tragedias

Judith Resnik

US-amerikanische Astronautin, die in der Space Shuttle Challenger-Explosion während des Starts von Mission STS-51-L starb

6 min01/01/2024
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Judith Arlene Resnik, bekannt als Judy, war eine Frau, die in einer Zeit, da Frauen in Wissenschaft und Technik noch auf erhebliche Widerstände stießen, Außerordentliches leistete. Ihre Begabung war von Kind an offensichtlich, ihr Weg vom jüdischen Vorort Ohios bis in den Weltraum eine Geschichte von Entschlossenheit, Intellekt und unbändiger Neugier.

Sie wurde am 5. April 1949 in Akron, Ohio, als Tochter von Marvin Resnik, einem Augenoptiker, und seiner Frau Sarah, geborene Polensky, einer Rechtsanwaltsgehilfin, geboren. Ihre Eltern waren Kinder jüdischer Einwanderer, Resniks Vater war als Neunjähriger aus der Ukraine, damals Teil des russischen Zarenreichs, in die Vereinigten Staaten gekommen. Die Familie lebte nach jüdischen Traditionen; Judy besuchte eine Schule zur Erlernung der hebräischen Sprache in der Beth-El-Synagoge und feierte ihre Bat-Mizwa. Sie hatte einen vier Jahre jüngeren Bruder namens Charles.

Bereits im Kindergarten fiel sie durch ihre intellektuelle Brillanz auf und wurde ein Jahr früher eingeschult als ihre Altersgenossen. An der Fairlawn Elementary und später der Simon Perkins Junior High School zeigte sie außerordentliche Leistungen, vor allem in Mathematik. An der Firestone High School in Akron zeichnete sie sich in Mathematik, Sprachen und klassischem Klavier aus. Am Klavier erreichte sie mehr als nur technische Meisterschaft; auf die Frage nach ihrem Spielstil antwortete sie einmal prägnant: „Ich spiele nie etwas Sanftes." Sie plante ernsthaft eine Karriere als Konzertpianistin.

Kurz vor dem College erzielte Resnik bei der SAT-Prüfung ein perfektes Ergebnis, als einzige Frau des Landes in jenem Jahr und eine von nur sechzehn Frauen, denen dies jemals gelungen war. Im Jahr 1966 machte sie ihren Schulabschluss an der Firestone High School als Abschiedsrednerin und zweitplatzierte Ballkönigin. Im selben Jahr trennten sich ihre Eltern, was tiefe Spuren hinterließ. Als Siebzehnjährige leitete sie einen Gerichtsprozess ein, um das Sorgerecht von ihrer Mutter auf ihren Vater übertragen zu lassen, dem sie besonders nahestand. Briefe ihrer Mutter riss sie ungeöffnet.

Resnik trat mit siebzehn Jahren in das Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh ein und war dort eine von drei Studentinnen im Fach Elektrotechnik. Anfangs schwebte ihr noch die Mathematik vor, doch schon im zweiten Studienjahr entdeckte sie ihre Leidenschaft für die praktischen Aspekte der Ingenieurwissenschaften, beeinflusst auch durch ihren damaligen Freund und späteren Ehemann Michael Oldak. Im Jahr 1970 erwarb sie ihren Bachelor-Abschluss in Elektrotechnik an der nunmehr umbenannten Carnegie Mellon University.

In den folgenden Jahren sammelte sie breitgefächerte Erfahrungen. Bei der Firma RCA in Moorestown und später in Springfield arbeitete sie unter anderem an Radarsystemen sowie an Höhenforschungsraketen und Telemetriesystemen für die NASA. Im Jahr 1974 wechselte sie an das Labor für Neurophysiologie der US-Gesundheitsbehörde in Bethesda, ohne dabei ihre elektrotechnische Forschung aufzugeben. Parallel schrieb sie an der University of Maryland ihre Doktorarbeit im Fach Elektrotechnik, die sie 1977 abschloss. Unmittelbar danach begann sie eine Stelle in der Produktentwicklung bei Xerox in Kalifornien.

Die NASA rief. Im Jahr 1978 wurde Resnik für das Astronautenprogramm ausgewählt, als eine der ersten sechs Astronautinnen in der Geschichte der amerikanischen Raumfahrt. Vor ihrem Tod bei der Challenger-Katastrophe am 28. Januar 1986 hatte sie bereits einen Raumflug absolviert: Im August 1984 startete sie an Bord der Discovery zur Mission STS-41-D und wurde dabei zur zweiten amerikanischen Frau im Weltraum. Während dieses Fluges setzte sie einen ausfahrbaren Solarpaneel-Prototyp aus.

Am 28. Januar 1986 bestieg sie als Missionsspezialistin die Raumfähre Challenger. Zusammen mit sechs weiteren Besatzungsmitgliedern startete sie für die Mission STS-51-L. Nur 73 Sekunden nach dem Abheben von Cape Canaveral zerbrach die Challenger, als ein undichter Feststoffbooster Feuer an den externen Tank leitete und die Struktur des Raumschiffes zerstörte. Alle sieben Astronauten kamen ums Leben. Judith Resnik war 36 Jahre alt. Ihr Vermächtnis lebt in der Geschichte der Wissenschaft und der Raumfahrt fort, als eine Frau, die mit Brillanz und Mut Grenzen verschob.

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