Beatriz Haddad Maia wurde am 30. Mai 1996 in São Paulo geboren und ist heute eine der bedeutendsten Tennisspielersionen Brasiliens. Ihre Vorliebe gilt dem Sandplatz, dem Untergrund, auf dem ihr Spiel am entschlossensten aufblüht. Schon in jungen Jahren zeichnete sie sich durch außergewöhnliches Talent aus und zeigte in der Juniorenwelt beachtliche Ergebnisse auf internationalem Parkett.
Als Jugendliche schaffte Haddad Maia zweimal den Einzug in das Doppelfinale des Nachwuchswettbewerbs der French Open. 2012 trat sie gemeinsam mit Montserrat González an, unterlag im Endspiel jedoch Darja Gawrilowa und Irina Chromatschowa. 2013 spielte sie an der Seite von Doménica González erneut das Finale, musste sich diesmal aber Barbora Krejčíková und Kateřina Siniaková geschlagen geben. Daneben gewann sie 2011, ebenfalls mit González, das Doppelturnier der Junioren-Südamerikameisterschaften und holte 2012 mit Montserrat González den Titel beim Asunción Bowl. Ihre beste Juniorenranglistenplatzierung lag auf Rang 15 der Weltrangliste.
Bereits 2010 gab Haddad Maia ihr Debüt auf dem ITF Women's Circuit und gewann im darauffolgenden Jahr ihren ersten Profititel. 2012 versuchte sie sich erstmals in der Qualifikation eines WTA-Turniers in Québec, schied jedoch in der ersten Runde aus. Anfang 2014 stand sie dank einer Wildcard erstmals im Hauptfeld eines WTA-Turniers in Rio de Janeiro, ohne aber ihr Auftaktmatch zu gewinnen. Gleiches galt für die Folgewoche in Florianópolis.
Den ersten Sieg in einem WTA-Hauptfeld errang sie 2015, nachdem sie sich durch die Qualifikation in Bogotá gespielt hatte und dabei María Herazo González besiegte. Gemeinsam mit ihrer Landsfrau Paula Cristina Gonçalves zog sie beim selben Turnier bis ins Doppelfinale vor, wo das Duo Irina Falconi und Shelby Rogers besiegte und damit Haddad Maias ersten WTA-Titel feierte. Im Anschluss startete sie in der Qualifikation der French Open ihres ersten Grand-Slam-Turniers und schied erst in der Schlussrunde aus. Während der Panamerikanischen Spiele erlitt sie jedoch eine Schulterverletzung und beendete die Saison vorzeitig.
2016 kämpfte sie sich über die ITF Tour zurück in die Weltspitze und schloss das Jahr mit zwei ITF-Titeln in der 50.000-Dollar-Kategorie stark ab. Zu Beginn der folgenden Saison gewann sie einen weiteren ITF-Titel. Nach ihrem zweiten Doppeltitel in Bogotá, diesmal an der Seite von Nadia Podoroska, erreichte sie in Prag ihr erstes WTA-Viertelfinale im Einzel sowie bei einem ITF-Turnier der 100.000-Dollar-Kategorie in Cagnes-sur-Mer ihren bis dato größten Einzeltitel, wobei sie im Finale Jil Teichmann schlug. Damit drang sie erstmals in die Top 100 der Weltrangliste vor.
Bei den French Open 2017 qualifizierte sie sich souverän erstmals für die Hauptrunde eines Grand-Slam-Turniers, unterlag aber in der Auftaktrunde Jelena Wesnina. In Wimbledon gelang ihr mit einem Sieg über Laura Robson der erste Zweitrundenerfolg bei einem Major, bevor sie Simona Halep unterlag. In Seoul stand sie erstmals in einem WTA-Einzelfinale, verlor aber gegen Jeļena Ostapenko. Zu Beginn des Jahres 2018 erreichte sie nach einem Sieg bei den Australian Open mit Position 58 ihre bis dahin beste Weltranglistenplatzierung.
Der Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten: Zu Beginn der Sandplatzsaison 2018 erlitt Haddad Maia eine Rückenverletzung, die einen operativen Eingriff erforderte. Sie verpasste die French Open und die gesamte Rasensaison, fiel im Ranking deutlich zurück.
2019 kehrte sie mit einem Viertelfinale in Acapulco zurück, wo sie in der zweiten Runde mit Sloane Stephens erstmals eine Spielerin aus den Top 10 der Welt bezwingen konnte. In Bogotá erreichte sie als Qualifikantin das Halbfinale. Dann folgte ein tiefer Einschnitt: Am 4. Juni 2019 gab Haddad Maia beim WTA Challenger in Bol einen auf zwei Anabolika positiven Dopingtest ab. Am 22. Juli 2019 wurde sie von der ITF vorübergehend suspendiert. Die Internationale Tennisförderung akzeptierte schließlich die Erklärung der Spielerin, wie die verbotenen Stoffe in ihren Körper gelangt waren, und behandelte den Fall entsprechend.
Trotz dieser schwierigen Phase bewies Haddad Maia in den folgenden Jahren eindrucksvoll ihre Widerstandskraft. Sie kehrte auf den Sandplatz zurück und entwickelte sich zu einer der konstantesten Spielerinnen im WTA-Zirkus, mit besonderer Stärke auf dem roten Belag.
