Francisco Buyo Sánchez wurde am 13. Januar 1958 in Betanzos in der galicischen Region Spaniens geboren und sollte zu einem der bedeutendsten Torhüter in der Geschichte des spanischen Fußballs werden. Sein Weg an die Spitze begann früh und war geprägt von Talent, Ausdauer und einer außergewöhnlichen Zuverlässigkeit zwischen den Pfosten.
Als Vierzehnjähriger begann Buyo beim Ural CF mit dem Fußball. Schon in dieser frühen Phase offenbarte er eine bemerkenswerte Doppelbegabung: Am Ende seiner ersten Saison war er sowohl als Torhüter ungeschlagen als auch der erfolgreichste Torschütze seiner Mannschaft – eine Kombination, die in der Geschichte des Sports ihresgleichen sucht. Seine professionelle Karriere startete er 1975 bei RCD Mallorca in der Segunda División, bevor er in seine galicische Heimat zu Deportivo La Coruña zurückkehrte.
In der Saison 1978/79 wurde er an SD Huesca ausgeliehen, da er in der benachbarten Garnisonstadt Jaca seinen Militärdienst ableisten musste. 1980 folgte der Wechsel zu Sevilla FC, wo er von Beginn an als unbestrittener Stammtorhüter agierte und in der Primera División debütierte. Seine Leistungen in Andalusien waren so überzeugend, dass ihn Real Madrid 1986 als Nachfolger für ihren alternden Keeper verpflichtete.
Bei den Königlichen aus Madrid blühte Buyo vollständig auf. Elf Jahre lang hütete er das Tor des erfolgreichsten Clubs Spaniens und erlebte eine der glorreichsten Epochen der Vereinsgeschichte. Er spielte Seite an Seite mit der berühmten Quinta del Buitre, jener goldenen Generation um Emilio Butragueño, sowie mit späteren Stars wie Fernando Redondo, Iván Zamorano und dem jungen Raúl. In nationalen Wettbewerben war seine Bilanz herausragend: Sechs Meistertitel in der Primera División, zwei Siege im Copa del Rey und vier Triumphe im Spanischen Supercup stehen auf seiner Habenseite.
Zwei Mal erhielt Buyo den begehrten Trofeo Zamora, die Auszeichnung für den besten Torhüter der Primera División – in den Saisons 1987/88 und 1991/92. Diese Ehrungen bestätigten, was die Fußballwelt längst wusste: Buyo gehörte zur absoluten Weltklasse. Eine besondere Statistik untermauert dies eindrucksvoll: Zwischen dem 3. Dezember 1994 und dem 12. Februar 1995 blieb er 709 Minuten lang ohne Gegentor, was die fünftlängste Serie der ewigen Bestenliste im spanischen Ligabetrieb darstellt.
Auf internationaler Ebene war Buyo schon früh ein Teil des spanischen Fußballs. Als junger Spieler bei Deportivo La Coruña wurde er 1980 für das olympische Fußballturnier in Moskau nominiert. Unvergesslich bleibt sein Anteil an einem der kuriosesten Kapitel der spanischen Fußballgeschichte: Am 21. Dezember 1983 bestritt Spanien das letzte Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 1984 gegen Malta. Um sich noch zu qualifizieren, war ein Sieg mit mindestens elf Toren Unterschied zwingend notwendig – ein scheinbar unmögliches Unterfangen. Doch Spanien gewann tatsächlich mit 12:1 und schaffte das historisch Unglaubliche. Buyo stand in diesem Spiel im Tor und wurde Zeuge eines der irrwitzigsten Fußballabende der Geschichte. Bei der EM 1984 in Frankreich gehörte Spanien dann zum Vize-Europameister-Kader.
1997 beendete Buyo seine aktive Laufbahn. Mit 542 Einsätzen in der Primera División belegt er bis heute den dritten Platz in der ewigen Rangliste der meisten Ligaeinsätze in Spanien. Nach dem Ende seiner Spielerkarriere übernahm er in der Saison 2000/01 das Traineramt bei Real Madrid B, bevor er sich der Wirtschaft zuwandte und ein Unternehmen für die Verlegung von Kunstrasen gründete. Parallel dazu betätigte er sich als Fußballkommentator für Sender wie Al Jazeera und TVE und verfasste bis Mitte 2009 eine eigene Kolumne in der Tageszeitung El País. Seit 2008 tritt er zudem mit der Veteranenmannschaft von Real Madrid in Futsalturnieren an – ein leidenschaftlicher Fußballer bis ins hohe Alter.
