er studierte Sologesang an der Musikakademie in Skopje und verfügte über eine stimmliche Ausbildung, die seine natürliche Bühnenpräsenz ergänzte. Sein charakteristischer Ausruf „Ve sakam site" – auf Serbisch „Sve vas volim", zu Deutsch „Ich liebe euch alle!" – war zu seinem Markenzeichen bei jedem Auftritt geworden.

In Bosnien-Herzegowina gab er 2006 ein kostenloses Konzert in der Zetra-Stadthalle in Sarajevo. Das letzte große Konzert seiner Karriere fand am Valentinstag 2007 in der Belgrad Arena statt. Wenige Monate später, am 16. Oktober 2007, starb Toše Proeski bei einem Verkehrsunfall in Kroatien. Er wurde nur 26 Jahre alt. Sein früher Tod löste in der gesamten Region eine Welle der Trauer aus. Mazedonien erklärte einen nationalen Trauertag, und Zehntausende nahmen an der Trauerfeier teil. Proeski war zu Lebzeiten mit mehreren bedeutenden Auszeichnungen geehrt worden, darunter dem angesehenen Preis „Davor", und hinterlässt ein musikalisches Erbe, das bis heute nachwirkt.

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