civilizacoes perdidas

Malden (Insel)

Insel der Line Islands, Kiribati

5 min01/01/2024
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Malden, früher als Independence Island bekannt und in polynesischer Überlieferung als Tera Kupatea bezeichnet, ist eine der einsamsten und eigentümlichsten Inseln des Pazifischen Ozeans. Das gehobene Atoll liegt im Südwesten des Pazifiks, 450 Kilometer südlich des Äquators und damit mitten in der tropischen Klimazone. Es gehört zur Inselkette der Line Islands und ist politisch Teil der Inselrepublik Kiribati. Die nächstgelegene Insel ist das rund 200 Kilometer südwestlich gelegene Starbuck, ebenfalls unbewohnt. Die Hauptinsel Kiribatis, Tarawa, liegt etwa 3.600 Kilometer entfernt im Nordwesten.

Geologisch gesehen ist Malden ein gehobenes Atoll. Das bedeutet, dass die Lagune zwar nicht verlandet ist, aber bereits vollständig von einem Korallenring umschlossen wird. Diese zentrale Lagune bedeckt etwa ein Drittel der Gesamtfläche der Insel und liegt leicht nach Osten versetzt in der Inselmitte. Sie hat keinen direkten Zugang zum offenen Meer, da die Verbindungskanäle durch tektonische Hebung unterbrochen beziehungsweise ausgetrocknet sind. Dennoch steht die Lagune offensichtlich in unterirdischer Verbindung mit dem Ozean, denn ihr Wasserspiegel folgt dem Rhythmus der Gezeiten. Durch starke Verdunstung ist der Salzgehalt des Lagunenwassers höher als der des umgebenden Meeres. Die unregelmäßig geformte Vertiefung umfasst insgesamt etwa 13 Quadratkilometer, davon ungefähr 5 Quadratkilometer Sumpffläche.

Die Form der Insel ähnelt einem gleichseitigen Dreieck mit abgeschnittenen Ecken, wobei jede Seite sieben bis acht Kilometer lang ist. Die Gesamtfläche beträgt 39,3 Quadratkilometer. Malden ist ausgesprochen flach, keine Erhebung überschreitet 8 Meter. Sandstrand findet sich nur im Nordwesten; ansonsten umgibt die Insel ein bis zu 8 Meter hoher Ring aus scharfkantigem Korallenschutt und -trümmern. Ein nahezu vollständiges Ringriff, das sich nach der tektonischen Hebung neu gebildet hat, schließt die Insel ein. Das Anlanden mit Booten ist wegen der scharfen Korallen und der starken Brandung gefährlich. An der Nordküste sind noch die Überreste einer alten Mole aus Korallenblöcken aus der Zeit des Guano-Abbaus erkennbar, die jedoch längst unbrauchbar geworden ist.

Das Klima von Malden entspricht nach der Klassifikation von Köppen und Geiger dem tropischen Regenklima (Af). Niederschlag fällt unregelmäßig in Form von Starkregen, unterbrochen von lang anhaltenden Trockenperioden. Die Tagestemperaturen liegen im Durchschnitt bei 30 Grad Celsius. Da die niedrige Vegetation kaum Schatten spendet und der von Pflanzen weitgehend unbedeckte Korallenschutt das Sonnenlicht stark zurückwirft, ist ein längerer Aufenthalt auf der Insel äußerst beschwerlich.

Die Flora von Malden ist artenarm. Es dominieren salztolerante Gräser, kriechend wachsende Pflanzen und niedrige Büsche. Ob dieser spärliche Bewuchs dem ursprünglichen Zustand entspricht oder ob er durch den intensiven Guano-Abbau des 19. Jahrhunderts und die Nukleartests nachhaltig verändert wurde, lässt sich heute kaum noch mit Sicherheit sagen. Bereits Andrew Bloxam, der Naturwissenschaftler der Byron-Expedition von 1825, also noch vor dem Guano-Abbau, beschrieb die Pflanzendecke als recht spärlich. George Anson Byron schilderte zwar einen etwas artenreicheren Bewuchs, doch ein Kupferstich in seinem Reisebericht, der Kokospalmen auf bewaldeten Hügeln zeigt, dürfte der künstlerischen Phantasie entstammen. Die von Byron erwähnten Baumgruppen waren wahrscheinlich Heliotropium foertherianum und Pisonia grandis, von denen heute nur noch wenige niedrig wachsende Exemplare an der Nordwestspitze überleben. Hinzu kommen krautige Pflanzen der Gattungen Sesuvium, Tribulus und Portulaca. Eine einzelne Kokospalme am Nordweststrand ist noch 2018 dokumentiert worden.

Die Tierwelt hingegen ist deutlich lebendiger: Malden beherbergt 19 Arten von Seevögeln, von denen 11 Arten auf der Insel brüten. Die größte Kolonie umfasst geschätzte 15.000 Brutpaare.

Menschliche Geschichte hat auf Malden tiefe Spuren hinterlassen. Im 19. Jahrhundert wurde auf der Insel intensiv Guano abgebaut, der als Düngemittel begehrt war. Dieser Abbau veränderte die Landschaft nachhaltig, was die zahlreichen Brackwassertümpel und Sumpfflächen erklärt, die wahrscheinlich menschgemachten Ursprungs sind. Im 20. Jahrhundert nutzte Großbritannien die Insel für Nuklearwaffenversuche, was weitere Eingriffe in das fragile Ökosystem mit sich brachte.

Seit 1975 steht Malden unter Naturschutz. Die Insel ist heute unbewohnt und nur schwer zugänglich, was paradoxerweise zu ihrer Funktion als Rückzugsort für Seevögel beiträgt. Als Teil des Kiribati-Archipels erinnert sie daran, wie isolierte Inseln im weiten Pazifik eine eigene, einzigartige Naturgeschichte entwickeln können, auch wenn sie auf den ersten Blick karg und unwirtlich erscheinen.

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