Margaret Leighton gehört zu den herausragendsten britischen Theaterschauspielerinnen des 20. Jahrhunderts – eine Künstlerin von außergewöhnlicher Vielseitigkeit, die auf der Bühne, im Film und im frühen Fernsehen gleichermaßen Maßstäbe setzte. Ihr Name steht für eine Generation von Schauspielern, die das angloamerikanische Theater der Nachkriegsjahrzehnte mit Können und Leidenschaft prägten.
Geboren am 26. Februar 1922 im englischen Barnt Green in Worcestershire, erlebte Leighton eine klassische britische Schauspielausbildung und betrat die internationale Bühne mit einer Eleganz und Intensität, die ihr Publikum auf beiden Seiten des Atlantiks fesselte. Ihr früher Tod am 13. Januar 1976 in Chichester, Sussex, beendete eine Karriere, die trotz schwerer persönlicher Schicksalsschläge niemals an Glanz verlor.
Besonders auf dem Broadway hinterließ Leighton bleibende Spuren. Sie wurde insgesamt viermal für den begehrten Tony Award nominiert und gewann diese höchste Auszeichnung des amerikanischen Theaters gleich zweimal in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin. Der erste Tony Award kam 1957 für ihre Verkörperung einer Hauptrolle in Terence Rattigans Separate Tables, ein zweiter folgte 1962 für Tennessee Williams' Die Nacht des Leguan. Beide Stücke gehörten zu den wichtigsten dramatischen Werken ihrer Zeit, und Leightons Darstellungen trugen wesentlich zu ihrem Ruhm bei. Weitere Nominierungen erhielt sie für Shakespeares Viel Lärm um nichts im Jahr 1960 sowie für Tchin-Tchin im Jahr 1963.
Ihr Talent beschränkte sich keineswegs auf die Theaterbühne. Im Fernsehen überzeugte sie in anspruchsvollen Rollen und wurde für ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet. Für ihre Darstellung in einer Hamlet-Verfilmung aus dem Jahr 1970 erhielt sie den Emmy Award für hervorragende Leistungen als Nebendarstellerin in einem Drama. Bereits 1966 war sie für vier Folgen der Serie Dr. Kildare für den Emmy als beste Hauptdarstellerin in einem Drama nominiert worden.
Auch die Filmkarriere von Margaret Leighton war bemerkenswert. In einer Reihe bedeutender britischer und internationaler Produktionen hinterließ sie nachhaltige Eindrücke. Für ihre Rolle als Valerie Carrington in Carrington, V.C. aus dem Jahr 1955 wurde sie für den British Academy Film Award als beste britische Schauspielerin nominiert. Ihren vielleicht größten Filmerfolg erzielte sie jedoch mit Joseph Loseys Filmdrama Der Mittler aus dem Jahr 1971, in dem sie die kühle und gesellschaftlich ehrgeizige Mrs. Maudsley verkörperte. Diese Leistung brachte ihr den British Academy Film Award als beste Nebendarstellerin ein und bescherte ihr gleichzeitig eine Oscar-Nominierung in derselben Kategorie – eine seltene Kombination internationaler Anerkennung.
Zu ihren weiteren Filmrollen gehörten unter anderem Der Fall Winslow aus dem Jahr 1948, Sklavin des Herzens mit Ingrid Bergman (1949), das Kostümdrama Das dunkelrote Siegel (1950) sowie Vier bleiben auf der Strecke (1954). In späteren Jahren wirkte sie in Produktionen wie Die Irre von Chaillot (1969) und Die große Liebe der Lady Caroline (1972) mit, stets mit der Präsenz einer Schauspielerin auf dem Höhepunkt ihres Könnens.
Ihr Privatleben war von wechselnden Verbindungen geprägt. Von 1947 bis 1955 war sie mit dem britischen Verleger Max Reinhardt verheiratet, von 1957 bis 1961 mit dem Schauspieler Laurence Harvey und ab 1964 bis zu ihrem Tod mit dem Schauspieler Michael Wilding. Die Ehen spiegelten den ruhelosen und intensiven Lebensstil wider, der auch ihre Bühnenarbeit kennzeichnete.
Im Jahr 1971 erhielt Margaret Leighton die Diagnose Multiple Sklerose. Trotz der fortschreitenden Erkrankung ließ sie sich nicht zur Aufgabe bewegen und setzte ihre Arbeit unbeirrt fort. Selbst als sie ab 1975 nicht mehr gehen konnte, blieb sie ihrer Kunst treu und spielte weiter. Diese Hartnäckigkeit angesichts körperlicher Einschränkungen zeugte von einer Disziplin und Hingabe, die ihre gesamte Karriere durchzog. Sie starb 1976 im Alter von 53 Jahren.
Das Vermächtnis von Margaret Leighton liegt nicht nur in den Preisen und Auszeichnungen, die sie anhäufte, sondern in der Erinnerung an eine Schauspielerin, die jeder Figur, die sie darstellte, eine unverwechselbare innere Wahrheit verlieh.

