imperios

Michael VIII.

Kaiser von Byzanz

6 min01/01/2024
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Michael VIII. Dukas Komnenos Palaiologos gehört zu den außergewöhnlichsten Herrschern der byzantinischen Geschichte. Seine Regierungszeit war geprägt von militärischem Geschick, diplomatischer Raffinesse und tiefen moralischen Widersprüchen. Geboren 1224 oder 1225 in Kleinasien, entstammte er dem altehrwürdigen byzantinischen Adelsgeschlecht der Palaiologen, das sich bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Als erster urkundlich greifbarer Vertreter der Familie gilt Nikephoros Palaiologos, der 1078 General des Kaisers Nikephoros III. Botaneiates war und am 18. Oktober 1081 in der Schlacht bei Durazzo gegen die Normannen unter Robert Guiscard fiel. Die Familie gehörte seitdem zur militärischen Elite Byzanz' und war durch Heiraten eng mit den kaiserlichen Dynastien der Dukai und der Komnenen verbunden.

Michaels Vater, Andronikos Dukas Komnenos Palaiologos, diente als Megas Domestikos, also als Oberkommandierender der byzantinischen Streitkräfte, und war 1246 Gouverneur von Thessaloniki. Er starb zwischen 1248 und 1252 als Mönch Arsenios. Michaels Mutter, Theodora Komnene Palaiologina, war eine Cousine seines Vaters, die dieser 1216 geheiratet hatte. Ihre Vorfahren schlossen den Despoten Alexios Komnenos Palaiologos und Irene Angelina, die älteste Tochter Kaiser Alexios III. Angelos, ein.

Michael folgte der Tradition seiner Familie und schlug eine militärische Karriere ein. Seine Herkunft beschleunigte den Aufstieg erheblich: Bereits 1246 wurde er Gouverneur von Melnik und Serrhai, 1252 erhielt er den Rang eines Großkonstablers. Im Jahr 1253 heiratete er Theodora Dukaina Komnene Batatzaina, eine Großnichte des Kaisers Johannes III., und verband sich damit familiär mit der herrschenden Dynastie der Laskariden. 1258 wurde ihm der Titel eines Despoten verliehen.

Nach dem Tod Kaiser Theodors II. übernahm Michael die Regentschaft für dessen unmündigen Sohn Johannes. Er nutzte diese Position geschickt, um seinen eigenen Einfluss auszubauen. Am 1. Januar 1259 ließ er sich durch eine Volksbefragung zum Mitkaiser ausrufen und krönen. Seinen Schützling Johannes drängte er zunehmend an den Rand. Dies brachte ihn in Konflikt mit dem Patriarchen Arsenios Autoreianos, den er absetzen ließ. Die Folge war der bis 1310 andauernde Arsenitenstreit, der die byzantinische Kirche tief spaltete.

Im Jahr 1259 errang Michael einen bedeutenden militärischen Sieg bei Pelagonia in Makedonien gegen eine westliche Allianz. Dies stärkte seine Position erheblich. Dann kam die Nacht zum 25. Juli 1261. Sein Feldherr Alexios Strategopulos überrumpelte mit einer kleinen Truppe Konstantinopel und nahm die Stadt ein, ohne bedeutenden Widerstand zu finden. Damit wurde das Lateinische Kaiserreich, das seit dem Vierten Kreuzzug von 1204 in der Stadt residiert hatte, beseitigt, und das byzantinische Kaisertum wurde restauriert. Michael VIII. zog feierlich in die einstige Hauptstadt ein und wurde zum alleinigen Kaiser. Den offiziellen Mitkaiser Johannes, der sich noch in Nikaia aufhielt, ließ er blenden und auf eine Insel im Marmarameer verbannen.

In den ersten Jahren seiner Herrschaft in Konstantinopel gelangen Michael weitere Siege: 1262 gegen die Bulgaren, 1264 in Epiros. Doch bald entstand eine neue Bedrohung. Karl I. von Anjou hatte 1266 den Stauferkönig Manfred von Sizilien besiegt und dessen Königreich in Unteritalien und Sizilien übernommen. 1267 verbündete sich Karl mit dem vertriebenen lateinischen Kaiser Balduin II. und dem Fürsten von Achaia, Wilhelm II. von Villehardouin, mit dem Ziel, Konstantinopel zurückzuerobern und das Lateinische Kaiserreich wiederherzustellen.

Um diese Pläne zu vereiteln, wandte Michael VIII. sich einer kühnen diplomatischen Strategie zu: Er trat in Verhandlungen mit dem Papsttum, um durch eine Union der orthodoxen und der katholischen Kirche die Unterstützung des Papstes für Karls Vorhaben zu untergraben. Diese Kirchenunion wurde 1274 auf dem Konzil von Lyon feierlich beschlossen. Sie stieß im byzantinischen Klerus und in der Bevölkerung auf heftigen Widerstand, da sie als Unterwerfung unter Rom empfunden wurde, und Michael musste sie mit harter Hand durchsetzen.

Am 11. Dezember 1282 starb Michael VIII. in Thrakien. Er hatte Konstantinopel zurückerobert und die Palaiologos-Dynastie begründet, die bis zum Fall Konstantinopels 1453 das Byzantinische Reich regieren sollte. Sein Erbe ist ambivalent: einerseits der Retter des byzantinischen Reiches, andererseits ein Herrscher, der seinen jungen Schützling blenden ließ und die Kirche seines Landes tief spaltete. Die Palaiologos-Dynastie, die er begründete, sollte noch fast zwei Jahrhunderte regieren.

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