tragedias

Ellison Onizuka

US-amerikanischer Astronaut

4 min01/01/2024
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Ellison Shoji Onizuka war der erste Astronaut japanischer Herkunft in der Geschichte der amerikanischen Raumfahrt. Sein Weg vom Kaffeefarmer-Sohn auf Hawaii bis in den Weltraum war ein Zeugnis für Fleiß, Talent und den amerikanischen Traum in seiner reinsten Form. Sein Tod an Bord der Challenger am 28. Januar 1986 hinterließ eine tiefe Wunde in der hawaiianischen Gemeinschaft und in der amerikanischen Raumfahrtgeschichte.

Er wurde am 24. Juni 1946 in Kealakekua auf der Big Island von Hawaii geboren, als ältester Sohn und zweitjüngstes Kind von Masamitsu und Mitsue Onizuka. Er hatte zwei ältere Schwestern und einen jüngeren Bruder. Kealakekua liegt in einer Region, die seit Generationen von japanischstämmigen Einwanderern geprägt ist, die als Arbeiter auf Kaffee- und Zuckerrohrplantagen nach Hawaii gekommen waren. Aus diesem bescheidenen Umfeld brachte Onizuka eine Zielstrebigkeit mit, die ihn schon früh auszeichnete.

Nach dem Highschool-Abschluss im Jahr 1964 immatrikulierte er sich an der University of Colorado, wo er Raumfahrttechnik studierte. Im Jahr 1969 erwarb er seinen Bachelor und noch im selben Jahr den Master im gleichen Fachgebiet. Während seines Studiums heiratete er Lorna Leiko Yoshida; das Paar sollte zwei Töchter bekommen.

Im Januar 1970 trat Onizuka in die United States Air Force ein, die den Kurs seines Lebens für die kommenden anderthalb Jahrzehnte bestimmen sollte. Er arbeitete zunächst als Testflugingenieur und ließ sich zum Testpiloten ausbilden. Von August 1974 bis Juli 1975 besuchte er die US Air Force Test Pilot School, und im Juli 1975 kam er zum Testflugcenter an der Edwards Air Force Base in Kalifornien. Dort wurde er Testflugingenieur, später auch Manager für den technischen Support. Insgesamt absolvierte Onizuka mehr als 1700 Flugstunden als Testpilot, eine außerordentliche Leistung, die ihn für die anspruchsvollsten Aufgaben qualifizierte.

Im Januar 1978 wählte die NASA Onizuka für das Raumfahrtprogramm aus, als Teil der neunten Astronautengruppe. Nach Abschluss eines Jahres mit Untersuchungen und Training im August 1979 arbeitete er im Orbiter-Test-Team und in der Startunterstützungsmannschaft beim Kennedy Space Center für die frühen Shuttle-Missionen STS-1 und STS-2. Daneben war er im Team für Softwareverbesserungen der Shuttle-Elektronik tätig und koordinierte diverse Besatzungsaktivitäten.

Sein erster geplanter Raumflug sollte der geheime Militärflug STS-10 im November 1983 sein, der jedoch aufgrund von Verzögerungen bei der geheimen Nutzlast abgesagt wurde. Ein zweiter Anlauf unter der Bezeichnung STS-41-E im Juli 1984 scheiterte ebenfalls. Beim dritten Versuch klappte es: Am 24. Januar 1985 hob die Raumfähre Discovery mit der Mission STS-51-C ab, einem Flug im Auftrag des amerikanischen Verteidigungsministeriums. Onizuka wurde dabei von Kommandant Ken Mattingly, Pilot Loren Shriver, Missionsspezialist James Buchli und Nutzlastspezialist Gary Payton begleitet. Die Mission dauerte 74 Stunden; der genaue Inhalt unterlag der Geheimhaltung. Damit wurde Onizuka zum ersten Astronauten japanischer Abstammung, der den Weltraum erreichte.

Anschließend wurde er für die nächste Mission nominiert: STS-51-L an Bord der Challenger. Am 28. Januar 1986 um 11:38 Uhr Ortszeit startete die Raumfähre vom Kennedy Space Center in Florida. Die Crew bestand aus Kommandant Dick Scobee, Pilot Michael John Smith, den Missionsspezialisten Ronald McNair und Judith Resnik, Nutzlastspezialist Greg Jarvis sowie der Lehrerin Christa McAuliffe. Nur 73 Sekunden nach dem Start rissen starke aerodynamische Kräfte die Challenger auseinander, nachdem ein Leck im Feststoffbooster die Befestigungen am externen Tank beschädigt hatte. Alle sieben Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Ellison Onizuka trug zum Zeitpunkt seines Todes den Rang eines Lieutenant Colonel.

Das Erbe des Astronauten lebt in zahlreichen Benennungen fort. Die Onizuka Air Force Station Sunnyvale in Kalifornien, das Onizuka Center for International Astronomy am Mauna-Kea-Observatorium und das Astronaut Ellison S. Onizuka Space Center am Kona International Airport in Hawaii wurden nach ihm benannt. Der Asteroid (3355) Onizuka, entdeckt am 8. Februar 1984 von Edward L. G. Bowell, trägt seinen Namen ebenso wie ein Mondkrater mit einem Durchmesser von 29 Kilometern. In Los Angeles ehrte ihn das Viertel Little Tokyo mit einer nach ihm benannten Straße, und auch in Clear Lake, Texas, trägt eine Straße seinen Namen in der Nähe der Grundschule, die seine Töchter zum Zeitpunkt der Katastrophe besuchten. Northrop Grumman benannte den Raumtransporter Cygnus NG-16 nach ihm, damit sein Name weiterhin in den Weltraum fliegt, den er so kurz bereist hatte.

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