Schweden, offiziell das Königreich Schweden, zählt zu jenen Ländern, die trotz ihrer nördlichen und peripheren Lage in Europa im zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhundert zu Vorbildern für sozialen Ausgleich, Demokratie und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit geworden sind. Das Staatsgebiet umfasst den östlichen Teil der Skandinavischen Halbinsel sowie die Inseln Gotland und Öland. Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt ist Stockholm.
Das Land grenzt im Westen und Norden an Norwegen, im Nordosten an Finnland sowie an die Ostsee, das Kattegat und das Skagerrak, den östlichsten Teil der Nordsee. Seit der Inbetriebnahme der Öresundbrücke im Jahr 2000 besteht außerdem eine direkte Landverbindung zu Dänemark. Die Landgrenze zu Norwegen misst 1.619 Kilometer, jene zu Finnland 586 Kilometer. Schweden ist Mitglied des Nordischen Rates, seit 1995 der Europäischen Union und seit 2024 der NATO.
Die räumlichen Dimensionen Schwedens sind beeindruckend. Die längste Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 1.572 Kilometer, von Osten nach Westen 499 Kilometer. Zu Schweden gehören insgesamt 267.570 Inseln, von denen Gotland mit 2.994 Quadratkilometern, Öland mit 1.347 Quadratkilometern und Orust mit 346 Quadratkilometern die größten sind. Der höchste Gipfel des Landes ist der Kebnekaise mit 2.097 Metern über dem Meeresspiegel.
Die Landschaften Schwedens lassen sich in große Großregionen aufteilen. Süd- und Mittelschweden, bekannt als Götaland und Svealand, umfasst etwa zwei Fünftel des Landes. Im Süden liegt die historische Provinz Schonen, eine Fortsetzung der Tiefebene Norddeutschlands und Dänemarks, in der sich sowohl der tiefste Punkt des Landes mit 2,4 Metern unter dem Meeresspiegel als auch der südlichste Punkt, Smygehuk, befinden. Nördlich davon erstreckt sich das Südschwedische Hochland, eine von langen Seen durchzogene Hochebene, deren Gewässer durch eiszeitliche Erosion entstanden sind. Es folgt die Mittelschwedische Senke mit großen Ebenen, Horsten, Tafelbergen und Fjorden.
Der Norden, Norrland, macht die restlichen drei Fünftel des Landes aus. Im Westen prägt das Skandinavische Gebirge, die sogenannten Skanden, die Landschaft. Die Bergkette, deren Hochflächen in Schweden als Fjäll bezeichnet werden, erreicht Höhen zwischen 1.000 und 2.000 Metern. In diesem Gebirge liegt auch der Kebnekaise. Nach Osten schließt sich das weitläufige Vorland an, Schwedens ausgedehnteste Großlandschaft. Entlang des Gebirges erstrecken sich Hochlandebenen auf 600 bis 700 Metern Höhe, die in welliges Hügelland übergehen und nach Osten abfallen. In dieser Region befinden sich die bedeutenden Erzvorkommen des Landes, darunter Eisen, Kupfer, Zink und Blei.
Die großen Flüsse Schwedens, Klarälven, Torne älv, Dalälven, Ume älv und Ångermanälven, haben ihren Ursprung im Skandinavischen Gebirge und fließen nahezu parallel in tiefen Tälern in Richtung Ostsee. Die größten Seen des Landes sind Vänern, Vättern, Mälaren und Hjälmaren. Entlang der Ostseeküste verläuft eine flache Küstenlandschaft, die zwischen Härnösand und Örnsköldsvik von einem Ausläufer des Vorlandes unterbrochen wird, dem als Nationalpark geschützten Höga Kusten.
Das geologische Fundament Schwedens, das proterozoische Grundgebirgskristallin, ist Teil des Baltischen Schildes und besteht aus Metamorphiten wie Gneis und Plutoniten wie Granit. In Jämtland und Teilen von Mittel- und Südschweden sowie auf Öland und Gotland sind auch paläozoische Serien aus Schiefer, Kalk- und Sandstein anzutreffen. Das Land verfügt über dreißig Nationalparks, von denen die flächenmäßig größten im Nordwesten liegen und gemeinsam das zusammenhängende UNESCO-Welterbe Laponia bilden.
Die Geschichte Schwedens ist die Geschichte eines Landes, das vom wikingerzeitlichen Seefahrervolk über eine mittelalterliche und frühneuzeitliche Großmacht, die im Dreißigjährigen Krieg ihren Höhepunkt erreichte, zum modernen Wohlfahrtsstaat wurde. Heute gilt Schweden weltweit als Muster für soziale Gerechtigkeit, hohe Lebensqualität und demokratische Stabilität, ein Ruf, der auf Jahrhunderten des institutionellen Aufbaus und des politischen Kompromisses beruht.


