biografias

Stephen Hendry

Schottischer Snookerspieler

5 min01/01/2024
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Stephen Gordon Hendry, geboren am 13. Januar 1969 in South Queensferry in der Nähe von Edinburgh, ist der dominierende Snookerspieler seiner Generation und gilt als einer der größten Athleten, die dieser Sport je hervorgebracht hat. Seine sieben Weltmeistertitel, seine neun Jahre an der Spitze der Weltrangliste und sein revolutionärer Spielstil haben das Snooker der 1990er Jahre auf eine Weise geprägt, die bis heute nachwirkt.

Hendry wuchs in Dalgety Bay in der Region Fife auf, wohin er mit seiner Familie gezogen war. Als er fünfzehn Jahre alt war, trennten sich seine Eltern, und er zog mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder Keith nach Kirkliston. Sein Vater Gordon nahm ihn jedoch regelmäßig mit zu Turnieren durch das Land, und so reifte das außergewöhnliche Talent des jungen Stephen unter dem Einfluss beider Elternteile. 1985 begann er im Alter von sechzehn Jahren seine Profikarriere, ein früher Einstieg, der seine spätere Dominanz vorwegnahm.

Bereits 1987, mit gerade achtzehn Jahren, gewann Hendry beim Grand Prix seinen ersten Ranglistenturniersieger und wurde damit der bis dahin jüngste Titelträger dieser Art, ein Rekord, der erst später von Ronnie O'Sullivan unterboten wurde. Dieser frühe Erfolg war ein Vorbote der absoluten Herrschaft, die er in den kommenden Jahren über den gesamten Snookersport ausüben sollte.

Ab 1990 übernahm Hendry die Spitze der Weltrangliste und hielt diese Position ohne Unterbrechung bis 1998, also volle acht Jahre. Mit insgesamt 471 Wochen an der Weltranglistenspitze stellte er einen Rekord auf, der die strukturelle Überlegenheit seiner Spielweise gegenüber allen Zeitgenossen eindrucksvoll belegt. Sein Spiel kombinierte technische Präzision mit taktischer Kälte und einer Angriffsstrategie, die die damals vorherrschende defensive Spielweise des Snookers grundlegend veränderte.

Den Höhepunkt seiner Karriere bildeten die Weltmeisterschaften im Crucible Theatre in Sheffield. Hendry gewann das prestigiöseste Turnier des Sports insgesamt siebenmal: 1990, 1992, 1993, 1994, 1995, 1996 und 1999. Bei seinem ersten Triumph 1990 war er mit 21 Jahren der jüngste Weltmeister der Snooker-Geschichte. Vier seiner Finalsiege erzielte er gegen den Engländer Jimmy White, dessen wiederholte Niederlagen im Endspiel eine der epischsten Rivalitäten der Snooker-Geschichte begründeten. Mit sieben WM-Titeln ist Hendry gemeinsam mit Ronnie O'Sullivan Rekordhalter der Crucible-Ära.

Die Saison 1990/91 unterstrich seine Ausnahmestellung noch einmal besonders: Mit fünf Ranglistenturniersiegen innerhalb einer einzigen Spielzeit stellte er einen Rekord auf, der den schieren Umfang seiner Dominanz verdeutlicht. Insgesamt gewann Hendry 36 Ranglistenturniere, darunter sechsmal das Masters und fünfmal die UK Championship. Im Finale der UK Championship 1994 gegen Ken Doherty spielte er sieben Centuries in einem einzigen Match, ein Rekord, der bis heute steht. Bei der Weltmeisterschaft 2002 erzielte er 16 Centuries in einem Turnier, ebenfalls eine bis dahin unbekannte Marke.

Seine Bilanz bei Maximum Breaks, also dem perfekten Durchlauf mit 147 Punkten ohne Fehlerstoß, ist ebenfalls beeindruckend. Mit insgesamt elf solcher Höchst-Breaks steht er auf dem dritten Platz hinter O'Sullivan und John Higgins. Sein letztes Maximum Break spielte er am 21. April 2012 in seinem Erstrundenmatch bei der Weltmeisterschaft gegen Stuart Bingham, beim Stand von 6:1 für Hendry. Er spielte insgesamt 777 offizielle Century Breaks und liegt damit auf dem sechsten Platz in der ewigen Bestenliste.

Mit dem Aufkommen einer neuen Spielergeneration, insbesondere Mark Williams, John Higgins und vor allem Ronnie O'Sullivan, verlor Hendrys Überlegenheit ab Ende der 1990er Jahre allmählich an Absolutheit. Nach seinem letzten WM-Sieg 1999 gewann er nur noch vier Ranglistenturniere, zuletzt 2005 den Malta Cup. Höhepunkte seiner späten Karriere waren das WM-Finale 2002, in dem er gegen Peter Ebdon mit 17:18 unterlag, und die kurzzeitige Rückeroberung der Weltranglistenführung im Jahr 2006.

Am 1. Mai 2012, unmittelbar nach seiner 2:13-Niederlage gegen Stephen Maguire im WM-Viertelfinale, gab Hendry seinen Rücktritt vom aktiven Snooker bekannt. Er hatte zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre ohne Unterbrechung zu den Top 16 der Weltrangliste gezählt, davon neun Jahre auf der Spitzenposition. Er war einer der ersten Spieler, die in die Snooker Hall of Fame aufgenommen wurden. Von 2020 bis 2024 kehrte er noch einmal sporadisch auf die Main Tour zurück, ehe er sich endgültig verabschiedete. Bis zum Beginn der Saison 2009/10 hatte er ein Preisgeld von 8,6 Millionen Pfund eingefahren. Heute ist Hendry als Kommentator und Experte im Fernsehen tätig und gibt der nächsten Generation seine Erfahrungen weiter.

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