Fátima Alexandra Figueira Pinto wurde am 16. Januar 1996 in Funchal, der Hauptstadt der Atlantikinsel Madeira, geboren. Schon früh zeigte sich ihre Leidenschaft für den Fußball: Im Alter von sieben Jahren begann sie in einer Jungenmannschaft zu spielen, ein ungewöhnlicher Einstieg, der jedoch ihren Charakter und ihre Entschlossenheit treffend widerspiegelt.
Den Beginn ihrer formellen Vereinskarriere markierte das Jahr 2011, als sie mit dreizehn Jahren zur Frauenmannschaft von Grupo Desportivo APEL in ihrer Heimatstadt Funchal wechselte. In dieser frühen Phase legte sie das spielerische Fundament, auf dem sich ihre spätere Entwicklung aufbaute. Zwei Jahre danach, 2013, folgte der nächste Schritt: Pinto schloss sich Atlético Ouriense im Campeonato Nacional de Futebol Feminino an, der höchsten Spielklasse Portugals im Frauenfußball.
Der Wechsel zu Ouriense sollte sich unmittelbar auszahlen. In der Saison 2013/14 gewann die Mannschaft die portugiesische Meisterschaft, und Pinto trug mit ihren Leistungen wesentlich zu diesem Erfolg bei. Der Meistertitel öffnete ihr die Türen für einen Wechsel ins Ausland: Sie ging nach Spanien, wo sie für Santa Teresa CD in der Primera División antrat, der ersten Liga des spanischen Frauenfußballs.
Nach zwei Spielzeiten in Spanien kehrte Pinto nach Portugal zurück. Diesmal heuerte sie bei Sporting Lissabon an, einem der renommiertesten Vereine des Landes. Auch dort war sie von Erfolg begleitet: In der Saison 2016/17 sicherte sie sich mit Sporting erneut den portugiesischen Meistertitel, den zweiten ihrer Karriere. Im März 2018 wurde sie im Rahmen der Gala Quinas de Ouro des portugiesischen Fußballverbands als eine der elf besten Spielerinnen der portugiesischen Frauenliga ausgezeichnet, eine Ehrung, die ihre herausragende Stellung im nationalen Frauenfußball bestätigte.
Im Sommer 2022 wagte Pinto erneut den Sprung nach Spanien, diesmal zu Deportivo Alavés Gloriosas. Ihr weiterer Karriereweg führte sie schließlich nach Frankreich: Zur Saison 2025/26 wechselte sie zu Racing Straßburg, womit sie erstmals in der Ligue féminine de football aktiv wurde.
Auf internationaler Ebene war Pinto bereits in jungen Jahren gefragt. Am 2. Juli 2012 bestritt sie ihr erstes Spiel für die portugiesische U19-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft, in einem Gruppenspiel gegen die Türkei. Dieses Turnier war historisch bedeutsam: Portugal erreichte erstmals das Halbfinale einer U19-Europameisterschaft der Frauen. Pinto war auch bei den Qualifikationen zur U19-Europameisterschaft 2013 und 2015 dabei und bestritt insgesamt 25 Spiele für die U19-Auswahl, in denen sie vier Tore erzielte.
Am 26. Oktober 2013 gab Fátima Pinto ihr Debüt in der portugiesischen A-Nationalmannschaft, in einem Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2015 gegen die Niederlande. Von da an gehörte sie regelmäßig zum Kader der Selecção. Bei der Europameisterschaft 2017 in den Niederlanden wurde sie zwar für den Kader nominiert, kam jedoch nicht zum Einsatz.
Bei der Europameisterschaft 2022 in England war sie aktiver Teil des Teams und spielte in allen drei Gruppenspielen, stets als Einwechselspielerin. Ein Jahr später, bei der Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland, wurde sie für die Endrunde nominiert. Im ersten Gruppenspiel, einer 0:1-Niederlage gegen die Niederlande, wurde sie eingesetzt. Besonders bemerkenswert war das torlose Remis gegen den damaligen Titelverteidiger USA, womit Portugal nach zehn aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen die Amerikanerinnen zum ersten Mal nicht verlor, eine historische Leistung.
Bei der Europameisterschaft 2025, für die sie am 24. Juni des Jahres nominiert wurde, stand Pinto in allen Gruppenspielen über die volle Spielzeit auf dem Platz. Trotzdem schied Portugal nach der Gruppenphase aus. Fátima Pintos Weg vom Kicker im Jungenteam auf Madeira zur etablierten Nationalspielerin und Profi in mehreren europäischen Ligen ist ein beeindruckendes Zeugnis von Durchhaltevermögen und konstantem Fortschritt.
