Orlando Jonathan Blanchard Copeland Bloom wurde am 13. Januar 1977 in Canterbury, England, geboren. Sein Name ist eng verknüpft mit zwei der erfolgreichsten Filmfranchises der Filmgeschichte – und doch beginnt seine Geschichte mit einer Schulstunde, Legasthenie und einem Bibelvers am Sonntagmorgen.
Bloom ist der Sohn der Kinderbuchautorin Sonia Copeland-Bloom. Sein rechtlicher Vater war der südafrikanische Journalist und Bürgerrechtler Harry Bloom. Erst als Erwachsener erfuhr Bloom, dass sein biologischer Vater in Wirklichkeit sein Taufpate Colin Stone war, ein Schuldirektor und enger Freund der Familie. Diese späte Enthüllung prägte sein Selbstbild nachhaltig.
Die Familie war religiös und anglikanisch geprägt. Bloom und seine Schwester Samantha wurden so erzogen, dass sie jeden Sonntag Bibelverse auswendig lernen mussten. Bloom litt in seiner Kindheit und Jugend unter Legasthenie, kämpfte sich aber durch die verschiedenen Schulen seiner Geburtsstadt Canterbury. Der erste Kontakt mit dem Sprechen von Texten kam ihm durch diese religiöse Erziehung – eine ungewöhnliche Wurzel für eine internationale Schauspielkarriere.
Mit 16 Jahren zog Bloom nach London und schrieb sich an der Schauspielschule National Youth Theatre ein, einem renommierten Programm für Jugendliche und junge Erwachsene. Er verdiente sich in dieser Zeit erste Erfahrungen als Komparse und Nebendarsteller. In der Produktion „Wilde" über das Leben Oscar Wildes hatte er 1997 seinen ersten kurzen Kinoauftritt: Er spielte einen Strichjungen in einer Schlüsselszene des Films, in der Oscar Wilde seine eigene Homosexualität erkennt. Sein Dialog beschränkte sich auf einen einzigen Satz.
Bloom entschied sich, weitere Angebote abzulehnen, um seine Ausbildung abzuschließen. Er absolvierte ein Studium an der Guildhall School of Music and Drama, einer der angesehensten Darstellungsschulen Großbritanniens. Zwei Tage nach seinem Abschluss erhielt er die Nachricht, die sein Leben veränderte: Er würde den Elben Legolas in Peter Jacksons Verfilmung von „Der Herr der Ringe" spielen. Beim Casting hatte er ursprünglich für die Rolle des Faramir vorgesprochen, doch Jackson war überzeugt, in ihm den perfekten Legolas gefunden zu haben.
Bloom verkörperte den blondhaarigen Elben-Bogenschützen in allen drei Teilen der Trilogie und wurde dadurch weltberühmt. Die Filme wurden zu Kultwerken, und Legolas wurde zu einer der ikonischsten Figuren des modernen Kinos. Unmittelbar anschließend übernahm er eine kleine Nebenrolle in Ridley Scotts Kriegsfilm „Black Hawk Down".
Ab 2003 spielte Bloom fortlaufend die Rolle des Will Turner in der „Pirates of the Caribbean"-Reihe an der Seite von Johnny Depp und Keira Knightley – ein weiterer Riesenerfolg, der seine Position als einer der bekanntesten Schauspieler seiner Generation festigte. In Wolfgang Petersens epischem „Troja" (2004) spielte er an der Seite von Brad Pitt und Diane Kruger den Paris. Ridley Scotts Historienepos „Königreich der Himmel" (2005) brachte ihm sogar den Jameson People's Choice Award ein.
Bei der Independent-Produktion „Haven" (2004) beteiligte er sich erstmals auch als Co-Produzent. Im Herbst 2005 zeigte er sich mit „Elizabethtown" an der Seite von Kirsten Dunst und Susan Sarandon in einer neuzeitlichen Komödie. Im August 2010 folgten Dreharbeiten in Bamberg und Würzburg für die 3D-Neuverfilmung „Die drei Musketiere" (2011), wo er neben Christoph Waltz den Herzog von Buckingham spielte.
In der dreiteiligen Verfilmung von Tolkiens „Der Hobbit" kehrte Bloom erneut als Legolas zurück und schloss damit den Kreis zu seinen Anfängen als Filmschauspieler.
Bloom entstammt einer kreativen Familie: Seine Schwester Samantha ist ebenfalls Schauspielerin, sein Cousin Sebastian Copeland ein bekannter Dokumentarfilmer und Fotograf, sein Onkel Jean-Claude Casadesus ein französischer Dirigent. Der als Anglikaner aufgewachsene Bloom wurde im Erwachsenenalter Anhänger der religiösen Bewegung Sōka Gakkai. Er setzt sich aktiv für UNICEF ein und wurde im März 2011 das Werbegesicht von Hugo Boss Orange.

