civilizacoes perdidas

Maia Sandu

Präsidentin der Republik Moldau

6 min01/01/2024
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Maia Sandu wurde am 24. Mai 1972 im Dorf Risipeni im Rajon Fălești geboren, das damals zur Moldauischen Sozialistischen Sowjetrepublik gehörte. Ihre Biographie liest sich wie eine beharrliche Aufstiegsgeschichte, die mit umfassender Bildung, einer klaren proeuropäischen Überzeugung und dem politischen Willen zur Veränderung geprägt ist. Heute ist Maia Sandu die erste Frau im Amt der Präsidentin der Republik Moldau, ein Amt, das sie seit Dezember 2020 bekleidet.

Ihren akademischen Werdegang begann Sandu von 1989 bis 1994 mit einem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der moldauischen Akademie der Wirtschaftswissenschaften in Chișinău. Von 1995 bis 1998 folgte ein weiteres Studium der Internationalen Beziehungen an der Akademie für öffentliche Verwaltung der Republik Moldau. Den intellektuellen Höhepunkt ihrer Ausbildung setzte sie 2010 mit einem Masterabschluss im Fach Öffentliche Verwaltung an der renommierten Harvard Kennedy School. Dieses Fundament internationaler Expertise prägte ihre spätere politische Karriere erheblich.

Von 2010 bis 2012 arbeitete Sandu als Beraterin eines Executive Directors bei der Weltbank in Washington, D.C. Diese Erfahrung in einer der einflussreichsten Institutionen des globalen Finanzsystems schärfte ihr Verständnis für wirtschaftliche Entwicklungsfragen. 2012 kehrte sie nach Moldau zurück und übernahm das Amt der Bildungsministerin, das sie bis 2015 innehatte. In dieser Position erwarb sie sich nach Berichten breite Anerkennung in der Öffentlichkeit, vor allem weil sie entschlossen gegen Korruption in den Schulen vorging, eines der drängendsten Probleme im moldauischen Bildungswesen.

Am 23. Juli 2015 wurde Sandu von der Liberalen Demokratischen Partei als Kandidatin für das Amt der Premierministerin vorgeschlagen. Sie knüpfte ihre Kandidatur an klare Bedingungen: Sie forderte unter anderem den Rücktritt des Chefs der moldauischen Nationalbank sowie des Generalstaatsanwalts, was auf ihren unerschütterlichen Antikorruptionskurs hinwies. Schließlich wurde jedoch Valeriu Streleț zum Ministerpräsidenten ernannt. Am 23. Dezember 2015 gründete sie die Plattform „În/pas/cu Maia Sandu", die sich zur politischen Partei „Partidul Acțiune și Solidaritate" (Aktions- und Solidaritätspartei) weiterentwickelte.

Bei den moldauischen Präsidentschaftswahlen am 31. Oktober 2016 erzielte Sandu mit 38,42 Prozent der Stimmen den zweiten Platz im ersten Wahlgang, während der pro-russische Sozialistenchef Igor Dodon 48,23 Prozent erreichte. Im autonomen Gebiet Gagausien holte Dodon sogar 91 Prozent. Im zweiten Wahlgang unterlag Sandu mit 47,82 Prozent gegenüber Dodons 52,18 Prozent, wobei es auch Unklarheiten bezüglich der Stimmenauszählung in der abtrünnigen Region Transnistrien gab.

Einen dramatischen Wendepunkt erlebte die moldauische Politik im Sommer 2019. Am 8. Juni 2019 wählte das moldauische Parlament Sandu als Kandidatin der Aktions- und Solidaritätspartei gegen den ausdrücklichen Willen des Verfassungsgerichts und trotz des Widerstands des mächtigen Oligarchen Vladimir Plahotniuc zur neuen Regierungschefin. Das Verfassungsgericht reagierte am folgenden Tag mit der vorübergehenden Suspendierung von Präsident Dodon und der Einsetzung des bisherigen Regierungschefs Pavel Filip als Interimspräsident. Als Begründung gab das Gericht an, die Parteien hätten es versäumt, innerhalb der verfassungsmäßig vorgeschriebenen Frist eine Regierung zu bilden. Es verlangte Parlamentsauflösung und Neuwahlen. Drei ehemalige Verfassungsrichter übten scharfe Kritik an diesen Urteilen: Victor Puscas erklärte, dass „nichts von dem, was das Verfassungsgericht in den vergangenen Tagen befunden hat, verfassungskonform" sei. Nicolas Osmochescu warf dem Gericht eine fehlerhafte Berechnung der 90-Tage-Frist vor.

Sandu regierte bis zum 14. November 2019 als Premierministerin, bevor ihr ein Misstrauensvotum des Parlaments ein Ende bereitete. Doch ihr Durchhaltevermögen zahlte sich aus: Bei den Präsidentschaftswahlen im Herbst 2020 setzte sie sich durch und wurde zur Staatspräsidentin der Republik Moldau gewählt. Ihr Amtsantritt im Dezember 2020 markierte einen historischen Moment, nicht nur als erster Frau in diesem Amt, sondern auch als Symbol für die proeuropäischen Bestrebungen einer jüngeren moldauischen Generation.

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