misterios

Robert Stack

US-amerikanischer Filmschauspieler

5 min01/01/2024
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Robert Stack verkörperte über mehr als sechs Jahrzehnte den Archetypus des hartgesottenen amerikanischen Mannes auf der Leinwand und auf dem Bildschirm. Sein Leben war ebenso ungewöhnlich wie seine Karriere: Aufgewachsen zwischen zwei Welten, sprach er in seiner Kindheit kein Englisch und kämpfte sich doch bis in die Spitze Hollywoods durch.

Geboren am 13. Januar 1919 in Los Angeles – sein vollständiger Name lautete Charles Langford Modini Stack –, verließ er die Stadt als Dreijähriger, als seine Mutter nach der Scheidung mit ihm nach Europa zog. Bis er im Alter von sieben Jahren nach Los Angeles zurückkehrte, sprach er fließend Italienisch und Französisch, aber kein Wort Englisch. Diese ungewöhnliche Kindheitserfahrung formte den vielseitigen und weltgewandten Charakter, der ihm später in seiner Karriere zugutekommen sollte.

Am College zeichnete sich Stack als vielseitiger Sportler aus. Er war Polospieler und galt zeitweise als einer der besten Tontaubenschützen der gesamten Vereinigten Staaten. Stacks Familie gehörte zu den wohlhabenden Kreisen von Los Angeles und pflegte Kontakte zur Filmwelt. Als Jugendlicher verkehrte er mit Hollywood-Stars wie Spencer Tracy und Clark Gable. Letzteren beschrieb er als eine Art Ersatzvater, nachdem sein leiblicher Vater früh gestorben war, als Stack neun Jahre alt war.

Gegen Ende der 1930er Jahre nahm Stack Schauspielunterricht und kam 1939 zu den Universal Studios. Sein allererster Film First Love sorgte sofort für Aufsehen: Der zwanzigjährige Stack gab dem Filmstar Deanna Durbin ihren ersten Leinwandkuss. Die Universal-Produzenten hatten dieses Ereignis im Vorfeld mit langen Presseberichten und zahlreichen Probeaufnahmen anderer Schauspieler gezielt in Szene gesetzt und damit maximale Publicity erzeugt.

In den folgenden Jahren etablierte sich Stack als Schauspieler vor allem in Western und Kriegsfilmen. Zu seinen frühen Rollen gehörte die Darstellung eines jungen Nationalsozialisten in Frank Borzages Drama Tödlicher Sturm im Jahr 1940 an der Seite von James Stewart sowie die Rolle des polnischen Fliegerleutnants Stanislaw Sobinski in Ernst Lubitschs Komödienklassiker Sein oder Nichtsein von 1942. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, nutzte er seine Erfahrung als Schütze und diente rund dreieinhalb Jahre als Schießausbilder bei der United States Navy, wo er den Rang eines Leutnants erreichte.

Nach dem Krieg kehrte er mit Rollen in Filmen wie Fighter Squadron mit Edmond O'Brien und A Date with Judy mit Elizabeth Taylor auf die Leinwand zurück. 1952 spielte er die Hauptrolle in Bwana, der Teufel, der ersten Großproduktion in 3D. 1954 stand er in der zweiten Hauptrolle hinter John Wayne in William A. Wellmans Fliegerdrama Es wird immer wieder Tag. Den wohl größten Erfolg seiner Filmkarriere feierte er 1956 in Douglas Sirks melodramatischem Meisterwerk In den Wind geschrieben, in dem er den alkoholkranken Playboy Kyle Hadley spielte. Für diese Leistung erhielt er eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller. Im darauffolgenden Jahr spielte er erneut unter Sirks Regie eine ähnlich angelegte Rolle in Duell in den Wolken.

Ab Ende der 1950er Jahre wandte sich Stack dem Fernsehen zu – eine Entscheidung, die seinen Ruhm noch steigern sollte. Von 1959 bis 1963 spielte er die Hauptrolle des Agenten Eliot Ness in der Dramaserie Die Unbestechlichen. Die rund 120 Folgen dieser Serie schilderten den Kampf zwischen Polizisten und Gangstern im Chicago der Prohibitionszeit und machten Stack zu einem der bekanntesten Gesichter des amerikanischen Fernsehens. Die Rolle brachte ihm einen Emmy ein. Es folgten weitere Hauptrollen in den Fernsehserien The Name of the Game von 1968 bis 1971, Most Wanted von 1976 und Strike Force von 1981.

Der vielsprachige Stack übernahm 1966 auch die Hauptrolle im deutschsprachigen Film Die Hölle von Macao an der Seite von Elke Sommer und trat zudem in französisch- und italienischsprachigen Produktionen auf, etwa in Jean Delannoys Action Man von 1967. Mit fortgeschrittenem Alter übernahm er häufig selbstironische Rollen, die sein Image als harter Mann persiflierten – eine Gabe, die viele seiner Kollegen nicht besaßen. Robert Stack starb am 14. Mai 2003 in Beverly Hills, Kalifornien.

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