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Spanien

Staat in Südeuropa, mit Territorium in Afrika

4 min01/01/2024
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Spanien, amtlich Königreich Spanien, ist ein Staat, der wie kein zweiter in Europa an der Schnittstelle verschiedener Kulturen, Zeitalter und Geografien liegt. Auf der Iberischen Halbinsel gelegen, mit Inseln im Mittelmeer und im Atlantik sowie zwei Exklaven auf nordafrikanischem Boden, vereint das Land eine Vielfalt, die in Europa ihresgleichen sucht. Es ist nach Fläche das zweitgrößte und nach Einwohnerzahl das viertgrößte Land der Europäischen Union. Als parlamentarische Erbmonarchie untergliedert es sich in 17 autonome Gemeinschaften und zwei autonome Städte, Ceuta und Melilla.

Die geografische Lage Spaniens zwischen 36 und 43,5 Grad nördlicher Breite sowie 9 Grad westlicher und 3 Grad östlicher Länge bestimmt seine Stellung als Brücke zwischen Europa und Afrika, zwischen Atlantik und Mittelmeer. Die Hauptstadt und größte Metropole ist Madrid, weitere bedeutende Ballungszentren sind Barcelona, Valencia, Sevilla, Bilbao, Saragossa und Málaga. Spanien nimmt knapp sechs Siebtel der Iberischen Halbinsel ein, der Rest entfällt auf Portugal im Westen und das britische Gibraltar im Süden. Im Nordosten grenzt das Land entlang der Pyrenäen an Frankreich und den Kleinstaat Andorra.

Das Territorium Spaniens umfasst neben dem Festland auch die Balearischen Inseln im Mittelmeer sowie die Kanarischen Inseln im Atlantik, vor der nordwestlichen Küste Afrikas. An der marokkanischen Küste gehören dem spanischen Staat außerdem mehrere Inseln und Halbinseln: Islas Chafarinas, Peñón de Alhucemas, Isla del Perejil und die Halbinsel Peñón de Vélez de la Gomera. Die Isla de Alborán liegt 50 Kilometer nördlich der marokkanischen Küste. In Frankreich besitzt Spanien zudem die Exklave Llívia. Der nördlichste Punkt des Festlandes ist Estaca de Bares in Galicien, der südlichste Punkt Punta Marroquí bei Tarifa, der westlichste Punkt Cabo Touriñán, ebenfalls in Galicien, und der östlichste Punkt des Festlandes ist Cap de Creus an der Costa Brava. Die größte Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 856 Kilometer, von Osten nach Westen 1.020 Kilometer.

Das Relief Spaniens zeichnet sich durch hohe Durchschnittslagen aus. Mit einer mittleren Höhe von etwa 660 Metern über dem Meeresspiegel ist das Land eines der höchstgelegenen in ganz Europa, was dem Meseta Central, dem zentralen Hochplateau, zu verdanken ist. Die räumliche Gliederung der Halbinsel wird von sechs großen Gebirgssystemen bestimmt, von denen fünf in West-Ost-Richtung verlaufen. Im Norden erheben sich die Pyrenäen mit bis zu 3.404 Metern und bilden die natürliche Grenze zum übrigen kontinentalen Europa. Westlich schließt sich das Kantabrische Gebirge an, das parallel zur Nordküste verläuft und in den Picos de Europa Höhen von bis zu 2.600 Metern erreicht. In der Mitte der Halbinsel liegt das Kastilische Scheidegebirge mit ebenfalls bis zu 2.600 Metern Höhe. Weiter südlich verläuft die niedrigere Sierra Morena, die das zentrale Hochland von der Senke des Guadalquivir trennt. Im äußersten Süden schließlich erstreckt sich die Betische Kordillere entlang der Mittelmeerküste von Gibraltar bis südlich von Valencia, in der sich der höchste Gipfel des spanischen Festlandes befindet. Auf den Kanarischen Inseln ragt der Teide mit 3.715 Metern als höchster Punkt Spaniens insgesamt auf.

Geschichte und Identität Spaniens sind von außerordentlicher Komplexität. Die Iberer, Kelten, Phönizier, Griechen, Römer, Westgoten und schließlich die Mauren prägten das Land über Jahrtausende. Die Reconquista, die schrittweise christliche Rückeroberung der Halbinsel, endete 1492 mit dem Fall Granadas. Im selben Jahr segelte Christoph Kolumbus unter spanischer Flagge und leitete eine Ära des Kolonialreichs ein, die Spanien zur stärksten Macht der Welt machte. Dieser Ruhm verblasste im Laufe der Jahrhunderte, und das zwanzigste Jahrhundert brachte mit dem Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 und der darauf folgenden Diktatur Francos eine der dunkelsten Phasen der nationalen Geschichte. Erst nach Francos Tod 1975 wandelte sich Spanien in eine parlamentarische Monarchie.

Heute ist Spanien Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der OECD und der NATO. Das Land ist nach Frankreich das am zweithäufigsten besuchte der Welt und zählt damit zu den Top-Reisezielen der Erde. Spanisch, die Amtssprache, ist eine der meistgesprochenen Sprachen der Welt, in Spanien selbst aber teilt sie sich den Raum mit anderen anerkannten Regionalsprachen wie Katalanisch, Baskisch und Galicisch. Diese innere Vielheit ist Stärke und Spannungsquelle zugleich und macht Spanien zu einem der faszinierendsten, aber auch komplexesten Staaten Europas.

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