biografias

Mark Bosnich

Australischer Fußballtorwart

4 min01/01/2024
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Mark Bosnich wurde am 13. Januar 1972 in Fairfield, einem Vorort von Sydney, geboren. Als Torhüter mit kroatischen Wurzeln, australischem Selbstbewusstsein und einer Karriere voller Höhen und Tiefen gehört er zu den komplexesten Figuren des australischen Fußballs.

Bosnich bestritt 17 Länderspiele für die australische A-Nationalmannschaft und schrieb dabei eine kuriose Fußballgeschichte: Als Torwart gelang ihm ein Treffer beim 13:0-Sieg Australiens gegen die Salomonische Fußballnationalmannschaft – eine Rarität, die den Statistikern aller Fußballländer Freude bereitet. Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona erreichte er mit der australischen Olympiamannschaft den vierten Platz. 1997 wurde Bosnich zum Ozeaniens Fußballer des Jahres gewählt – die höchste Auszeichnung, die der Kontinent zu bieten hatte.

Auf Vereinsebene spielte Bosnich vor allem in England, wo er für Aston Villa und später Manchester United sowie den FC Chelsea zwischen den Pfosten stand. Im Jahr 1996 kam es bei einem Auswärtsspiel mit Aston Villa in der White Hart Lane gegen Tottenham Hotspur zu einem Vorfall, der seine Karriere nachhaltig überschattete. Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigte Bosnich den sogenannten Hitlergruß – und untermalte die Geste zusätzlich mit einem gestisch angedeuteten Hitlerbart, offenbar als missgeleiteten Scherz in Richtung der Tottenham-Fans, deren Klub traditionell eine starke jüdische Anhängerschaft hat. Der Schiedsrichter zeigte ihm die Gelbe Karte. Unmittelbar nach der Partie erfolgte eine polizeiliche Untersuchung, in der Bosnich und sein damaliger Trainer Brian Little befragt wurden. Am Ende überließen die Behörden eine Sanktionierung der Football Association, die eine Geldstrafe von 1.000 Pfund und eine Spielsperre verhängte.

Bosnich entschuldigte sich und bezeichnete die Geste als Witz ohne antisemitische Absicht, gerichtet an Fans, die ihn zuvor mit Nazi-Saluten provoziert hatten. Die Öffentlichkeit nahm diese Erklärung unterschiedlich auf; der Vorfall wurde in der Folge nicht vergessen.

Ein weiterer schwerer Einschnitt kam im Jahr 2002: Bei Bosnich wurde die Einnahme von Kokain festgestellt. Sein damaliger Arbeitgeber, der FC Chelsea, entließ ihn umgehend. Der englische Fußballverband verhängte eine neunmonatige Sperre. Bosnich, der zuvor zu den gefragtesten Torhütern Englands gehört hatte, versank für mehrere Jahre in der Bedeutungslosigkeit.

Was folgte, war eine der ungewöhnlichsten Comeback-Geschichten des australischen Fußballs. Nach über fünf Jahren Abwesenheit vom Profi-Fußball kehrte Bosnich am 27. Juli 2008 auf den Platz zurück – nicht in England, sondern bei seiner australischen Heimat, dem Central Coast Mariners, in einem Pre-Season-Spiel gegen den Sydney FC. Das Team gewann 3:0. Im August 2008 erhielt er noch einen Kurzzeitvertrag mit vier weiteren Ligaeinsätzen; sein Team blieb dabei ungeschlagen. Es war kein triumphaler Abschluss einer Weltkarriere, aber ein würdiger Schlusspunkt für einen Spieler, der all das Menschliche durchlebt hatte: Triumph, Skandal, Fall und Rückkehr.

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