tragedias

Eddie Colman

Englischer Fußballspieler

4 min01/01/2024
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Edward Colman, den alle nur Eddie nannten, erblickte am 1. November 1936 in Salford das Licht der Welt. Ein halbes Leben lang sollte er Zeit haben, sich als Fußballspieler zu entfalten – und doch reichten die wenigen Jahre, die ihm vergönnt waren, aus, um sich tief in das kollektive Gedächtnis des englischen Fußballs einzuschreiben. Sein Tod am 6. Februar 1958 in München, im Alter von gerade einmal 21 Jahren und drei Monaten, machte ihn zum jüngsten Opfer der Flugzeugkatastrophe, die acht Manchester-United-Spieler das Leben kostete.

Colmans Weg zu den Red Devils begann im Sommer 1952, als er sich der Jugendabteilung von Manchester United anschloss. Er war ein kleiner, wendiger Junge aus der Arbeiterklasse Salfords, dessen natürliches Talent für das Spiel schon früh auffiel. In der Jugend und in der Reserve lernte er das Handwerk, arbeitete an seiner Technik und wartete auf seine Chance.

Diese Chance kam im November 1955. Beim Spiel gegen die Bolton Wanderers debütierte Colman in der ersten Mannschaft auf der Position des rechten Außenläufers – an der Seite des gewaltigen Duncan Edwards, einem anderen der Busby Babes, der bereits damals als Ausnahmetalent galt. Im Verlauf der Saison 1955/56 erkämpfte sich Colman einen Stammplatz und gewann auf Anhieb die englische Meisterschaft. Im Jahr darauf gelang die Titelverteidigung – und Colman stand zudem im FA-Cup-Finale 1957 gegen Aston Villa, das mit 1:2 verloren ging.

Was Colman auf dem Spielfeld auszeichnete, war weit mehr als technisches Können. Mit knapp 1,70 Meter Körpergröße war er zwar kein imposanter Athlet, aber ein Energiebündel mit unerschöpflichem Antrieb. Seine häufigen Dribblings hatten einen unverwechselbaren Rhythmus, eine fast tänzerische Qualität. Wenn er mit dem Ball am Fuß durch die gegnerischen Reihen zog, schienen seine Hüften zu wippen und zu schwingen – eine Bewegungsweise, die ihm den Spitznamen „Snakehips", auf Deutsch „Schlangenhüfte", einbrachte.

Gelegentlich warfen Mannschaftskameraden ihm vor, den Ball zu lange zu halten. Es war derselbe Vorwurf, der ein Jahrzehnt später an den großen George Best gerichtet werden sollte – ein indirekter Vergleich, der Colmans außergewöhnliche Begabung deutlich macht. Er bildete als Außenläufer mit Duncan Edwards ein faszinierendes Kontrastpaar: Colman wendig und dribbelstark, Edwards physisch dominant und kraftvoll.

Insgesamt bestritt Colman 107 Pflichtspiele für Manchester United und erzielte dabei zwei Tore. Eines dieser Tore gelang ihm im bedeutenden Viertelfinalhinspiel des europäischen Landesmeisterwettbewerbs gegen Roter Stern Belgrad. Er war auch im Rückspiel in Belgrad dabei, dem letzten Spiel der Busby Babes vor der Tragödie. Auf dem Heimweg, beim Zwischenstopp in München, saß Colman in dem Flugzeug, das beim dritten Startversuch von der verschneiten Landebahn abkam und zerschellte.

Mit 21 Jahren und drei Monaten war Edward Colman das jüngste der 23 Todesopfer. Ein Spieler, der gerade erst begonnen hatte, sein volles Potenzial zu entfalten. Die Geschichten, die über ihn überliefert sind – der Schwung in seinen Hüften, der Mut beim Dribbling, die Lebendigkeit auf und neben dem Platz – lassen erahnen, was der englische Fußball in ihm verloren hat.

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