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Shonda Rhimes

US-amerikanische Drehbuchautorin und Produzentin von Fernsehserien

4 min01/01/2024
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Shonda Rhimes, geboren am 13. Januar 1970 in Chicago, Illinois, ist eine der einflussreichsten Kräfte im amerikanischen Fernsehen der Gegenwart. Als Drehbuchautorin, Showrunnerin und Produzentin hat sie Serien erschaffen, die nicht nur Einschaltquoten-Rekorde brachen, sondern auch das Bild von Frauen, Minderheiten und komplexen moralischen Figuren auf dem amerikanischen Bildschirm grundlegend veränderten.

Rhimes besuchte mehrere katholische Schulen in Chicago, bevor sie ihren Abschluss am renommierten Dartmouth College erwarb, einer der traditionsreichsten Universitäten der Ivy-League-Welt. Parallel zu ihrer Ausbildung sammelte sie praktische Erfahrungen in einem Chicagoer Krankenhaus, wo sie als sogenannte Candy Striper, eine Art freiwillige Praktikantin, arbeitete. Diese Begegnungen mit dem klinischen Alltag, mit Menschen in existenziellen Ausnahmesituationen, sollten sich Jahre später als unschätzbare Inspiration erweisen.

Ihr erster Schritt in die professionelle Welt des Drehbuchschreibens gelang ihr 1998 mit dem Skript für den Film Blossoms & Veils. Vier Jahre später schrieb sie das Drehbuch für die Filmkomödie Plötzlich Prinzessin 2 sowie das Skript für Not a Girl – Crossroads mit Britney Spears in der Hauptrolle, ein frühes Zeichen ihres Talents, populärkulturell zugängliche Stoffe für ein breites Massenpublikum aufzubereiten.

Das Jahr 2005 stellte den entscheidenden Wendepunkt in ihrer Karriere dar. Der Sender ABC brauchte eine Überbrückungsserie zwischen zwei Staffeln des erfolgreichen Boston Legal, und Rhimes lieferte mit Grey's Anatomy ein Werk, das den vorübergehenden Sendeplatz-Lückenbüßer bei weitem übertraf. Die Krankenhausserie um die Chirurgen des fiktiven Seattle Grace Hospital entwickelte sich zu einem kulturellen Phänomen: packende medizinische Fälle, durchdrungene persönliche Dramen und ein Ensemble von Charakteren, das die ethnische und geschlechtliche Vielfalt des realen Amerikas widerspiegelte, wie es das Fernsehen bis dahin selten gewagt hatte.

Der Erfolg von Grey's Anatomy öffnete Rhimes alle Türen. 2007 entwickelte sie Private Practice, ein Spin-off der Mutterserie, das sich ebenfalls bei ABC etablierte. Das Universum, das sie erschuf, wurde als Shondaland bekannt, und dieser Begriff fasste nicht nur ihre Produktionsfirma zusammen, sondern auch eine bestimmte Erzählhaltung: melodramatische Intensität, moralische Grauflächen, starke Frauenfiguren und ein diverser Cast als Normalzustand, nicht als Ausnahme.

2011 folgte die Arztserie Off the Map, und 2012 startete Scandal, das Rhimes auf eine neue erzählerische Ebene hob. In der politischen Thrillerserie spielte Kerry Washington die Krisenmanagerin Olivia Pope, eine brillante, mächtige schwarze Frau im Zentrum der Washingtoner Machtspiele. Scandal war die erste Primetime-Dramaserie mit einer schwarzen Protagonistin seit über vierzig Jahren beim großen US-amerikanischen Netzwerk-Fernsehen, ein historischer Meilenstein, der von Kritik und Publikum gleichermaßen anerkannt wurde. Die Serie lief bis 2018 bei ABC.

Im Herbst 2014 erweiterte Rhimes ihr Imperium erneut. How to Get Away with Murder, mit Viola Davis in der Hauptrolle als brillante, zutiefst fehlerhafte Juraprofessorin Annalise Keating, startete erfolgreich bei ABC und lief bis 2020. Damit hatte Rhimes an einem einzigen Abend im amerikanischen Fernsehprogramm drei Serien gleichzeitig laufen, was das Branchenblatt The Hollywood Reporter als "TGIT" – Thank God It's Thursday – feierte, einen Begriff, der das Donnerstagabend-Blockbuster-Programm des Senders beschrieb.

Der Wechsel zu Netflix im Jahr 2017 war eine weitere Zäsur. Rhimes unterschrieb ein damals spektakuläres Deal mit dem Streamingdienst und brachte dorthin ihren gesamten kreativen Apparat mit. Die erste große Frucht dieser neuen Partnerschaft war Bridgerton, eine Period-Drama-Serie nach den Romanvorlagen von Julia Quinn, die 2020 startete. Die Serie setzte auf ein bewusst buntes, ahistorisches Casting, zeigte Menschen verschiedener Hautfarben in den aristokratischen Kreisen des Regency-England und wurde zum weltweiten Streaming-Erfolg. Das Prequel Queen Charlotte vertiefte die Welt und die Charaktere weiter.

2023 wurde Rhimes in die American Academy of Arts and Sciences gewählt, eine Anerkennung, die ihre Bedeutung weit über die Unterhaltungsindustrie hinaus bestätigt. In einer Branche, die traditionell von weißen Männern dominiert wurde, hat Shonda Rhimes mit Beharrlichkeit, handwerklichem Können und einem untrüglichen Gespür für Geschichten, die Menschen berühren, eine neue Normalität geschaffen. Ihre Serien haben nicht nur Millionen von Zuschauerinnen und Zuschauern weltweit unterhalten, sondern auch die Diskussion darüber verändert, wessen Geschichten es wert sind, erzählt zu werden.

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