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Amerikanische Revolution

Ereignisse, die zur Loslösung der Dreizehn Kolonien in Nordamerika vom Britischen Empire und zur Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika führten

5 min01/01/2024
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Die Amerikanische Revolution zählt zu den epochalen Ereignissen der Weltgeschichte – nicht allein wegen der politischen Unabhängigkeit, die sie hervorbrachte, sondern wegen der Ideen, die sie in die Welt trug. Zum ersten Mal in der Geschichte des Westens wurden fundamentale Menschenrechte wie das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück staatsrechtlich verankert. Damit legte die Revolution eine Grundlage, auf der später das gesamte liberale Verfassungsdenken aufbauen sollte.

Der Beginn der Revolutionszeit wird meist mit dem Jahr 1763 angesetzt. Großbritannien hatte gerade im Franzosen- und Indianerkrieg, dem amerikanischen Schauplatz des Siebenjährigen Krieges, einen glänzenden Sieg errungen. Doch der Sieg hatte seinen Preis: Die britische Staatskasse war erschöpft, und das Empire hatte enorme Gebiete dazugewonnen – Neufrankreich, das spätere Kanada, Spanisch-Florida und weite Teile östlich des Mississippi. London beschloss, die Verwaltung und Besteuerung seiner nordamerikanischen Kolonien zu reformieren und einen Teil der Kriegskosten auf die Kolonisten zu übertragen.

Diese Entscheidung traf auf eine Gesellschaft, die sich in den vorangegangenen 150 Jahren einen eigenen politischen Charakter ausgebildet hatte. Die ersten englischen Siedler, die 1607 mit der Gründung Jamestones in Virginia den Anfang machten, waren aus unterschiedlichen Motiven nach Amerika gekommen: Abenteuer und Reichtum für die einen, religiöse Freiheit für die anderen, die schlichte Hoffnung auf ein besseres Leben für viele. Über Generationen hatten die Kolonisten lokale Selbstverwaltungsorgane aufgebaut und ein starkes Bewusstsein für ihre eigenen Rechte entwickelt.

Die neue Steuerpolitik Londons wurde in den Kolonien als Anmaßung empfunden. Das zentrale Argument lautete: keine Besteuerung ohne Repräsentation. Da die Kolonisten im britischen Parlament nicht vertreten waren, lehnten sie das Recht des Parlaments ab, ihnen Steuern aufzuerlegen. Die Spannungen eskalierten in den 1760er und frühen 1770er Jahren durch eine Reihe von Maßnahmen und Gegenbewegungen: den Stamp Act von 1765, den Townshend Act von 1767, das Boston Massacre im Jahr 1770 und schließlich die Boston Tea Party im Dezember 1773, bei der Kolonisten als Mohawk-Indianer verkleidet britischen Tee in den Bostoner Hafen warfen.

Mit dem Ausbruch bewaffneter Auseinandersetzungen in Lexington und Concord im April 1775 begann der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg. Der Zweite Kontinentalkongress in Philadelphia, der Vertreter aller dreizehn Kolonien vereinte, übernahm die Führung des Widerstands und ernannte George Washington zum Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee. Am 4. Juli 1776 verabschiedete der Kongress die Unabhängigkeitserklärung, verfasst hauptsächlich von Thomas Jefferson. Ihr berühmtester Satz – dass alle Menschen gleich erschaffen sind und mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet – wurde zu einem der einflussreichsten politischen Sätze der Geschichte.

Der Krieg dauerte acht Jahre und war keineswegs ein einfacher Sieg der Kolonisten. Die Kontinentalarmee war oft schlecht ausgerüstet und ausgebildet; der Winter in Valley Forge 1777/1778 wurde zu einem Symbol für Entbehrung und Durchhaltewillen. Doch Frankreich, das einen strategischen Vorteil gegen Britannien witterte, trat 1778 auf Seiten der Kolonisten in den Krieg ein, gefolgt von Spanien und den Niederlanden. Die französische Unterstützung – sowohl militärisch als auch diplomatisch und finanziell – erwies sich als entscheidend.

Die entscheidende Wende kam 1781 in der Belagerung von Yorktown in Virginia. General Cornwallis, eingeschlossen von Washingtons Truppen zu Lande und von der französischen Flotte zur See, kapitulierte am 19. Oktober 1781. Der Krieg war damit militärisch entschieden. Im Frieden von Paris, der am 3. September 1783 unterzeichnet wurde, erkannte Großbritannien die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten an und trat weitreichende Gebiete östlich des Mississippi ab.

Doch die Revolution endete nicht 1783. In den folgenden Jahren rangen die neuen Vereinigten Staaten darum, sich als Nation zu konsolidieren. Der Kongress der Konföderation erwies sich als zu schwach. Eine Verfassungskonvention in Philadelphia erarbeitete 1787 die bis heute gültige Verfassung der Vereinigten Staaten, mit ihrer charakteristischen Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative. Am 30. April 1789 wurde George Washington als erster Präsident vereidigt – ein Datum, das manche Historiker als das eigentliche Ende der Revolutionszeit betrachten.

Das Vermächtnis der Amerikanischen Revolution reicht weit über die Geschichte der USA hinaus. Die Ideen der Revolution – Volkssouveränität, unveräußerliche Rechte, konstitutionelle Regierung – inspirierten die Französische Revolution von 1789, die lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegungen des frühen 19. Jahrhunderts und zähllose spätere Freiheitsbewegungen weltweit. Gleichzeitig hinterließ die Revolution tiefe Widersprüche: Eine Gesellschaft, die sich auf Freiheit und Gleichheit gründete, beließ die Sklaverei unangetastet – ein Widerspruch, der erst acht Jahrzehnte später im Bürgerkrieg gewaltsam aufgelöst werden sollte.

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