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Kamerun

Staat in Zentralafrika

5 min01/01/2024
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Kamerun ist ein Land, das die geografische Vielfalt des gesamten afrikanischen Kontinents in sich vereint. Meeresküste, Gebirge, tropischer Regenwald, Savanne und Wüstenränder wechseln einander ab, weshalb Geographen Kamerun gelegentlich als Afrika im Kleinen beschreiben. Diese außergewöhnliche Naturvielfalt steht in scharfem Kontrast zur politischen und sozialen Wirklichkeit eines Landes, das von autoritärer Herrschaft, Korruption und systematischen Menschenrechtsverletzungen geprägt ist.

Der Name Kamerun hat seinen Ursprung in der Begegnung zwischen europäischen Entdeckern und der Küste Westafrikas. Portugiesische Seefahrer unter Fernão do Pós erkundeten die Region im Jahr 1472 als erste Europäer und gaben dem heutigen Fluss Wouri den Namen Rio dos Camarões, Fluss der Garnelen, weil sie die dort zahlreich vorkommenden Langusten für Garnelen hielten. Dieser Name übertrug sich zunächst auf die umliegenden Berge, wurde dann von der deutschen Kolonialverwaltung auf die heutige Stadt Douala angewandt und schließlich auf das gesamte Land ausgedehnt. Die größten Städte des Landes sind heute Yaoundé, die Hauptstadt, und Douala, die wichtigste Hafenstadt.

Das Land liegt in Zentralafrika und grenzt an Nigeria im Westen und Nordwesten, den Tschad im Norden, die Zentralafrikanische Republik im Osten sowie die Republik Kongo, Gabun und Äquatorialguinea im Süden. Im Südwesten hat Kamerun Zugang zum Atlantik an der Bucht von Bonny. Diese geopolitische Lage an einem Knotenpunkt verschiedener regionaler Einflusssphären hat die Geschichte des Landes wesentlich mitbestimmt.

Das Relief Kameruns ist von außerordentlicher Vielfalt. Das Landesinnere besteht überwiegend aus flachen Plateaus, die sich nach Norden hin zum Adamaua-Hochland und dem Mandara-Gebirge erheben, um dann zur Tiefebene des Tschadsees im äußersten Norden abzufallen. An diesem See hält Kamerun einen kleinen Anteil. Der Westen und Nordwesten des Landes ist durch vulkanisches Gebirge entlang der sogenannten Kamerunlinie geprägt. In Küstennähe ragt der Kamerunberg mit 4.095 Metern als höchste Erhebung Westafrikas auf und ist zudem ein aktiver Vulkan. Entlang derselben vulkanischen Linie erhebt sich das Vulkanfeld Oku mit bis zu 3.011 Metern, in dem die Seen Nyos und Manoun liegen. Beide Seen sind für gefährliche Ausgasungen von Kohlendioxid bekannt. Das Vulkanfeld Oku liegt im Bamenda-Hochland, das die höchsten Gebirgsregenwälder Westafrikas beherbergt. Die drittgrößte Erhebung des Landes ist das Bambouto-Massiv mit 2.740 Metern, weitere bedeutende Gipfel sind die heiligen Berge der Bakossi sowie der Manengouba und der Kupe.

Die südlichen Plateaus Kameruns sind mit tropischem Regenwald bedeckt und senken sich zu breiten Küstenebenen ab. Die Böden in Süden und Mitte des Landes sind sogenannte ferrallitische Böden, also Braunlehme der immerfeuchten Tropen. Im Norden, im Bereich der Trocken- und Dornensavanne, prägen rotbraune und rote Böden der Trockensavanne die Landschaft.

Das Klima ist tropisch mit insgesamt fünf unterschiedlichen Klimazonen, die von Norden nach Süden stark variieren. Im Norden herrscht ein wechselfeuchtes Klima mit einer Trockenzeit von Oktober bis April und einem Jahresniederschlag von rund 700 Millimetern. Die mittlere Temperatur liegt dort bei 32,2 Grad Celsius. Im äußersten Norden, beim Tschadsee, ist das Klima noch trockener. Dort befinden sich Kameruns Anteile am Tschadbecken mit den Überflutungsgebieten des Logone im Osten der Waza-Ebene. Das innere Hochland in 1.000 bis 1.500 Metern Höhe weist durchschnittlich 22 Grad Celsius und Niederschläge von 1.500 bis 1.600 Millimetern pro Jahr auf. Das westliche Bergland ist mit Niederschlägen zwischen 2.000 und 11.000 Millimetern eine der regenreichsten Regionen des gesamten Kontinents.

Politisch hat Kamerun eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach einer Zeit als deutsches Schutzgebiet und anschließend als britisches und französisches Mandatsgebiet unter dem Völkerbund und später der Vereinten Nationen erlangte das Land schrittweise seine Unabhängigkeit, die 1960 und 1961 abgeschlossen wurde. Seither wird das Land autoritär regiert, wobei Meinungsfreiheit stark eingeschränkt ist. Folter und willkürliche Festnahmen sind dokumentierte Praxis. Korruption durchdringt weite Teile des staatlichen Lebens. Diese politischen Zustände stehen in einem tragischen Widerspruch zu den natürlichen Reichtümern und der kulturellen Vielfalt eines Landes, das über 250 verschiedene Völker und Sprachen beherbergt und das Potenzial hätte, ein Vorzeigebeispiel afrikanischer Entwicklung zu sein.

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