Carles Rexach Cerdà wurde am 13. Januar 1947 in Barcelona, Katalonien, geboren und ist einer der wenigen Menschen, die ihrem Herzensverein ein ganzes Leben lang treu geblieben sind – als Spieler, Trainer, Scout und Manager. Der FC Barcelona war nicht nur sein Arbeitgeber, sondern sein Lebensinhalt.
Mit zwölf Jahren trat Rexach in die Jugendabteilung des FC Barcelona ein. Insgesamt 22 Jahre sollte er dem Verein aktiv verbunden bleiben. Sein Profidebüt feierte er 1965 als 18-Jähriger gegen Racing Santander im Copa del Generalísimo – dem Vorläufer des heutigen Copa del Rey. Bei einem 4:0-Sieg erzielte er das vierte Tor, ein eindrucksvoller Einstand. Die nächsten beiden Jahre verbrachte er im Reserveteam, bevor er 1967 endgültig in den Kader der ersten Mannschaft aufrückte.
Als schneller und technisch versierter Flügelstürmer entwickelte sich Rexach zu einem der wichtigsten Spieler seiner Generation. In der Saison 1970/71 krönte er sich gemeinsam mit José Eulogio Gárate zum Torschützenkönig der Primera División und erzielte dabei 17 Tore in 29 Spielen – eine Leistung, die mit der Pichichi-Trophäe geehrt wurde. Mit der Ankunft des niederländischen Superstars Johan Cruyff erlebte Barcelona eine neue Ära: 1974 gewann der Verein zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder die Meisterschaft. Rexach und Cruyff bildeten ein geradezu magisches Angriffsduo.
Besonders eindrucksvoll zeigte sich diese Partnerschaft 1975 im Europapokal gegen Feyenoord Rotterdam, als Rexach alle drei Treffer seiner Mannschaft erzielte – und alle drei wurden von Cruyff vorbereitet. 1979 folgte ein weiterer Europapokal-Triumph: Im Finale des Pokals der Pokalsieger traf Rexach gegen Fortuna Düsseldorf und trug so maßgeblich zum Erfolg bei. In 328 Spielen erzielte er insgesamt 81 Tore für Barcelona, eine beachtliche Bilanz für einen Außenstürmer.
Als Nationalspieler bestritt er 15 Länderspiele und erzielte dabei zwei Tore. 1978 nahm er an der Weltmeisterschaft in Argentinien teil. 1981 beendete Rexach seine aktive Karriere und wechselte nahtlos ins Trainergeschäft.
In der Saison 1987/88 kehrte er als Co-Trainer unter Luis Aragonés zum FC Barcelona zurück. Nach Aragonés' Entlassung übernahm er kurzzeitig als Interimscoach, bevor Johan Cruyff das Zepter übernahm. Unter Cruyff als Cheftrainer rückte Rexach wieder in den Hintergrund – bis sein alter Weggefährte 1991 mit einem Herzinfarkt ausfiel. In dieser kritischen Situation übernahm Rexach das Team und führte Barcelona zur spanischen Meisterschaft. 1996, nach Cruyffs Entlassung, sprang er erneut ein.
Unter dem Engländer Bobby Robson agierte Rexach als Scout, bevor er in der Saison 1998/99 die Yokohama Flügels in der japanischen J-League trainierte. Nach seiner Rückkehr 1999 erlangte er eine Schlüsselposition im Verein. Als Joan Gaspart 2000 Vereinspräsident wurde, ernannte er Rexach zum technischen Direktor und sportlichen Berater.
In dieser Funktion traf Rexach im Dezember 2000 eine Entscheidung, die die Fußballgeschichte verändern sollte. Ein 12-jähriger argentinischer Junge suchte in Europa einen Verein, der ihn aufnehmen und seine Hormonbehandlung finanzieren würde. Lionel Messi hieß er, und Rexach erkannte sofort sein außerordentliches Talent. Das Vereinspräsidium zögerte, einen minderjährigen Ausländer unter Vertrag zu nehmen. Rexach handelte daher auf eigene Faust: Am 14. Dezember 2000, bei einem Treffen mit Messis Entourage, besiegelte er die Verpflichtung des Wunderkinds – mit seiner Unterschrift auf einer Serviette, weil kein anderes Papier zur Hand war. Was danach folgte, ist Geschichte: Messi wurde der beste Spieler in Barcelonas Geschichte, gewann acht Mal den Ballon d'Or und prägte eine Ära des Weltfußballs.
Auch als Cheftrainer hatte Rexach noch eine letzte Episode. Als Llorenç Serra Ferrer am 23. April nach einer 1:3-Niederlage gegen Osasuna und dem Ausscheiden im UEFA-Pokal entlassen wurde, übernahm Rexach erneut die Verantwortung und bewies damit seinen unerschütterlichen Einsatz für den Verein, dem er sein Leben gewidmet hatte.

