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Operation Neptune

Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg

6 min01/01/2024
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In den frühen Morgenstunden des 6. Juni 1944 blickte die Welt auf die Küsten der Normandie. Was an diesem D-Day begann, sollte als die größte und kühnste Landeoperation der Geschichte in die Annalen eingehen. Die Operation Neptune, eingebettet in die übergeordnete Operation Overlord, war der Schlüssel zur Befreiung Westeuropas vom nationalsozialistischen Joch.

Der Zweite Weltkrieg hatte Europa am 1. September 1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen erfasst. Die Achsenmächte, Deutschland, Italien und Japan, hatten in kurzer Zeit weite Teile Europas und Asiens unterworfen. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 waren auch die Vereinigten Staaten in den Konflikt eingetreten. Joseph Stalin drängte die westlichen Alliierten unablässig zur Eröffnung einer zweiten Front, um den gewaltigen Druck auf die Rote Armee zu mindern. Die bereits 1943 durchgeführte Landung in Italien brachte nicht den erhofften schnellen Erfolg.

Auf der Konferenz von Teheran im November 1943 einigten sich Roosevelt, Stalin und Churchill auf eine Landeoperation über den Ärmelkanal im Norden Frankreichs. Die Wahl fiel auf die Normandie, eine Region, die zwar weniger direkt auf Paris zuführte als der Pas-de-Calais, aber dennoch tief ins Landesinnere Frankreichs führen konnte und dessen Verteidigung als schwächer galt.

Die Planung der Operation Neptune, die den eigentlichen Sturmgriff auf die deutschen Befestigungen und die Etablierung eines Brückenkopfes umfasste, begann mit ersten Übungsmanövern im Januar 1944. Die Operation wurde in viele kleine Teiloperationen aufgespalten, um die deutsche Abwehr zu verwirren und zu zersplittern. Phantomverbände, die nie wirklich existierten, sollten die deutschen Kommandeure über den wahren Landungspunkt im Unklaren lassen. Diese Täuschungsoperationen waren so erfolgreich, dass die deutsche Führung noch lange nach den tatsächlichen Landungen glaubte, der eigentliche Angriff komme im Pas-de-Calais.

Am 6. Juni 1944 brachen die alliierten Streitkräfte zu ihrer gewaltigen Unternehmung auf. Über 5.000 Schiffe und Landungsboote überquerten den Ärmelkanal. Fallschirmjäger landeten in der Nacht zuvor hinter den deutschen Linien. Schwere Schiffsartillerie beschoss die deutschen Befestigungen des Atlantikwalls. Fünf Strandabschnitte, bekannt als Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword, waren die Ziele der angreifenden amerikanischen, britischen und kanadischen Truppen.

Der Widerstand war unterschiedlich stark. An der Küste von Omaha Beach lieferten sich amerikanische Truppen einen mörderischen Kampf gegen gut verteidigte deutsche Stellungen. Der Strand wurde rot gefärbt von dem Blut gefallener Soldaten. An anderen Strandabschnitten verliefen die Landungen weniger verlustsreich. Bis zum Abend des 6. Juni hatten die Alliierten an allen fünf Stränden Fuß gefasst und begannen mit dem Aufbau von Brückenköpfen.

Die Versorgung der Brückenköpfe war eine logistische Meisterleistung. Eigens konstruierte künstliche Häfen, die Mulberry Harbours, ermöglichten die Anlandung von Nachschub, bis die realen Häfen der Region eingenommen werden konnten. Die Operation Neptune endete formal am 30. Juni 1944, während die übergeordnete Operation Overlord bis zum 19. August 1944 andauerte, als alliierte Kräfte den Fluss Seine überquerten und Paris befreiten.

Die Landung in der Normandie war nicht die erste amphibische Operation der Alliierten. Mit der Landung auf Guadalcanal am 7. August 1942 im Pazifik hatten die Amerikaner frühzeitig Erfahrungen gesammelt. Das gescheiterte Unternehmen Jubilee bei Dieppe im August 1942, bei dem britische, amerikanische, kanadische und französische Truppen unter sehr hohen Verlusten eine deutsche Küstenbatterie angriffen, hatte wichtige Lektionen für die spätere Planung geliefert.

Die Bedeutung des D-Day kann kaum überschätzt werden. Mit der Eröffnung einer zweiten Front in Westeuropa gerieten die deutschen Truppen zwischen zwei gewaltige Fronten. Innerhalb weniger Monate war Frankreich befreit, der Vormarsch auf Deutschland hatte begonnen. Der Krieg in Europa endete im Mai 1945 mit der deutschen Kapitulation.

Die Normandie-Landung steht bis heute als Symbol der alliierten Entschlossenheit und des Opfermuts der beteiligten Soldaten. Die Schlachtfelder und Friedhöfe der Normandie ziehen jährlich Hunderttausende Besucher an, die der Gefallenen gedenken und die Freiheit ehren, für die sie ihr Leben gaben.

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