Wer in den letzten Jahren die National Hockey League verfolgt hat, kommt an einem Namen nicht vorbei: Connor McDavid. Der am 13. Januar 1997 in Richmond Hill, Ontario, geborene Kanadier gilt einhellig als das herausragende Talent seiner Generation und als einer der besten Eishockeyspieler, den die NHL je gesehen hat. Seine Statistiken, seine Auszeichnungen und die Art, wie er das Spiel versteht und ausführt, heben ihn von allem ab, was seine Zeitgenossen zu bieten haben.
McDavids Weg zum Superstar begann ungewöhnlich früh. Als Zweijähriger lief er bereits auf Inlineskates, mit drei Jahren wechselte er auf Schlittschuhe, und mit vier Jahren spielte er im organisierten Vereinseishockey, obwohl er eigentlich zu jung war. Seine Eltern gaben sein Alter bei der Anmeldung kurzerhand mit fünf an. Mit sechs langweilte ihn seine heimische Liga in Newmarket dermaßen, dass man ihn im benachbarten Aurora in einer höheren Altersgruppe anmeldete, wo er gegen bis zu neunjährige Gegenspieler antreten und dort ebenfalls dominieren sollte. Sein Vater Brian fungierte als Trainer, und McDavid wuchs im etwa 30 Kilometer von seinem Geburtsort entfernten Newmarket auf, während sein älterer Bruder Cameron zwar ebenfalls Eishockey spielte, aber nicht über unterklassige Juniorenligen hinauskam.
Für die York Simcoe Express gewann er vier Meisterschaften, ehe er zu den Toronto Marlboros wechselte. Dort erzielte er in der Saison 2011/12 wettbewerbsübergreifend 209 Scorerpunkte in 88 Spielen und wurde zum Spieler des Jahres der Greater Toronto Hockey League gekürt. Diese Leistungen verschafften ihm einen Status, der in der Ontario Hockey League (OHL) nur äußerst selten vergeben wird: Der sogenannte Exceptional Player Status erlaubte ihm, bereits mit 15 statt 16 Jahren an der Priority Selection 2012 teilzunehmen. Er war damit erst der dritte Spieler in der OHL-Geschichte nach John Tavares und Aaron Ekblad, dem diese Ausnahmeregelung zuteilwurde. Die Erie Otters wählten ihn an erster Gesamtposition und erhielten dafür den Jack Ferguson Award.
Schon in seiner ersten Saison bei den Otters startete McDavid eine Serie von 15 aufeinanderfolgenden Spielen mit mindestens einem Scorerpunkt und wurde zum Rookie der Monate Oktober und November 2012 gekürt. Am Ende standen 66 Punkte in 63 Spielen, ein neuer Teamrekord der Otters. Der Emms Family Award als Rookie des Jahres folgte. In den folgenden Spielzeiten steigerte er seine Zahlen konsequent und festigte seinen Ruf als sicherer Nummer-eins-Pick für den NHL-Draft. Im NHL Entry Draft 2015 wurde er erwartungsgemäß an erster Stelle von den Edmonton Oilers ausgewählt.
Seit Juli 2015 steht McDavid bei den Oilers unter Vertrag und hat seither die Liga in nahezu jeder Hinsicht dominiert. Im Oktober 2016 wurde er zum Mannschaftskapitän ernannt und ist damit der jüngste Spielführer in der Geschichte der NHL. Sechs Art Ross Trophies als Topscorer der Liga, drei Hart Memorial Trophies und fünf Ted Lindsay Awards als Most Valuable Player sprechen eine deutliche Sprache. Er erreichte die Marke von 1000 Scorerpunkten, eine Leistung, die nur wenigen Spielern überhaupt vergönnt ist. 2023 führte er die Liga erstmals auch in Toren an und erhielt dafür die Maurice Richard Trophy. In den Playoffs 2024 führte er die Oilers bis ins Endspiel, wo sie den Florida Panthers mit 3:4 unterlagen. Persönlich wurde er mit der Conn Smythe Trophy als Playoff-MVP ausgezeichnet, ein seltenes Beispiel dafür, dass die Trophäe an einen Spieler des unterlegenen Teams geht.
Für die kanadische Nationalmannschaft gewann er die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft 2016. Bei den Olympischen Winterspielen 2026 führte er die Mannschaft zur Silbermedaille. McDavids Spiel zeichnet sich vor allem durch eine außergewöhnliche Kombination aus Geschwindigkeit, Spielintelligenz und technischer Finesse aus. Er antizipiert den Spielverlauf mehrere Schritte voraus, findet Räume, die anderen unsichtbar scheinen, und macht seinen Mitspielern mit präzisen Pässen das Leben leichter. Experten und Mitspieler betonen immer wieder, dass McDavid nicht nur für sich selbst spielt, sondern das gesamte Spiel seines Teams anhebt, eine Eigenschaft, die wahre Superstars von bloßen Torschützen unterscheidet.

