James Mikely Mantell Posey, Jr., geboren am 13. Januar 1977 in Cleveland, Ohio, verkörperte über mehr als ein Jahrzehnt den Typ des unauffällig unverzichtbaren NBA-Profis. Ohne jemals der strahlende Star zu sein, war er an zwei Meisterschaften beteiligt und galt als einer der verlässlichsten Allrounder seiner Generation.
Posey wuchs in Cleveland auf und entwickelte seine basketballerischen Fähigkeiten auf dem Weg zur Xavier University, wo er sich als zuverlässiger Korbjäger und athletischer Flügelspieler etablierte. Beim NBA Draft 1999 wurde er an 18. Stelle von den Denver Nuggets ausgewählt – eine respektable Positionierung, die seine Erwartungen widerspiegelte.
Bei den Nuggets überzeugte Posey schnell. Mit seiner Athletik und Spielintelligenz sicherte er sich einen Startplatz als Shooting Guard. Pro Spiel erzielte er rund 9 Punkte und 5 Rebounds – solide Werte für ein Team, das in diesen Jahren um Aufmerksamkeit in der Western Conference kämpfte. Diese Leistungen brachten ihm eine Berufung in das NBA All-Rookie Second Team der Saison 1999/2000 ein.
Nach drei respektablen Jahren bei den schwachen Nuggets wechselte Posey in der Saison 2002/03 zunächst zu den Houston Rockets und dann zu den Memphis Grizzlies. Dort spielte er an der Seite des damals aufsteigenden Pau Gasol und erreichte erstmals die Playoffs, kam jedoch nie über die erste Runde hinaus.
Der entscheidende Schritt in Poseys Karriere kam mit dem Wechsel zu den Miami Heat für die Saison 2005/06. Als Reservespieler hinter Antoine Walker übernahm er die Rolle des Rollenspezialisten – defensiv kompromisslos, offensiv situativ eingesetzt. Mit den Heat gewann er die NBA-Meisterschaft. Besonders herauszuheben war sein Beitrag gemeinsam mit Udonis Haslem: Die beiden verhinderten effektiv, dass Dirk Nowitzki vom Finalgegner Dallas Mavericks je wirklich sein Spiel entfalten konnte.
Die Saison 2006/07 verlief dagegen enttäuschend. Die Heat kamen nicht über die erste Playoff-Runde hinaus. Head Coach Pat Riley bezeichnete Posey öffentlich als „faul und übergewichtig" und ließ ihn aus seinem Vertrag. Eine solche öffentliche Kritik von einem der renommiertesten Trainer der NBA hätte eine Karriere dauerhaft beschädigen können.
Stattdessen vollzog Posey eine beeindruckende Kehrtwende. Er wechselte zu den Boston Celtics und entwickelte sich in der Saison 2007/08 zum wertvollen „Sechsten Mann" – jenem Spieler, der als bester Reservist die Energie und Qualität einer Mannschaft hebt. Die Celtics gewannen die NBA-Meisterschaft 2008, und Posey hatte seinen Anteil daran. Zwei Meistertitel in drei Jahren – eine bemerkenswerte Bilanz für einen Mann, der nie im Rampenlicht stand.
Posey galt als defensivstarker Allrounder, der von der Bank kommend vor allem in der Schlussphase wichtige Aktionen in Angriff und Verteidigung lieferte. Sein Temperament war jedoch bisweilen schwer zu zügeln: In den Playoffs 2006 wurde er wegen eines harten Fouls an Chicago Bulls-Point Guard Kirk Hinrich für ein Spiel gesperrt.
Nach Stationen bei weiteren Teams – darunter den Indiana Pacers – endete seine aktive Karriere nach der Saison 2010/11, als er per Amnestieklausel aus seinem Vertrag entlassen wurde und kein neues NBA-Team mehr überzeugen konnte.
Posey kündigte früh sein Interesse an einer Trainerkarriere an. Zur Saison 2013/14 übernahm er einen Posten als Assistant Coach bei den Canton Charge in der NBA Development League. Ab der Saison 2014/15 war er Co-Trainer bei den Cleveland Cavaliers – jener Franchise, deren Metropole ihn einst hervorgebracht hatte. Am 24. Januar 2008, mitten in seiner erfolgreichsten Saison, wurde seine Tochter Sai Aleke Posey geboren.
