biografias

Micah Zandee-Hart

Kanadische Eishockeyspielerin

4 min01/01/2024
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Im kanadischen Eishockey haben sich über die Jahrzehnte zahlreiche Spielerinnen einen Namen gemacht, doch nur wenige verbinden akademische Exzellenz, frühe Führungsqualitäten und olympischen Erfolg so konsequent wie Micah Arielle Zandee-Hart. Am 13. Januar 1997 in Saanichton, British Columbia, geboren, legte sie den Grundstein für eine Karriere, die sie an die absolute Weltspitze des Fraueneishockeys führen sollte.

Ihre Entwicklung begann früh und verlief zielstrebig. Ab 2012 spielte Zandee-Hart für die Okanagan Hockey Academy in der Junior Women's Hockey League und machte bereits dort auf sich aufmerksam. Ihre athletischen Fähigkeiten gingen über den Eishockeysport hinaus: Bei den Canada Winter Games 2015 vertrat sie die Provinz British Columbia und wurde zur Ehre gekürt, die Flagge ihrer Provinz zu tragen, ein besonderes Zeichen der Wertschätzung für ihre Leistungen und ihre Persönlichkeit.

Im Herbst 2015 begann Zandee-Hart ein Studium an der renommierten Fakultät für Arts and Sciences der Cornell University, einer der prestigeträchtigsten Ivy-League-Universitäten der Vereinigten Staaten. Parallel dazu spielte sie für das Universitätsteam Cornell Big Red in der NCAA, genauer in der ECAC Hockey. Die Kombination aus akademischer Ausbildung und sportlichem Hochleistungsprogramm verlangte ihr außerordentliche Disziplin ab. Ab der Saison 2016/17 wurde sie zur Kapitänin ihres Teams ernannt, eine Auszeichnung, die ihre Führungsqualitäten und ihr Ansehen bei Mitspielern und Trainerstab gleichermaßen unterstrichen.

Während der Saison 2017/18 wurde das kanadische Frauen-Nationalteam für die Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele in Südkorea zentralisiert. Zandee-Hart unterbrach ihr Studium, um an diesem Programm teilzunehmen und absolvierte mit dem Team Canada auch Spiele in der Alberta Midget Hockey League. Trotz intensiver Vorbereitung schaffte sie es letztlich nicht in den Olympiakader für die Spiele 2018 in Pyeongchang. Dieser Rückschlag hätte manch eine Spielerin entmutigen können, doch Zandee-Hart kehrte an die Universität zurück, schloss ihr Studium der Psychologie und Englisch im Jahr 2020 ab und bewies damit, dass sie auch jenseits des Eises ihre Ziele nicht aus den Augen verlor.

Nach ihrem Abschluss trat sie der Professional Women's Hockey Players Association bei und schloss sich damit dem Boykott der National Women's Hockey League an. In den folgenden drei Jahren spielte sie im Rahmen von Promotionsspielen, unter anderem der Dream Gap Tour, für das PWHPA-Charter aus Calgary. Diese Entscheidung spiegelte ihre Bereitschaft wider, für bessere Bedingungen im Fraueneishockey einzustehen, auch wenn dies persönliche Opfer bedeutete.

Im Jahr 2023 war die Zeit des strukturellen Wandels im nordamerikanischen Fraueneishockey gekommen. Aus der PWHPA heraus wurde die Professional Women's Hockey League gegründet, eine neue Liga mit professionellen Verträgen und besseren Bedingungen für die Spielerinnen. Zandee-Hart gehörte zu den ersten Spielerinnen der Liga: Anfang September 2023 wurde sie von PWHL New York für drei Jahre verpflichtet, und sie übernahm erneut die Rolle der Mannschaftskapitänin bei den New York Sirens.

Ihre internationale Karriere verlief parallel zu dieser professionellen Entwicklung. Bei den Eishockey-Weltmeisterschaften der U18-Frauen 2014 und 2015 holte sie mit Kanadas Juniorinnen Gold und Silber. Beim 4 Nations Cup 2016 gab sie ihr Debüt für die kanadische U22-Nationalmannschaft, und im November desselben Jahres debütierte sie für das Frauen-Nationalteam in zwei Freundschaftsspielen gegen die USA. Ihre erste große Weltmeisterschaft als Seniorin war die von 2019 in Finnland, bei der sie die Bronzemedaille gewann.

Der krönende Moment kam bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking. Nach einer weiteren Zentralisierung im Herbst 2021 erhielt sie im Januar 2022 die Nominierung, die ihr vier Jahre zuvor noch versagt geblieben war. Das kanadische Team holte die olympische Goldmedaille, und Zandee-Hart steuerte einen Assist zum Erfolg bei. Im gleichen Jahr wurde sie erneut Weltmeisterin, 2023 folgte die Silbermedaille. Ihre Karriere ist ein Zeugnis dafür, dass Beharrlichkeit und Charakter langfristig mehr zählen als kurzfristige Rückschläge.

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