biografias

Ferdinand Magellan

Portugiesischer Seefahrer

6 min01/01/2024
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Ferdinand Magellan wurde vor 1485 vermutlich in Vila Nova de Gaia geboren, einer Gemeinde nahe der Hafenstadt Porto im Königreich Portugal, und starb am 27. April 1521 auf der Insel Mactan auf den Philippinen. Auf Portugiesisch lautet sein Name Fernão de Magalhães, auf Spanisch Fernando de Magallanes. Er entstammte einer weitverzweigten Adelsfamilie, die zu den Vasallen der Herzöge von Braganza gehörte und spätestens seit dem 13. Jahrhundert in Nordportugal ansässig war. Als Geburtsort galt lange die Kleinstadt Sabrosa in der Provinz Trás-os-Montes e Alto Douro, doch neuere Quellenfunde – vor allem ein Schenkungsvertrag im Archivo Provincial de Sevilla – deuten auf Vila Nova de Gaia hin. Dort hatten ihm seine Eltern, Rui de Magalhães und Alda de la Mesquita, ein Landgut mit Weinbergen, Kastanienhainen und Äckern vermacht, das er kurz vor seiner großen Expedition im März 1519 seiner unverheirateten Schwester Isabel überschrieb.

Das älteste bekannte historische Dokument, das sich nachweislich auf Magellan bezieht, datiert aus dem Jahr 1505. Es handelt sich um eine Mannschaftsliste der portugiesischen Indien-Armada unter dem Kommando des Vizekönigs Francisco de Almeida, in der Fernão de Magalhães und sein Bruder Diogo de Sousa als Moradores da Casa del Rey verzeichnet sind – als Dienstmänner von König Manuel I. Magellan diente Portugal in den folgenden Jahren bei mehreren Feldzügen in Indien und Marokko und erwarb so fundierte Kenntnisse der Seefahrt und des Kriegswesens.

Ende 1517 oder Anfang 1518 heiratete Magellan Beatriz Barbosa, eine Sevillanerin portugiesischer Abstammung und Tochter seines Förderers Diogo Barbosa. Sie gebar ihm 1519 einen Sohn namens Rodrigo. Bei Magellans Abreise im September 1519 war Beatriz erneut schwanger, erlitt jedoch eine Fehlgeburt. Sie selbst starb im März 1522, ohne je von dem Schicksal ihres Mannes erfahren zu haben. Der erstgeborene Rodrigo folgte ihr im Herbst 1522 ins Grab.

Am 20. September 1519 stachen fünf Schiffe unter Magellans Kommando als Generalkapitän von Sanlúcar de Barrameda in See. Die Expedition war im Auftrag der spanischen Krone ausgerüstet worden, denn Portugal hatte Magellans Pläne abgelehnt. Ziel war eine westliche Route zu den Gewürzinseln – den Molukken –, deren genaue Lage Magellan kannte. Der Pazifik war den Europäern erst seit 1513 bekannt, seit Vasco Núñez de Balboa ihn vom Isthmus von Panama aus erblickt hatte.

Der Weg nach Süden führte die Flotte die amerikanische Küste entlang. Ende 1520 entdeckten und durchfuhren Magellan und seine Mannschaft die nach ihm benannte Meerenge zwischen dem südamerikanischen Festland und der Insel Feuerland – die Magellanstraße. Es war ein epochaler Moment: Zum ersten Mal überquerte ein europäisches Schiff von dort den Pazifischen Ozean in westlicher Richtung. Magellan nannte ihn den Pazifischen Ozean, weil die Überfahrt unter ruhigen Winden verlief – eine Ruhe, die trügerisch war, denn die Mannschaft litt auf der monatelangen Fahrt unter Hunger und Skorbut.

Im März 1521 erreichte die Expedition die Philippinen. Magellan engagierte sich in die lokalen politischen Konflikte und stellte sich auf die Seite des Herrschers von Cebu. Am 27. April 1521 fiel er im Kampf gegen Krieger der Visayas unter dem Anführer Lapu-Lapu auf der Insel Mactan – ein unrühmliches Ende für einen Mann, der Weltgeschichte geschrieben hatte.

Zwei Schiffe der ursprünglichen Flotte erreichten noch im Jahr 1521 die gesuchten Gewürzinseln Tidore und Ternate. Doch nur eines, die Victoria, trat den langen Heimweg an: unter dem Kommando von Juan Sebastián Elcano über den Indischen Ozean und um das Kap der Guten Hoffnung. Am 6. September 1522 lief die Victoria in Sanlúcar de Barrameda ein – fast genau drei Jahre nach dem Aufbruch. Von den ursprünglich mehr als 240 Mann der Besatzung hatten nur 18 auf der Victoria die gesamte Erdumsegelung überlebt. Weitere 17 waren unterwegs in portugiesische Gefangenschaft geraten, und rund 55 weitere Expeditionsteilnehmer waren bereits im Mai 1521 über den Atlantik nach Spanien zurückgekehrt, nachdem ihr Schiff, die San Antonio, im November 1520 in der Magellanstraße desertiert war. Insgesamt kehrten also etwa 90 der ursprünglichen Teilnehmer lebend nach Europa zurück.

Zu den Überlebenden gehörte der Italiener Antonio Pigafetta, der einen genauen und literarisch bedeutsamen Bericht der ersten Reise um die Welt verfasste. Seine Aufzeichnungen sind bis heute die wichtigste Primärquelle über diese Expedition. Magellans Weltumsegelung erbrachte den letzten, praktischen Beweis für die längst theoretisch bekannte Kugelgestalt der Erde – auch wenn das ursprünglich nicht das Ziel der Reise gewesen war. Sie öffnete den Weg für die spanische Expansion im Pazifik und legte den Grundstein für die globalen Seehandelsrouten der frühen Neuzeit.

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