tragedias

Tommy Taylor

Englischer Fußballspieler (1932–1958)

4 min01/01/2024
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Thomas Taylor kam am 29. Januar 1932 in Barnsley im Herzen von Yorkshire zur Welt. Wie viele seiner Zeitgenossen aus der Arbeiterschicht fand er seinen ersten sportlichen Ausdruck nicht in einem strukturierten Verein, sondern in einer Fußballauswahl seines Arbeitgebers – einer Kohlenmine namens Smithies United. Doch die Begabung des jungen Tommy war zu offensichtlich, um lange verborgen zu bleiben. Im Alter von 16 Jahren erhielt er ein Angebot vom FC Barnsley, dem lokalen Profiklub, der als Sprungbrett für viele Talente aus der Region diente.

Das Besondere an Taylor war seine Torgefährlichkeit als Mittelstürmer. Mit robuster Körplichkeit, überlegenem Kopfball und einem ausgeprägten Gespür für die richtige Position im Strafraum war er genau der Typ Stürmer, den die besten Clubs des Landes suchten. Im Jahr 1953 wechselte er zu Manchester United – für die damalige Rekordsumme von 29.999 Pfund. Die merkwürdige Zahl war kein Zufall: Manager Matt Busby wollte unbedingt vermeiden, dass Taylor mit dem Preisschild von 30.000 Pfund belastet würde und das psychologische Gewicht dieser runden Summe auf ihm lastete. Die Summe entspricht nach heutiger Kaufkraft etwa 1,13 Millionen Euro.

Schon beim Debüt zeigte Taylor, warum Busby so viel Geld in ihn investiert hatte: Er schoss gleich zwei Tore. In den folgenden Jahren avancierte er zum unverzichtbaren Stürmer der Red Devils, zum gefürchteten Torjäger, der Verteidigern schlaflose Nächte bereitete. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In 191 Spielen für Manchester United erzielte Taylor 131 Tore – eine außerordentliche Quote, die seine Klasse eindrücklich belegt.

Taylors Ruf reichte weit über England hinaus. Im Sommer 1957 unterbreitete Inter Mailand Trainer Busby ein Angebot über 65.000 Pfund – umgerechnet nach heutigem Wert rund 2,45 Millionen Euro – für den Stürmer. Busby lehnte ab. Er sah in Taylor den Kern seiner Mannschaft, einen Spieler, der nicht zu ersetzen war. Diese Entscheidung zeugte von Busbys Überzeugung, dass die Busby Babes auf dem Weg zu etwas Großem waren – einer Überzeugung, die der Lauf der Geschichte tragisch bestätigen und zugleich zerstören sollte.

Parallel zu seinem Vereinserfolg war Taylor auch auf nationaler Ebene ein wichtiger Faktor. Er bestritt insgesamt 19 Länderspiele für die englische Nationalmannschaft und erzielte dabei 16 Tore – eine bemerkenswert hohe Ausbeute. Er gehörte dem englischen Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz an und schied mit der Nationalelf im Viertelfinale aus. Die Hoffnungen, die mit seiner Generation verbunden waren, waren enorm.

Der 6. Februar 1958 sollte das brutale Ende dieser Hoffnungen sein. Manchester United war aus dem Europacup-Halbfinale zurückgekehrt, nachdem sie Roter Stern Belgrad in einem dramatischen Rückspiel gefordert hatten. Auf dem Heimweg machte das Flugzeug in München Zwischenstopp. Beim dritten Startversuch auf dem eisglatten Rollfeld des Münchner Flughafens verunglückte die Maschine. Tommy Taylor war einer der acht Manchester-United-Spieler, die bei der Katastrophe des BEA-Flugs 609 ihr Leben verloren.

Der Verlust Taylors war für den englischen Fußball kaum zu ermessen. Ein Stürmer in der Blüte seiner Jahre, mit einer Trefferquote, die ihn in die Riege der größten englischen Angreifer aller Zeiten hätte katapultieren können. Die Zahlen, die er hinterlassen hat – 131 Tore in 191 Spielen, 16 Tore in 19 Länderspielen – lassen nur erahnen, was noch hätte kommen können. Sein Name steht bis heute für das, was die Münchner Katastrophe dem englischen Fußball geraubt hat.

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