biografias

Che Guevara

Argentinischer Mediziner, marxistischer Revolutionär (1928–1967)

6 min01/01/2024
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Ernesto Guevara wurde am 14. Juni 1928 offiziell in Rosario in Argentinien geboren, nach anderen Quellen allerdings bereits am 14. Mai desselben Jahres. Er entstammte einer wohlhabenden argentinischen Familie mit irischen, baskischen und spanischen Vorfahren, was ihn von Anfang an in einem bürgerlichen Milieu verankerte. Schon in der Jugend litt er an schwerem Asthma, was ihn jedoch nicht davon abhielt, Sport zu treiben und das Studium der Medizin aufzunehmen. Während seines Studiums unternahm er ausgedehnte Reisen durch Lateinamerika, die er in Tagebüchern festhielt, die später als literarische Werke mehrfach veröffentlicht und verfilmt wurden.

Was Guevara auf diesen Reisen sah, erschütterte ihn. Die Armut der Landarbeiter, die Ausbeutung in den Minen, die sozialen Ungleichheiten in Ländern mit reichem Boden und verarmter Bevölkerung: All das formte sein politisches Bewusstsein. Er begann die wirtschaftliche Misere Lateinamerikas als systemisches Problem zu begreifen, das nur durch radikale politische Veränderung beseitigt werden könne. In Guatemala, wo er 1953 und 1954 lebte, lernte er seine erste Frau kennen, eine peruanische Regierungsangestellte, die ihn mit weiteren politischen Aktivisten bekannt machte.

Der entscheidende Einschnitt kam mit dem von den USA betriebenen Sturz der Regierung von Jacobo Árbenz Guzmán in Guatemala am 27. Juni 1954. Árbenz hatte eine Landreform durchgeführt, die unter anderem Ländereien der amerikanischen United Fruit Company betraf, und war daraufhin zum Ziel einer von der CIA organisierten Destabilisierungskampagne geworden. Für Guevara war dieser Staatsstreich ein Beleg dafür, dass die USA jede linke Reformbewegung in Lateinamerika gewaltsam unterdrücken würden. Aus Guatemala floh er nach Mexiko.

Dort traf Guevara 1955 auf Fidel Castro, der im Exil die Kubanische Revolutionsbewegung des 26. Juli aufbaute. Die beiden verstanden sich sofort, und Guevara schloss sich Castros Gruppe an. Er ließ sich militärisch ausbilden und wurde zum Arzt der Guerillatruppe. Im Dezember 1956 landeten Guevara und zweiundsiebzig andere Revolutionäre an Bord der Yacht Granma an der Küste Kubas, um den von den USA unterstützten Diktator Fulgencio Batista zu stürzen. Der Beginn war katastrophal: Batistas Truppen griffen die Gruppe kurz nach der Landung an, und nur wenige Überlebende entkamen in die Sierra Maestra.

In den Bergen Kubas bewährte sich Guevara nicht nur als Kämpfer, sondern als taktischer Denker und Anführer. Er wurde zum Comandante ernannt, dem zweiten Rang nach Castro in der Rebellenarmee. Seine Kolonne errang entscheidende Siege, und im Januar 1959 fiel das Regime Batistas. Guevara zog an der Spitze seiner Truppen in Havanna ein. Die kubanische Revolution hatte gesiegt, und Guevara war einer ihrer zentralen Helden.

Nach dem Sieg der Revolution übernahm Guevara wichtige staatliche Ämter. Er wurde zunächst Industrieminister und dann Leiter der kubanischen Nationalbank, was ihm manchmal den zynischen Kommentar einbrachte, Castro habe nach einem Ökonomen gefragt, und Guevara habe sich gemeldet, weil er "Kommunist" für "Ökonom" gehalten habe. Er strebte eine vollständige Verstaatlichung der Wirtschaft und den Aufbau einer Schwerindustrie an. Die Ergebnisse waren zwiespältig: Die Kapitalflucht und die Auswanderung von mehr als zehn Prozent der Bevölkerung, darunter nahezu die gesamte frühere Oberschicht, führten zu einem drastischen Rückgang der Wirtschaftsleistung.

Seine kritische Haltung gegenüber der Sowjetunion, die er nach Stalins Tod für zu zahm hielt, und seine Sympathien für das China der Kulturrevolution brachten ihn in Konflikt mit Castro, der auf gute Beziehungen zu Moskau angewiesen war. Im Jahr 1964 sorgte ein Auftritt Guevaras auf einer Konferenz in Algier für internationales Aufsehen, bei dem er offen die sozialistischen Industrieländer dafür kritisierte, die Länder der Dritten Welt auszubeuten. Danach trat er von allen Ämtern zurück und verschwand aus dem öffentlichen Leben Kubas.

Guevara versuchte, die kubanische Revolution in andere Länder zu tragen. Im Kongo nahm er 1965 an einem Guerillakrieg teil, der scheiterte. Dann zog er nach Bolivien, wo er 1966 und 1967 versuchte, einen Aufstand zu entfachen. Doch die bolivianische Bauernschaft reagierte nicht so, wie er es erhofft hatte, und Castros Unterstützung blieb schwächer als erwartet. Am 8. Oktober 1967 wurde Guevara von bolivianischen Regierungssoldaten, die von der CIA beraten wurden, in der Nähe des Dorfes La Higuera gefangen genommen. Am 9. Oktober 1967 wurde er auf Befehl der bolivianischen Regierung erschossen.

Sein Tod machte Guevara zum Märtyrer. Das Foto des argentinischen Fotografen Alberto Korda, das ihn mit Baskenmütze und entschlossenem Blick zeigt und als Guerrillero Heroico bekannt ist, verbreitete sich nach seinem Tod weltweit und gilt heute als eines der bekanntesten fotografischen Bilder überhaupt. Die Bewegungen von 1968, Studentenproteste in Paris, Berlin und Mexiko-Stadt, machten ihn zu ihrem Symbol. Die US-Zeitschrift Time zählte ihn 1999 zu den hundert einflussreichsten Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts.

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